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Schuhen rettet Dusel-Punkt

FSV Frankfurt 0:0 FC Hansa Rostock Schuhen rettet Dusel-Punkt

Rostocker hadern mit Rumpelrasen. Abstand nach oben schrumpft – nach unten auch.

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Der hätte gepasst: Hansa-Torwart Marcel Schuhen pariert einen Distanzschuss von Frankfurts Ornatelli (nicht im Bild).

Quelle: Foto: Lutz Bongarts

Frankfurt/Main. Nach 76 Minuten Rumpelfußball auf Rumpelrasen stand fest, dass Hansa an diesem sonnigen Nachmittag in Frankfurt-Bornheim eigentlich nicht mehr verlieren konnte. FSV-Abwehr-Haudegen Patrick Ochs (216 Bundesliga-Spiele) hatte aus der Distanz abgezogen, der Ball prallte vom Innenpfosten an die Hüfte von Hansa-Keeper Marcel Schuhen und trudelte von dort parallel zur Torlinie aus der Gefahrenzone. „Das ist das Glück, das sich die ganze Mannschft erarbeitet hat“, urteilte der Rostocker Torwart am Sonnabend nach dem glücklichen 0:0 beim Krisenklub FSV Frankfurt.

OZ-Bild

Rostocker hadern mit Rumpelrasen. Abstand nach oben schrumpft – nach unten auch.

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Statistik

FSV Frankfurt: Pirson - Ochs, Barry, Schorch, Corbin-Ong - Streker (79. Schäfer), Russ (58. Stark) - Ornatelli, Morabit (81. Jovanovic), Bahn - Kader.

Hansa Rostock: Schuhen - Ahlschwede, Henn, Hoffmann, Holthaus - Grupe (60. Gardawski), Erdmann - Andrist, Wannenwetsch (65. Väyrynen), Quiring - Benyamina (82. Fehr).

Schiedsrichter: Kampka (Mainz). Zuschauer: 4197.

Zuvor hatte Schuhen sein Team durch zwei Glanztaten vor einem Rückstand bewahrt und damit dafür gesorgt, dass Hansa im zweiten Spiel in Folge ohne Gegentreffer blieb: In der 57. Minute lenkte der 24-Jährige einen Ornatelli-Schuss mit den Fingerspitzen über die Querlatte, und anschließend parierte er einen Kopfball von Kader (64.). „Zum Glück konnte ich mit links abspringen“, sagte Schuhen als er nach dem Abpfiff mit dick bandagiertem rechten Oberschenkel in Richtung Kabine humpelte. Seit der 50. Minute war der Keeper durch einen „Pferdekuss“ gehandicapt und drohte sogar auszufallen. „Es stand wirklich auf der Kippe“, sagte Schuhen, der aber auf die Zähne biss und bis zum Ende durchhielt. „Es war gut, dass er heute die Handschuhe anhatte“, lobte Trainer Christian Brand.

Ansonsten kam in den niveauarmen 90 Minuten kaum Freude auf – weder beim Coach noch bei den 4200 Zuschauern, darunter gut 800 Hansa-Fans. „Fußballerisch war das kein Leckerbissen“, resümierte Brand, der wegen der Platzverhältnisse kurzfristig seinen Matchplan änderte. „Wir sind rausgekommen, haben den Platz gesehen und wussten: Unseren Plan können wir komplett in die Tonne hauen“, sagte der Ex-Profi mit Blick auf den löchrigen und holprigen Rasen im Stadion Am Bornheimer Hang, der auf beiden Seiten kein geordnetes Fußball-Spiel zuließ und für manche unfreiwillige Slapstick-Einlage der Akteure sorgte. „Es war sehr schwer auf diesem Platz, wir haben aber alles versucht“, sagte Verteidiger Fabian Holthaus.

Safety first – Sicherheit zuerst – lautete die neue Marschroute der tief stehenden Rostocker, die dann auch nur ganz selten in die Nähe des Frankfrurter Gehäuses kamen. Die wenigen Möglichkeiten durch Grupe (35.), Quiring (47., 81.) und Andrist (49.) konnte Hansa nicht nutzen. Die größte Chance für die Gäste ließ Soufian Benyamina liegen, als er nach Väyrynen-Zuspiel aus zehn Metern abzog und an FSV-Keeper Pirson scheiterte (74.).

„Den Frankfurtern steht das Wasser bis zum Hals, die haben uns überhaupt nicht hinten rausspielen lassen“, erklärte Matthias Henn, der das Remis trotz des Chancenplus’ für die Gastgeber gerecht fand:

„Wir hatten heute ein bisschen Glück, aber das haben wir uns verdient – weil wir fleißig sind, weil wir wach sind und weil jeder sich voll reinhaut.“ Christian Brand schloss sich dem Urteil seines Innenverteidigers an: „Kämpferisch und von der Leidenschaft her war es absolut in Ordnung.“

Verrückte 3. Liga: Den fünften Auswärtssieg hat Hansa zwar verpasst, aber der Dusel-Punkt reicht, um den Abstand auf den Relegationsrang um einen Punkt schrumpfen zu lassen. Zum ersten Abstiegsplatz allerdings auch.

Benyamina lässt größte Hansa-Chance liegen

Hansa in der Einzelkritik:

Marcel Schuhen: Lange allenfalls bei Rückpässen der Vorderleute beschäftigt, avancierte der Keeper in der zweiten Halbzeit durch zwei Glanztaten (57., 64.) zum Punkt-Garanten. Beim Pfosten-Knaller von Ochs mit Glück (76.). Note 2

Maximilian Ahlschwede: Ungewohnte Patzer in der Defensive, nach vorne unpräzise und eigensinnig. 4,5

Matthias Henn: Ließ im Abwehrzentrum nichts anbrennen. 3

Marcus Hoffmann: Wie Henn wenig gefordert. Wenn es brannte, war er zur Stelle. 3

Fabian Holthaus: Wenn auch nicht alles gelang – der Linksverteidiger gefiel mit mutigen und schnellen Vorstößen. 3

Tommy Grupe: Viele Zweikämpfe, viele Sicherheitspässe, wenig Konstruktives. 4,5

Dennis Erdmann: Half mit, dass hinten die Null stand. Nach vorne ohne nennenswerte Impulse. 4

Stephan Andrist: Der Schweizer war vor allem in der ersten Halbzeit kaum zu sehen. Ließ gute Konterchance ungenutzt (49.). 5

Stefan Wannenwetsch: Um Aktionen bemüht, aber der Bischoff-Ersatz tat sich schwer und verzettelte sich oft. Ordentliche Standards. 4

Christopher Quiring: Fremdelt noch mit Hansa. Hohe Fehlpassquote, wenig Selbstvertrauen. 5

Soufian Benyamina: Konnte sich nur ein Mal gefährlich in Szene setzen, brachte aber die größte Hansa- Chance nicht im Tor unter (74.). 4,5

Tim Väyrynen: Gutes Zuspiel auf Benyamina, sonst blass. 4,5

Michael Gardawski: Bemüht, vor der Abwehr Lücken zu schließen. 4,5

Jeff-Denis Fehr: ohne Bewertung.

Sönke Fröbe

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