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Schlagfertiges Trio mit viel Herz

Rostock Schlagfertiges Trio mit viel Herz

Die Boxer Artem und Robert Harutyunyan sowie Araik Marutjan glänzen beim OZ-Sporttalk

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Schrieben fleißig Autogramme: Der Olympia-Dritte im Boxen, Artem Harutyunyan, sein Bruder Robert (2. v. r.) und Araik Marutjan (rotes Shirt). Zum Sporttalk gestern Abend im OZ-Medienhaus kam auch der Bronzemedaillen-Gewinner von Barcelona 1992, Jan Quast aus Rostock (4.v.l.). FOTOS: FRANK SÖLLNER

Rostock. . Seine Olympia-Medaille lässt Artem Harutyunyan eigentlich am liebsten zu Hause bei seinen Eltern in Hamburg. In der Vitrine, in der alle Trophäen von ihm und seinem Bruder Robert sorgsam aufbewahrt werden. „Die Medaille hat schon einige Kratzer, weil schon so viele Hände dran waren“, erklärt Artem mit Blick auf die schwere, bronzene Plakette, die ihn in Deutschland schlagartig bekannt gemacht hat. Für den OZ-Sporttalk hat der 26-jährige Boxer das wertvolle Stück gestern noch einmal aus der sicheren Verwahrung genommen und zusammen mit seinem älteren Bruder Robert (27) und Araik Marutjan (24) einen Einblick in das Leben der drei erfolgreichen Boxer gegeben.

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Die Boxer Artem und Robert Harutyunyan sowie Araik Marutjan glänzen beim OZ-Sporttalk

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Artem Harutyunyan (26) Bronzemedaillen-Gewinner im Boxen bei den Olympischen Spielen in Rio

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Vor allem Artem ist seit dem Gewinn der olympischen Bronzemedaille – es war die einzige für die deutschen Boxer – in aller Munde. Seinem persönlichen Triumph von Rio folge die öffentliche Anerkennung: Bundespräsident Joachim Gauck verlieh ihm das Silberne Lorbeerblatt, beim Bambi war er für den Publikumspreis nominiert. „Die Aufmerksamkeit ist gestiegen, das ist eine schöne Erfahrung, an der ich wachse“, sagt der Halbweltergewichtler (bis 64 kg). „Ich werde jetzt auch öfter nach Autogrammen gefragt. Ich mag das und kann gut damit umgehen.“

Sein Bruder Robert verpasste das Olympiaticket, obwohl er im Leichtgewicht (bis 60 kg) die deutsche Nummer eins ist. Das Qualifikationsturnier fand in Aserbaidschan statt – zu brisant für den gebürtigen Armenier. „Das wäre lebensgefährlich gewesen“, erzählt er und unterstützte dann stattdessen in Rio seinen Bruder Artem und Kumpel Araik. Für den Weltergewichtler war im ersten Duell Endstation. „Ich finde, ich habe den Kampf nicht verloren – und das sehe nicht nur ich so.“ Beide, Araik und Robert, pushten fortan Artem mit aller Kraft. „Sein Erfolg ist auch unser Erfolg“, sagt Araik.

Die beiden Brüder kamen 1991 als Flüchtlinge aus Armenien nach Hamburg. Seit sechs Jahren trainieren sie am Olympiastützpunkt Schwerin, wohnen in der Landeshauptstadt in einer Wohngemeinschaft, in der auch Araik häufig zu Gast ist. „Artem kocht unheimlich gut – nicht 08/15, er lässt sich auch mal was einfallen“, erklärt Robert im Gespräch mit den OZ-Redakteuren Alexander Loew und Stefan Ehlers die Aufgabenverteilung in der Boxer-WG: „Ich mache dann den Abwasch.“ Den Zuschauern im OZ-Medienhaus – darunter Hansa-Ikone Juri Schlünz und Jan Quast, der 1992 in Barcelona Bronze im Boxen gewonnen hat – war schnell klar: Diese sympathischen Box-Brüder sind ein Herz und eine Seele. „Wir würden niemals gegeneinander boxen, das könnte ich gar nicht“, sagt Robert: „Wenn ich Artem schlagen würde, wäre es, als würde ich mich selbst schlagen.“ Auch eine Profikarriere würden beide nur gemeinsam angehen.

Lebensmittelpunkt der beiden Sportsoldaten ist die Familie. Ihre Mutter Hamaspyur, eine Krankenschwester, und Papa Aram, einst Sowjet-Trainer und heute Taxifahrer. „Für sie boxen wir. Wir wollen, dass sie glücklich sind“, sagt Artem: „Den Ehrgeiz und die Willensstärke haben wir von ihnen.“ Auch deshalb ist seine olympische Bronzemedaille in der Vitrine der Eltern am besten aufgehoben.

Sönke Fröbe

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