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Thieme: Wir waren mutiger als viele andere nationale Stars

Thieme: Wir waren mutiger als viele andere nationale Stars

Der Springreiter aus Plau peilt seinen vierten Sieg beim Hamburger Derby an

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André Thieme und Voigtsdorfs Quonschbob meistern den Wall, eines der spektakulärsten Hindernisse beim Hamburger Derby.

Quelle: Fishing4

Rostock. Es ist wieder Derby-Zeit. Bei der ersten Qualifikation für das deutsche Springderby in Hamburg blieben gestern 20 der 52 Paare ohne Strafpunkte, darunter André Plath (Poel) auf Cosmic Blue und Philipp Makowei (Gadebusch) mit Chelsea. André Thieme (Plau/4 Strafpunkte), Holger Wulschner (Groß Viegeln/5) und Daniel Wascher (Redefin/8) nehmen heute den zweiten Anlauf. Die Strafpunkte werden nicht berücksichtigt .

Hamburg ist für die Reiter aus MV ein gutes Pflaster. Woher rührt das Erfolgsgeheimnis?

André Thieme: Das Hamburger Derby war für uns Mecklenburger schon zu Ost-Zeiten ein Begriff. Jeder hat das Springen im Fernsehen gesehen und gesagt: Das wollen wir mal mitreiten! Als Holger Wulschner 2000 als erster Ossi gewonnen hat, brach eine Euphorie aus. Seitdem ist das ein absolutes Highlight für uns. Wir haben uns richtig hochgeschaukelt und hatten das Glück, dass es im Land mehrere Trainingsplätze gab, auf denen die Derby-Hindernisse fast im Original nachgebaut wurden. Unter uns ist ein harter Konkurrenzkampf entbrannt, so dass wir über viele Jahre besser vorbereitet, erfahrener und mutiger als viele andere nationale Stars waren.

Sie haben das Derby auf Narcorde dreimal gewonnen, waren im Vorjahr auf Voigtsdorfs Quonschbob Zweiter. Was ist diesmal drin?

Thieme: Wir sind mittlerweile schon derbyerfahren. Von daher rechne ich mir sehr große Chancen aus.

Die Generalprobe in Redefin verlief enttäuschend. Quonschbob stoppte an einem Hindernis. Was war da los?

Thieme: Er hat ein bisschen Schiss gekriegt. Aber die gute Nachricht ist: Er ist superfit und hat in Redefin ein Superspringen hingelegt. Ich war zufrieden. Aber mit so einer Verweigerung ins Derby zu gehen, ist nicht unbedingt beruhigend. Die Hindernisse dort sind ja noch ein bisschen furchteinflößender.

Sie haben Quonschbob im Vorjahr in die USA verkauft. Wie kommt es, dass Sie ihn erneut reiten dürfen?

Thieme: Eigentlich wurde schon auf dem Derby beschlossen, dass ich mir Quonschbob noch einmal ausborgen darf. Ich habe ihn im Frühjahr während meiner Amerika-Zeit betreut und trainiert und durfte ihn zweimal bei großen Springen reiten. Jetzt haben wir ganz spezielles Derbytraining gemacht. Ich war auf der Anlage von Carsten-Otto Nagel in Wedel und muss sagen: Er fühlt sich super an, als ob er erst gestern das Derby gegangen wäre. Sensationell!

Was zeichnet ein gutes Derby- Pferd aus?

Thieme: Es muss von Natur aus unheimliche Kraft und eine etwas größere Lunge, sprich Ausdauer, mitbringen. Das kann man nicht alles antrainieren. Wenn‘s ans Springen geht, muss das Pferd am besten so vorsichtig wie möglich sein, so hoch wie möglich springen können und jede Sekunde den Überblick behalten, also cool und abgeklärt sein. Am Tag X muss es top austrainiert und ausgeruht sein.

Die Derby-Hindernisse sind schon beängstigend. Da ist sehr viel Mut nötig.

Und Quonschbob vereint diese Tugenden?

Thieme: Ja. Quonschbob ist zwar nicht der Größte und Kräftigste, aber ein richtiger Ausdauerläufer. Er hat schon immer mehr Kondition gehabt als alle anderen Pferde. Er ist immer zappelig, hat viel mehr Energie als die anderen, ist ganz beweglich, intelligent und pfeilschnell.

Wann müssen Sie ihn wieder abgeben?

Thieme: Quonschbob wird noch ein oder zwei Wochen Urlaub bei mir kriegen und dann fliegt er in sein neues Zuhause nach Virginia.

Ist eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro noch ein Thema für Sie?

Thieme: Ich gehöre zu diesem Kreis. Der ganz große Fokus wird sicher auf die aktuellen Top fünf gelegt. Nichtsdestotrotz hat mir der Bundestrainer schon Ende der vergangenen Saison gesagt, dass die Tür auf keinen Fall zu ist. Wenn ich mich weiterhin empfehle, besteht diese Chance. Mit Conthendrix hatte ich eine super Amerika-Tournee. In Hagen ist er zweimal null geritten. Das hat auch der Bundestrainer mitbekommen. Jetzt werden die Pläne geschürt, welcher Nationenpreis, welcher Große Preis noch folgt, um mich zu empfehlen. Wenn alles supergut laufen würde und die anderen vielleicht schwächeln, weiß man nie, was passiert.

Sie spielen Fußball in der Altherren-Truppe von Lübz. Ist das mit Blick auf die eigene Karriere nicht zu gefährlich?

Thieme: Normalerweise ist das nicht sehr klug und zum Glück wissen die Bundestrainer auch nicht, wie ernst ich das betreibe. Viele Mannschaften kennen mich und nehmen Rücksicht. Aber es gibt auch zwei, drei Experten, die besonders viel Freude haben, mir die Beine wegzuhauen. Da muss man schon hier und da aufpassen.

Wulschner war erster Derby-Sieger aus MV

6 Reiter aus MV starten beim Hamburger Derby: André Thieme (Plau am See) mit Voigtsdorfs Quonschbob, Holger Wulschner (Groß Viegeln) mit Catch Me, Benjamin Wulschner (Groß Viegeln) mit Arunna, Philipp Makowei (Gadebusch) mit Chelsea, André Plath (Poel) mit Cosmic Blue, Daniel Wascher (Redefin) mit Lamarco.

2000 gewann mit Wulschner erstmals ein Reiter aus MV das Derby. Thieme triumphierte 2007, 2008 und 2011. Thomas Kleis war 2009 nicht zu schlagen.

1250 Meter lang ist der Derby-Parcours. Die Reiter-Pferd-Paare müssen 17 Hindernisse mit 26 Sprüngen meistern.

Größte Attraktion ist der 3,50 m hohe Wall mit 80-Grad-Gefälle. Zu den weiteren berühmt-berüchtigten Hindernissen gehören „Pulvermanns Grab“ — ein zwei Meter breiter Wassergraben mit je einem Steilsprung davor und dahinter — und die beiden „Irischen Wälle“.

Von Interview von Stefan Ehlers

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