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Terror in Rio geplant? - Zelle agierte „amateurhaft“

Rio de Janeiro Terror in Rio geplant? - Zelle agierte „amateurhaft“

85 000 Polizisten und Soldaten sollen die ersten Olympischen Spiele in Südamerika im August schützen. Nun sind islamistische Terror-Pläne aufgeflogen - sie sollen aber nicht sehr konkret gewesen sein.

Rio de Janeiro. Nach der Festnahme von zehn Terrorverdächtigen gehen die brasilianischen Behörden von keiner strategisch geplanten Attacke auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro aus.

„Es handelt sich um eine Gruppe von Personen, die Terroristen verherrlichen“, sagte der zuständige Richter Marcos Josegrei da Silva nach Angaben der Nachrichtenagentur Agência Brasil im südbrasilianischen Curitiba. Es gebe aber bisher keine Hinweise auf konkrete Daten oder Ziele. Die Festgenommenen, alles Brasilianer, sind zwischen 20 und 40 Jahre alt.

Über das Internet hatten die Verdächtigen kommuniziert, Bewunderung für den Islamischen Staat (IS) geäußert und einzelne Mitglieder der virtuellen Zelle hatten den Lastwagen-Anschlag von Nizza mit über 80 Toten begrüßt. Der Fall hat in Brasilien aber viel Aufmerksamkeit hervorgerufen, weil hier der islamistische Terrorismus bisher keine Rolle spielte. Seit April hatten Polizei und Geheimdienst die Kommunikation über soziale Medien beobachtet. Es soll versucht worden sein, Kalaschnikows über das Internet zu kaufen. Der Justizminister Alexandre de Moraes sprach von einer „amateurhaften Zelle“ ohne Plan.

Nach zwei Mitgliedern wird noch gefahndet, die in mehreren Bundesstaaten festgenommen übrigen zehn Verdächtigen kamen für 30 Tage in Untersuchungshaft. An der Operation in zehn Bundesstaaten nahmen 130 Polizisten teil. Nach dem Anschlag von Nizza hatte die Regierung von Interimspräsident Michel Temer die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal überprüft. Rund 85 000 Sicherheitskräfte - mehr als doppelt so viel wie in London 2012 - sollen die Olympischen Spiele schützen. Zuletzt gab es mehrere große Anti-Terror-Übungen. Die Olympischen Spiele in Rio werden vom 5. bis 21. August ausgetragen.

dpa

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