Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Schattenmann mit Blick fürs Wesentliche

Schattenmann mit Blick fürs Wesentliche

Der Schweriner Tobias Blanck ist bei der Fußball-EM Assistent von ARD-Endspiel-Kommentator Gerd Gottlob

Schwerin Die Fernsehzuschauer sehen und hören ihn nicht, dennoch ist Tobias Blanck (42) dabei, wenn die Spiele der morgen in Frankreich beginnenden Fußball- Europameisterschaft in Millionen deutsche Wohnzimmer übertragen werden. Als Schattenmann mit dem Blick fürs Wesentliche: Der NDR-Sportreporter aus Schwerin ist Assistent von Gerd Gottlob (51), der am 10. Juli das EM-Finale im Stade de France in Paris-St.-Denis für die ARD kommentieren wird. Los geht es für das eingespielte Duo am Sonntag (21.00 Uhr) mit dem Auftaktspiel des DFB-Teams gegen die Ukraine.

Seit wann gibt es das Duo Gottlob/Blanck?

Tobias Blanck: Wir machen das seit mittlerweile 13 Jahren. Angefangen haben wir mit kleineren Sachen, Frauen-Länderspiele oder Europapokalpartien des HSV. Anfangs war es eher noch die kleinere Bühne. Die WM 2006 in Deutschland war das erste große Turnier für uns. Gerd rückte damals relativ kurzfristig als Kommentator auf, nachdem Gerd Rubenbauer nicht mehr wollte. Wir hatten dann die ganz kleinen Spiele wie Saudi-Arabien gegen Tunesien oder Tunesien gegen die Ukraine. Aber das war uns egal, es war einfach super, bei diesem Ereignis so hautnah dabei zu sein.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Blanck: Ich hatte schon bei Premiere als Kommentator-Assistent für Patrick Wasserziehr, Kai Dittmann und Michael Born gearbeitet. Gerd hat mich dann gefragt: ,Wollen wir es nicht mal zusammen probieren?' Das hat von Anfang an sehr gut funktioniert. Es passt menschlich zwischen uns und auch inhaltlich.

Ein Traumjob oder würden Sie gerne selbst ans Mikro?

Blanck: Beides. Natürlich ist es ein Traumjob, dass man sich die Messis, Neymars und Ronaldos dieser Welt live anschauen und für eine große Zuschauerschaft arbeiten darf. Es ist eine Arbeit, die außerhalb niemand registriert. Niemandem ist bewusst, was ich da mache. Von daher bin ich im Schatten des Kommentators, aber ich kann mich damit sehr gut identifizieren und bin mit großem Enthusiasmus dabei. Andererseits würde ich natürlich auch gerne selbst kommentieren. Aber ich weiß, wie schwer es ist, das richtig gut zu machen – die Ruhe zu behalten und die Nerven zu bewahren, wenn 30 Millionen Menschen zuschauen. Gerd macht das super und ich bin stolz, dass ich ihn unterstützen kann.

Was sind Ihre Aufgaben?

Blanck: Gerade bei großen Turnieren findet ein großer Teil der Arbeit bereits im Vorfeld statt. Es geht vor allem darum, die Spiele der entsprechenden Mannschaften zu sichten und da die wichtigsten Informationen, auch über die Spieler, herauszuziehen.

Und während des Spiels?

Blanck: Wenn ich etwas sehe, was nicht sofort klar ist, bekommt Gerd sofort Hilfe von mir. In engen Situationen sage ich ihm über Headset: Das war ein Eckball oder das war doch kein Abseits!

Es können aber auch taktische Veränderungen sein, auf die ich hinweise. Zudem laufen die Informationen unserer Feld-Reporter bei mir auf.

Was zeichnet Gerd Gottlob als Live-Kommentator aus?

Blanck: Es ist seine ruhige, sachliche Art, ein guter Begleiter für die Zuschauer zu sein. Manchmal hat er auch einen guten Spruch auf den Lippen, aber er übertreibt es nicht. Gerd möchte das Spiel bewerten und den Zuschauern die grundlegenden Informationen geben – und macht das auf eine gute Art und Weise, wie ich finde.

Die Sicherheit ist ein großes Thema bei dieser EM. Machen Sie sich darüber Gedanken?

Blanck: Natürlich. Aber es stand für mich von Anfang an fest, dass ich mich durch mögliche Terroranschläge nicht davon abhalten lasse, von der EM zu berichten. Es ist schon eine besondere Situation, aus dem Stade de France zu berichten, in dessen Umfeld im November Terroranschläge stattfanden. Trotzdem mache ich den Job gerne und werde sicherlich nicht permanent rumlaufen und denken:

Hoffentlich passiert nichts!

Interview von Sönke Fröbe

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
vian-les Bains

Für Joachim Löw ist Bundestrainer ein Traumjob. Sein zehnjähriges Dienstjubiläum möchte der 56-Jährige am liebsten mit dem EM-Titel feiern. Vor dem Turnierstart spricht Löw über seine Beziehung zu Frankreich, Kapitän Schweinsteiger, Favoriten und den Tunnelblick.

mehr
Mehr aus Mehr Sport
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Sonderseite Golfen in MV Immer mehr Menschen schwingen im Nordosten den Golfschläger. 16 000 Mitglieder hat der Landesverband inzwischen – zehn Mal mehr als Anfang des Jahrtausends. Lesen Sie auf unserer Sonderseite Geschichten über die Golfszene, Spieler aus dem Land und Prominente, die gern in MV golfen.
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Umfrage Jetzt den großen Wurf landen! image/svg+xml Image Teaser „Jetzt den großen Wurf landen!“ 2015-11-30 de Gewinnspiel Jetzt den großen Wurf landen Unterstützen Sie gemeinsam mit uns den HC Empor. Kommen Sie am 12.März 2016 um 16:30 Uhr in die Rostocker StadtHalle zum Spiel gegen Dessau-Roßlauer HV und feuern Sie die Spieler an, denn es ist 7 Meter vor Weihnachten Hier geht es zu unserem großen Gewinnspiel.