Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
So werden die DFB-Stars geschützt

London/Rostock So werden die DFB-Stars geschützt

Zwei Jahre nach dem Terror von Paris hat sich vieles verändert. Das Thema Sicherheit ist präsenter denn je.

London/Rostock. Die Szenen aus dem Pariser Stade de France sind vielen Nationalspielern noch immer in Erinnerung. „Die Gedanken an diese Gewalt schweben immer ein bisschen mit. Das gilt wahrscheinlich für jeden, der solche prägenden Erfahrungen gemacht hat“, sagt Mönchengladbachs Verteidiger Matthias Ginter. Er war dabei, als sich am 13. November 2015 ein IS-Attentäter vor dem Stade de France in die Luft sprengte, nachdem er es nicht ins Stadion geschafft hatte. Ursprünglich wollte der Mann während des Länderspiels Frankreich gegen Deutschland eine Bombe auf der Tribüne zünden und damit wohl Hunderte von Zuschauern töten.

Nur fünf Tage später wurde die Freundschaftspartie des DFB- Teams gegen die Niederlande in Hannover kurz vor dem Anpfiff abgesagt – aufgrund eines konkreten Terrorverdachts. Auch zwei Jahre nach den Anschlägen ist das Thema Sicherheit präsenter denn je. Aber was hat sich seitdem eigentlich getan?

Die Reisen und Auftritte des Weltmeisters sind längst zu einer organisatorischen und logistischen Herausforderung geworden. „Bedingt durch die Ereignisse von Paris und Hannover gibt es natürlich eine besondere Sensibilität für das Thema Sicherheit“, sagt Hendrik Große Lefert, Sicherheitsbeauftragter beim DFB. „Wir dürfen einerseits nicht in Panik verfallen, andererseits müssen wir unsere Planungen auf die Gefährdungsbeurteilungen ausrichten. Es gilt, eine sinnvolle Balance zu schaffen."

Als die Nationalelf am vergangenen Dienstag in Berlin zur Präsentation des neuen Trikots in der Veranstaltungshalle „The Base“ von Ausrüster Adidas auflief, war praktisch der komplette Stadtteil Reinickendorf abgeriegelt. Mannschaftswagen der Polizei standen an allen Straßenecken, bis unter die Zähne bewaffnete Beamten kontrollierten jeden Gast schon Hunderte Meter vor dem Eingang – solche Szenen sind bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft längst Normalität.

Auch gestern Abend beim Länderspiel im Londoner Wembley- Stadion dürfte es wieder verschärfte Kontrollen gegeben haben. Autos werden nicht nur durchleuchtet, sondern auch von Hunden gecheckt.

Rucksäcke und Taschen, die größer als DIN-A4 sind, durften nicht mit in den Innenraum genommen werden. So ist es inzwischen auch bei jedem Bundesliga-Spiel Vorschrift. Journalisten müssen ihre Taschen, Laptops und Kameras überprüfen lassen und wie am Flughafen Körperscanner durchlaufen.

Bereits Tage vor dem Spiel werden die Stadien abgeriegelt und durchkämmt, um mögliche Sprengstoffdepots zu verhindern oder zu entdecken. Die Zufahrtswege für die Mannschaften sind genauestens ausgesucht und echte Sicherheitsschleusen, die meisten Teambusse sind heutzutage gepanzert. Doch auch die schärfsten Kontrollen haben das Attentat auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vor dem Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco am 11. April 2017 nicht verhindert.

Seit den Anschlägen von Paris überwachen Spezialkommandos auch den Luftraum. Schließlich war es den Attentätern des IS damals sogar gelungen, einen ganzen Fernsehsender lahmzulegen. Warum sollte es ihnen also nicht auch gelingen, beispielsweise eine Drohne mit Sprengstoff in ein Stadion zu fliegen?

José Meneses und Björn Borgmann kümmern sich beim DFB um den Schutz der deutschen Nationalspieler und des ganzen übrigen Trosses. Sie sichern jede Trainingseinheit ab, stehen an den Eingängen der Mannschaftshotels, arbeiten mit Polizei und BKA zusammen. Bei der EM 2016 in Frankreich war Meneses' Truppe der Firma Men-sec mit 15 Sicherheitsmitarbeitern am und im Mannschaftsquartier in Évian im Einsatz – Tag und Nacht, rund um die Uhr.

Auch am Dienstag ist er wieder dabei, wenn es für den Weltmeister in Köln erneut gegen Frankreich geht. Selbstverständlich wird das Stadion auch dort wieder einer Festung gleichen – und es hoffentlich diesmal friedlich bleibt.

Heiko Ostendorp

Voriger Artikel
Mehr zum Artikel
Stralsund

Formstaal-Chef Thomas Kühmstedt (51) spricht im OZ-Interview über die großen Erwartungen der Schiffbauer an die MV Werften und erklärt, wie sein Unternehmen während der Branchenkrise erfolgreich bleiben konnte.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Mehr Sport
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Sonderseite Golfen in MV Immer mehr Menschen schwingen im Nordosten den Golfschläger. 16 000 Mitglieder hat der Landesverband inzwischen – zehn Mal mehr als Anfang des Jahrtausends. Lesen Sie auf unserer Sonderseite Geschichten über die Golfszene, Spieler aus dem Land und Prominente, die gern in MV golfen.
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.