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Rostocker Ruder-Ass: Ich zähle die Titel nicht mehr

Kessin Rostocker Ruder-Ass: Ich zähle die Titel nicht mehr

Marie-Louise Dräger greift bei Kleinbootmeisterschaften in Köln nach Gold im Einer

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Auf Olympia-Kurs: Marie Louise Dräger (35) aus Rostock will in Rio de Janeiro zum vierten Mal bei den Sommerspielen starten.

Quelle: Stefan Ehlers

Kessin. Mit kräftigen Zügen nähert sich Marie-Louise Dräger dem „Heimathafen“ in Kessin bei Rostock. 20 Meter vor dem Ziel schaut sie sich kurz um, drosselt das Tempo und steuert ihr Boot sicher an den Steg. Sie löst die Skulls von den Dollen, steigt aus, schlüpft in die Badelatschen, schultert den 7,20 Meter langen und 14 Kilo schweren Einer und trägt ihn in den Bootsschuppen. Sie nimmt einen Lappen und wischt das Sportgerät trocken.

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Marie-Louise Dräger

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Traumziel

Rio 2016

15 Kilometer ist die 35 Jahre alte Rostockerin an diesem Morgen auf der Warnow gefahren. „Eine lockere Woche“, meint die Leichtgewichtsruderin des ORC Rostock, die am Wochenende bei den deutschen Kleinboot-Meisterschaften in Köln ihr zehntes Einer-Gold an Land ziehen will. „Klar ist es immer wieder schön, vorne zu sein. Aber man zählt die Titel nicht mehr.“

Das große Ziel heißt Rio de Janeiro. Dräger möchte zum vierten Mal an Olympischen Spielen teilnehmen. Es gibt nur eine Chance: im Doppelzweier.

Während Neuseeland, Südafrika oder Dänemark Teams ins Rennen schicken, die seit Jahren miteinander fahren, werden in Deutschland die Karten jede Saison neu gemischt. Selbst Dräger, die unangefochtene Nummer eins der hiesigen Leichtgewichtsruderinnen, ist nicht gesetzt. Sie darf sich keinen Ausrutscher erlauben.

Ihre Form stimmt. Am vergangenen Wochenende in Leipzig fuhr sie über 6000 Meter nicht nur ihren Konkurrentinnen davon, sondern blieb außerdem auf dem Ergometer erstmals unter sieben Minuten — deutscher Rekord! „Marie hat noch mal zugelegt“, konstatiert Trainer Meinhard Rahn zufrieden.

Seit Anfang des Jahres fährt die Polizeimeister-Anwärterin Dräger einen neuen Einer. Das Problem: Für Spitzenathleten fühlt sich jedes Boot anders an — selbst wenn es baugleich ist. „Im Januar habe ich mich reingesetzt und alles kam mir komisch vor — die Geräuschkulisse war anders, die Sitzposition passte nicht.“ Sie drehte an den Stellschrauben, stellte die Höhe des Rollsitzes ein, veränderte den Abstand der Dolden und bastelte am Stemmbrett. Der monatelange Feinschliff zahlt sich aus. „Es wird von Training zu Training immer heimischer“, berichtet die gebürtige Lübeckerin. Der wahre Grund für ihren Aufschwung hat einen Namen: Ben. Marie-Louise Dräger, die fast zwei Jahrzehnte lang dem Sport (nahezu) alles untergeordnet hat, setzt nach der Geburt ihres Sohnes (wird Anfang Mai 3) andere Prioritäten. „Ich bin immer noch zielstrebig, aber nicht mehr so verbissen. Entweder der sportliche Traum geht in Erfüllung oder nicht. Ich weiß, dass zu Hause etwas Wichtigeres wartet“, sagt die junge Mutter — und ihre Augen leuchten dabei.

13 Starter aus MV

13 Ruderer aus Mecklenburg- Vorpommern haben für die deutschen Kleinbootmeisterschaften in Köln gemeldet:

Frauen (5): Marie-Louise Dräger, Laura Prieß (beide ORC Rostock), Julia Leiding (Rostocker RC), Leah Labudde, Carolin Dold (beide Greifswalder RC Hilda)

Männer (8): Stephan Krüger, Malte Daberkow, Theo Kessner, Max John (alle ORC Rostock), Paul Heinrich (Rostocker RC), Hannes Ocik, Finn Knüppel und Moritz Höffer (alle Schweriner RG).

Julia Wärmer (Rostocker RC) startet am Wochenende beim Weltcup im italienischen Varese im Frauen-Achter. Frauke Hacker (ORC Rostock) reist als Ersatzfrau mit.

Von Stefan Ehlers

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