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Spanierin Muguruza nimmt Williams French-Open-Titel ab

Paris Spanierin Muguruza nimmt Williams French-Open-Titel ab

Nach der Finalniederlage gegen Angelique Kerber in Australien muss Serena Williams den nächsten Grand-Slam-Titel abgeben. Bei den French Open setzt sich im Endspiel die Spanierin Garbiñe Muguruza durch. Damit hat ein Rekord von Steffi Graf weiter Bestand.

Paris. Serena Williams schien die Tränen bei der Ansprache an das Pariser Publikum herunterzuschlucken und lächelte nach der Niederlage gegen Garbiñe Muguruza tapfer.

Die Nummer eins der Tennis-Welt hat auch das zweite Grand-Slam-Finale des Jahres verloren und muss den French-Open-Titel der spanischen Aufsteigerin überlassen. Gut vier Monate nach der Endspiel-Niederlage gegen Angelique Kerber in Australien unterlag die Titelverteidigerin und dreimalige Siegerin 5:7, 4:6.

„Das ist das Turnier in Spanien. Ein Sieg hier ist das Maximum. Ich kann nicht in Worte fassen, was mir dieser Tag bedeutet“, sagte Muguruza und stemmte die silberne Coupe Suzanne Lenglen in die Höhe. Nachdem sich beim fünften Matchball ihr Rückhand-Lob zum Entsetzen von Serena Williams noch auf die Grundlinie senkte, schaute Muguzura erst ungläubig zu ihrem Trainer, ließ dann den Schläger fallen und sich freudetrunken in den roten Sand plumpsen.

Für die künftige Weltranglisten-Zweite Muguruza war es der größte Erfolg der Karriere und eine gelungene Revanche für das verlorene Wimbledon-Finale gegen Williams im vorigen Juli. Muguruza machte den zweiten Sieg im fünften Duell nach 1:43 Stunden mit dem fünften Matchball perfekt. Im spanischen Tennis gibt es damit eine zweite French-Open-Siegerin nach Arantxa Sanchez-Vicario. Sie hatte den letzten ihrer drei Titel im Stade Roland Garros vor 18 Jahren geholt.

Serena Williams verpasste ihren vierten Triumph in Paris und wie schon bei den Australian Open den 22. Grand-Slam-Einzeltitel. Die 34-jährige Amerikanerin konnte somit auch im zweiten Anlauf nicht den Profi-Rekord von Steffi Graf einstellen. „Ich habe nicht das Spiel gespielt, dass ich spielen muss, um zu gewinnen“, sagte sie.

In ihrem zweiten Grand-Slam-Finale setzte Muguruza von Anfang an ein paar Akzente mehr, mit einer Vorhand die Linie entlang gelang ihr das 4:2. Bei immer noch grauem Himmel, aber milderen Temperaturen als die gesamte Woche lang, versuchte Serena Williams ihrerseits, aggressiver zu spielen. Mit Erfolg, beim 5:4 lag sie in ihrem 27. Grand-Slam-Endspiel wieder vorn. Davon ließ sich die in Venezuela geborene Muguruza nicht beeindrucken und nahm Williams zum 6:5 erneut das Service ab. Danach wehrte sie zwei Breakbälle ab und holte sich mit einer krachenden Rückhand die Linie hinunter nach 56 Minuten den ersten Satz, in dem Muguruza genau einen Punkt mehr machte.

Zwei Jahre nach dem ersten Vergleich in Paris, den Muguruza gegen die damalige Titelverteidigerin in der zweiten Runde klar für sich entschieden hatte, schenkte ihr die Weltranglisten-Erste sofort das nächste Break. Zwar spielte sie vor den knapp 15 000 Fans besser als noch in Viertel- und Halbfinale, auch von Adduktorenproblemen war nichts zu sehen. Doch die zwölf Jahre jüngere Kontrahentin war beweglicher und konnte mehr Druck ausüben. Im zweiten großen Endspiel nach Wimbledon 2015 hatte die 22-Jährige zudem ihre Nerven im Griff.

Williams feuerte sich nach dem Spielgewinn zum 2:3 noch einmal mit einem durchdringenden „Come oooon“ an, beim 3:5 konnte sie in teilweise großer Manier vier Matchbälle abwehren. Doch das Aufbäumen nützte letztlich nichts mehr. Für den Triumph erhielt Muguruza zwei Millionen Euro Preisgeld, Williams bekam die Hälfte.

dpa

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