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Total verunsichert in die nächste Pleite

Total verunsichert in die nächste Pleite

Empor-Handballer verlieren daheim gegen Aufsteiger Konstanz mit 28:33.

Rostock. Beim HC Empor besteht seit gestern Abend mehr Handlungsbedarf als je zuvor. Das hat der Auftritt der Rostocker Zweitliga-Handballer gegen die HSG Konstanz mehr als deutlich gezeigt. Trotz aller guten Vorsätze und weniger guten Vorgaben zog eine total verunsicherte HCE-Sieben gegen den starken Aufsteiger vom Bodensee nach 60 Minuten ebenso klar wie verdient mit 28:33 (12:16) den Kürzeren. Das einzig Positive aus Sicht der Hausherren: Sie verhinderten vor 700 Zuschauern in der Ospa-Arena eine durchaus mögliche Niederlage mit zehn oder mehr Toren Differenz.

OZ-Bild

Empor-Handballer verlieren daheim gegen Aufsteiger Konstanz mit 28:33.

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Klubchef Jens Gienapp, der vier Punkte aus drei Spielen gefordert hatte, kündigte Konsequenzen an. Ob Trainer Robert Teichert im Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Nordhorn-Lingen auf der Bank sitzt, ließ er offen (siehe nebenstehendes Interview).

Teichert führte die erneute Schlappe – die siebente in Folge – vor allem auf die Offensivfehler zurück. „Wenn man so viele Bälle verwirft wie wir, wird es in dieser Liga schwer“, sagte der 38-Jährige. Zu den Spekulationen um seine Person wollte er sich wie schon beim Spiel am vergangenen Mittwoch gegen den VfL Bad Schwartau (23:30) nicht äußern. Gestern musste er mitansehen, wie seine Mannschaft einmal mehr keine konstante Leistung über 60 Minuten abrufen konnte.

Zwei Führungen in der Anfangsphase – das war’s gegen einen Aufsteiger, der nach 7:3 Punkten aus fünf Auswärtsspielen vor Selbstbewusstsein strotzte. So wurde der Unterschied zwischen dem Wissen um die eigene Leistungsfähigkeit und der totalen Verunsicherung mit zunehmender Dauer immer deutlicher. Schon nach 23 Minuten waren die Gäste erstmals auf sechs Tore enteilt (14:8) – und schon zu diesem Zeitpunkt waren die Hausherren eigentlich geschlagen.

Das lag zum einen an den deutlichen Vorteilen der HSG auf der Torhüterposition, zum anderen kamen die Konstanzer Außen Fabian Schlaich (7 Tore) und Gregor Thomann (10) zu oft zu einfach zum Zuge.

Wenn Robert Teichert seiner Deckung dennoch bescheinigte, dass sie „schon besser als zuletzt“ agiert habe, sagt das ebenso viel über die derzeitigen Defensivfähigkeiten der Rostocker wie die 33 Gegentore in eigener Halle – bei allen Problemen mit der Chancenverwertung einfach zu viel.

Einer der wenigen Empor-Akteure, die sich nach der neuerlichen Pleite äußern wollten, war Julius Heil. Aufklärendes hatte der Rückraumspieler allerdings auch kaum beizutragen. „Ich weiß nicht, woran es liegt“, sagte der 20-Jährige, der vor ein paar Wochen noch nicht einmal im Traum daran gedacht hatte, dass er jetzt fast 60 Minuten durchspielen muss. Während Neuzugänge verletzt (Jaeger) oder wegen fehlender Klasse (Iliopoulos, Konsel) auf der Bank schmoren, müssen die „jungen Wilden“ mehr und mehr ran. Derzeit ist es eine Last, der sie nicht gewachsen sind.

Hausgemachte Probleme

Die Handballer des HC Empor Rostock taumeln dem Abstieg entgegen. Der erhoffte Befreiungsschlag blieb aus. Stattdessen setzte es gegen Aufsteiger Konstanz die nächste Pleite. Trainer Robert Teichert dürfte sie den Job gekostet haben. Die Vorgabe des Vorstandes – vier Punkte aus drei Spielen – kann er nicht mehr erfüllen.

Damit setzt der Verein seine Null-Konstanz-Politik fort. Acht Geschäftsführer und acht Cheftrainer standen in den zurückliegenden zehn Jahren in Diensten des HCE. Zudem durchliefen mehrere Marketing-Chefs, Berater und Mitarbeiter der Geschäftsstelle den Klub.

Die Probleme sind hausgemacht. Der finanziell arg gebeutelte Verein musste im Sommer den Rotstift ansetzen. Empors blutjunge Truppe wurde von vornherein als Abstiegskandidat gehandelt. In der wohl schwierigsten Saison seit der Wende hätte ein junger Coach wie Teichert Rückendeckung benötigt. Doch statt mit ihm wurde über ihn gesprochen. Das Ultimatum der Klubführung an die Adresse des Trainers war Ausdruck eines unsäglichen Krisenmanagements.

Nun heißt es einmal mehr: Der Nächste, bitte! Die Verpflichtung eines externen Trainers kostet Geld. Dabei wäre es viel wichtiger, in neue Spieler zu investieren.

Ob der Neue das Ruder herumreißen kann, ist fraglich. Die Truppe ist völlig verunsichert, aber talentiert. Ihr gehört die Zukunft. In der Gegenwart benötigt sie vor allem eines: Punkte!

DREI FRAGEN AN...

1 28:33 gegen Aufsteiger Konstanz. Wie bewerten Sie den Auftritt der Mannschaft? Das ist eine Niederlage, mit der wir nicht gerechnet haben. Wir sind fest davon ausgegangen, dass wir dieses Spiel gewinnen werden.

2 Woran machen Sie die Niederlage fest? Man kann es generell sicherlich nicht am Trainer festmachen, aber wenn man sich andere Mannschaften anguckt, sind die vom Spielerpotenzial her nicht besser. Bei Konstanz haben fünf Leute durchgespielt. Die spielen ein System und das ist in jedem Spielzug erkennbar. Da wird ein schneller, sauberer und fehlerfreier Ball gespielt. Wir hingegen verlieren den Ball schon beim Abspiel, also in ganz normalen Situationen. Man hat den anderen angesehen, dass sie auf den Punkt fit und präsent waren. Sie haben jedes Tor gefeiert. Wenn bei uns ein Tor gefallen ist, haben nur die Leute auf der Bank gejubelt.

3 Sie hatten vier Punkte aus drei Spielen gefordert. Diese Vorgabe kann Trainer Robert Teichert nicht mehr erfüllen. Muss er gehen? Natürlich müssen wir darüber nachdenken, was wir verändern können, damit die Mannschaft eine Führung und eine Struktur bekommt. Da gibt es mehrere Optionen. Kann man den Trainer unterstützen? Kann man neue Spieler holen? Oder holt man sich einen neuen Trainer? Das sind Fragen, mit denen wir uns in den kommenden Tagen befassen müssen. Wir können ja nicht zugucken, wie wir Handball spielen, der nicht mal mehr attraktiv ist.

Stefan Ehlers und Burkhard Ehlers

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