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Turbulentes Derby voller Emotionen

1. FC Magdeburg 1:1 FC Hansa Rostock Turbulentes Derby voller Emotionen

In der Nachspielzeit rettet Gebhart einen Punkt für Hansa - und sieht danach Gelb-Rot. Auch zwei Magdeburger fliegen vom Platz.

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Schreien ihren Jubel nach dem 1:1 heraus: Soufian Benyamina, Torschütze Timo Gebhart, Tommy Grupe und Matthias Henn (v.l.).

Quelle: Lutz Bongarts

Magdeburg. Dramatik pur, explodierende Emotionen und ein Happy End mit Schattenseiten für Hansa: Die Rostocker erlebten am Sonnabend beim 1. FC Magdeburg das turbulenteste Ostderby seit ihrer Drittliga-Zugehörigkeit. Der Last- Minute-Ausgleich von Timo Gebhart zum 1:1 (0:1) nach einer wilden Aufholjagd wurde von den 2300 mitgereisten Fans zwar wie ein Sieg bejubelt.

Gleichzeitig sorgte der Rostocker Anhang mit einer Pyro-Orgie aber auch für den Tiefpunkt der Partie, die zweimal unterbrochen werden musste. Für Hansa könnten diese Entgleisungen noch folgenschwere Konsequenzen haben (siehe Beitrag unten).

„Das war 'ne abgefahrene Nummer“, kommentierte Hansa-Coach Christian Brand die insgesamt 97 Spielminuten. Sein Magdeburger Kollege Jens Härtel war nach dem späten Gegentor einerseits „extrem angefressen“, meinte aber auch: „Ein tolles Spiel, es ging hin und her, beide haben sich nichts geschenkt – ein gelebtes Derby.“

Das in der hitzigen Schlussphase noch einmal richtig hochkochte. Eine halbe Stunde lang waren die Rostocker in Überzahl nach dem Gelb-Rot für Christopher Handke (65.) ideen- und chancenlos dem Rückstand hinterhergejagt. Für das 1:0 hatte FCM-Torjäger Christian Beck (43.) kurz vor der Pause nach dem schönsten Magdeburger Spielzug gesorgt. Doch in der turbulenten Nachspielzeit rammte Timo Gebhart die Kugel nach einem Garbuschewski-Freistoß mit einem wuchtigen Kopfstoß doch noch in die Maschen: „Dieses Tor wollte ich zu 110 Prozent.“ Innerhalb von Sekunden wurde Hansas Bester dann aber zum tragischen Helden. Weil er sich das Trikot vom Leib riss und vor den Magdeburger Zuschauern provokant jubelte, kassierte er gleich zweimal Gelb, also Gelb-Rot. Magdeburgs Nils Butzen, der Gebhart in der Rudelbildung nach dem Ausgleich umgestoßen hatte, sah glatt Rot.

„Ich mache die Faust vor den gegnerischen Fans, weil ich von dort öfter beleidigt worden bin im Spiel“, sagte Gebhart, der im sechsten Saisoneinsatz bereits seine zweite Ampelkarte kassierte. „Das ist natürlich scheiße. Ich hätte da einfach cooler bleiben müssen, aber ich fand es auch nicht so schlimm.“ Dass der 27-Jährige vom Platz flog, konnte auch Christian Brand nicht so ganz nachvollziehen: „Gelb wegen Provozierens der Fans – das ist für mich tatsächlich neu. Das ist ja ein Auswärtsspiel. Wo soll man sonst jubeln?“

Der Coach hatte nach dem emotionsgeladenen Duell „ganz viele Abschnitte im Kopf“. So die erste Viertelstunde, als Gebhart (5.) und der überhastet abschließende Andrist (12.) die Hansa-Führung auf dem Fuß hatten. Dann die Phase bis zur Pause, als seine Mannschaft „anfing zu daddeln“ (Brand) und Glück hatte, dass sie nur mit einem Gegentor in die Kabine ging. „Die erste Halbzeit war eine Katastrophe“, fand Torhüter Marcel Schuhen, der mehrmals stark parierte. Als die Gäste nach der Pause neu justiert zur Aufholjagd ansetzten, wurden sie von den Pyro-Attacken ihrer Fans und den zwei Unterbrechungen erst einmal gebremst. „So was ist natürlich ein bisschen doof. Man kommt mit Spannung aus der Kabine, und dann ist der Stecker gezogen. Dann muss man erst mal wieder runterfahren“, sagte Brand.

Dass die Hansa-Profis sich danach schnell wieder hochfuhren und mit aller Macht gegen einen starken Gegner in hitziger Atmosphäre noch einen Punkt erkämpften, war die erfreulichste Erkenntnis des Derbys. „Diese Spiele sind wichtig für den weiteren Saisonverlauf“, meinte der Coach zufrieden: „Da geht es um Moral, um Haltung, um niemals aufgeben. Ich will die Mentalität in der Mannschaft haben, dass wir jedes Spiel gewinnen können.“

Statistik

Magdeburg: Glinker - Handke,

Hammann, Schiller - Löhmannsröben, Brandt (90.+2 Puttkammer) - Butzen, Sowislo, Schwede - Beck (84. Düker), Kath (68. Chahed).

Rostock: Schuhen - Jänicke, Henn,

Kofler, Gardawski - Grupe, Erdmann (66. Garbuschewski) - Andrist

(72. Ülker), Wannenwetsch, Bülbül

(82. Benyamina) - Gebhart.

Tore: 1:0 Beck (43.), 1:1 Gebhart (90.+3).

Schiedsrichter: Brand

(Unterspiesheim).

Zuschauer: 21001.

Rote Karte: Butzen nach Tätlichkeit (90.+4). Gelb-Rote Karten: Handke wiederholtes Foulspiel (65.); Gebhart Unsportlichkeit (90.+4). Gelbe Karten: Löhmannsröben, Brandt / Kofler.

Kai Rehberg

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