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Ruder-Präsident: Nachwuchs gewinnen, Ruf verteidigen

Ruder-Präsident: Nachwuchs gewinnen, Ruf verteidigen

Im OZ-Interview benennt Christian Loßmann die größten Herausforderungen

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Viele erfolgreiche Ruderer wie Stephan Krüger (vorn) – hier mit Marcel Hacker – wurden am Bundesstützpunkt in Kessin ausgebildet.

Quelle: S. Ehlers

 

OZ-Bild

Im OZ-Interview benennt Christian Loßmann die größten Herausforderungen

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Sie sind seit April Präsident des Ruderverbandes MV. Was hat Sie bewogen, das Amt zu übernehmen?

Christian Loßmann: Mein Vorgänger Hans Sennewald hatte mich ermutigt. Ich hatte eigentlich keine Ambitionen, habe mich dann aber schnell entschlossen. Jetzt möchte ich meine Kraft einsetzen, um im Leistungssport etwas zu bewegen. Aber auch der Breitensport und die Ehrenamtlichen liegen mir am Herzen. Ich will ein guter Präsident für unsere 1800 Mitglieder sein.

Aus MV waren drei Ruderer bei den Spielen in Rio de Janeiro vertreten. Zufrieden?

Loßmann: Ja. Stolz und sehr zufrieden. Zwar haben Marie-Louise Dräger und Stephan Krüger die Finals verpasst. Aber auch wenn die Sportler enttäuscht sind – sie haben ihr Bestes gegeben und sich nichts vorzuwerfen. Ich freue mich sehr, dass mit Hannes Ocik einer unserer Ruderer mit dem Achter Silber gewonnen hat. Sein Auftreten auf und neben der Strecke hat mich beeindruckt.

Welchen Einfluss haben Sie als Präsident auf den Spitzensportbereich in MV?

Loßmann: Im Nachwuchsbereich haben wir einen gewissen Einfluss, aber unsere Zuständigkeit endet, wenn die jungen Ruderer an die Bundesstützpunkte wechseln. Von da an sind uns die Hände gebunden. Das ist einerseits sinnvoll, denn die Trainer sind Profis, die beim Bund angestellt sind. Wir halten dennoch Kontakt zu unseren Kaderathleten, denn wir wollen, dass sie den Vereinen im Land verbunden bleiben. Für den Nachwuchs sind die Bundeskader große Vorbilder.

Wo sehen Sie derzeit die wichtigsten Aufgaben im Spitzensport?

Loßmann: Derzeit geht es um eine Neuausrichtung. Ganz wichtig finde ich, dass unseren Athleten ermöglicht wird, Berufsausbildung und Sport oder Studium und Sport besser zu vereinen. Sie müssen wirtschaftlich abgesichert sein.

Gibt es schon Konkretes?

Loßmann: Noch nicht, aber generell soll die Förderung gezielter und nicht mehr so stark in der Breite erfolgen. Es fördert die Konkurrenz, wenn die Ruderelite perspektivisch in Dortmund, Hamburg/Ratzeburg und Berlin konzentriert wird.

Für wie konkurrenzfähig halten Sie die deutschen Ruderer im internationalen Vergleich, und wie stark schätzen Sie MV im Bundesvergleich ein?

Loßmann: International ist Deutschland konkurrenzfähig. Aber wir müssen uns verändern.

MV hat dank der Leistungen bundesweit einen guten Ruf. Wir hatten drei Rio-Starter, vier Athleten rudern im Elite-Bereich, sieben in der U 23-Nationalmannschaft, zwei in der A-Junioren-Auswahl.

Wir hatten bei den deutschen Meisterschaften zwölf Starter. Was wir brauchen, ist mehr Nachwuchs: große, talentierte Sportler.

Wie holen Sie Kinder aufs Wasser?

Loßmann: In Rostock haben wir mit der ehemaligen Spitzenruderin Nadja Drygalla eine Stadttrainerin, die engagiert ist und an Schulen wirbt. In Stralsund gibt es eine Kooperation mit dem Hansa-Gymnasium. Generell wünschenswert wäre eine zentrale Sichtung von Kindern und Jugendlichen, denen man danach eine Empfehlung ausspricht, welche Sportart für sie geeignet erscheint.

Ruderer seit 1978

Christian Loßmann (49) wurde im April zum Nachfolger von Hans Sennewald für vier Jahre zum Präsidenten des Landes-Ruderverbandes gewählt. Er ist seit zehn Jahren Vorstandsmitglied im Stralsunder Ruderclub, dem er seit 1978 angehört.

Der Diplom-Vermessungsingenieur ist sportlich aktiv, nahm im September an einem Triathlon teil. Loßmann ist verheiratet und hat eine 17-jährige Tochter. Stine ist Ruderin und in diesem Jahr bei den deutschen B-Junioren-Meisterschaften gestartet. Als Siegerin eines Preisausschreibens der deutschen Ruderjugend reiste sie zu den Olympischen Spielen nach Rio.

Interview von Manuela Wilk und Christian Lüsch

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