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Übergangslösung bei Regionalliga-Reform

Rostock Übergangslösung bei Regionalliga-Reform

Vor dem DFB-Bundestag fanden die Landesverbände bei dem umstrittenen Thema erst spät einen Kompromiss / Nordost-Meister steigt 2019 direkt auf

Rostock. Das Scheitern der brisanten Regionalliga-Reform im deutschen Fußball wurde gestern in letzter Minute verhindert. Vor dem Außerordentlichen Bundestag des DFB in Frankfurt/Main fand sich für das umstrittene und seit Monaten heiß diskutierte Projekt, das heute beschlossen werden sollte, erst am Abend ein Kompromiss. Noch am Mittwoch hatten sich die Vertreter der 21 Landesverbände bei einem Gipfeltreffen mit DFB-Präsident Reinhard Grindel nicht auf eines der vorgeschlagenen Modelle einigen können. Deshalb wurde bereits erwogen, das Thema komplett von der Agenda zu streichen.

Worum geht es? Seitdem die Regionalliga 2011 von drei auf fünf Staffeln erweitert wurde, steht der Aufstiegs-Modus in der Kritik. Denn nicht alle Meister gehen hoch in die 3. Liga. Derzeit spielen die Tabellenersten der fünf Staffeln (Nord, Nordost, West, Südwest, Bayern) und der Südwest- Zweite in der Relegation drei Drittliga-Aufsteiger aus. Drei (Meister-) Klubs bleiben auf der Strecke – eine unbefriedigende Regelung.

Nun haben sich die Landesverbände nach zähem Ringen überraschend doch noch auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt. Er sieht für die Spielzeiten 2018/19 und 19/20 eine Übergangslösung mit vier Regionalliga-Aufsteigern vor. So soll sie aussehen:

– Aus der 3. Liga steigen vier (bisher drei) Mannschaften ab.

– Aus der Regionalliga Südwest steigt der Meister in den kommenden zwei Spielzeiten direkt auf. Dafür verzichtet die Staffel auf ihren bisherigen zweiten Platz für den Vizemeister in der Relegation.

– Hinzu kommen zwei feste Aufsteiger aus den übrigen vier Regionalligen.

– Der Meister der Regionalliga Nordost steigt am Ende der Saison 18/19 direkt auf.

– Welcher Regionalliga-Meister den dritten festen Aufstiegsplatz in dieser Spielzeit erhält, soll per Auslosung festgelegt werden. Die übrigen beiden Meister der Regionalliga-Spielzeit 2018/19, die dann in der Saison 2019/20 einen festen Aufstiegsplatz erhalten, ermitteln in einer Relegation aus Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger.

Alle Reformansätze gehen davon aus, vier Regionalligisten aufsteigen zu lassen. Dafür hat die 3. Liga als Kompromiss einen vierten Abstiegsplatz geopfert. Doch an den Aufstiegs-Regularien schieden sich die Geister. Der Vorschlag, die Meister künftig aus vier statt der bisher fünf Staffeln direkt aufsteigen zu lassen, hätte Reformwillen der fünf Regionalverbände vorausgesetzt. Die Bereitschaft dazu ist jedoch wenig ausgeprägt.

Zahlreiche ostdeutsche Vereine sahen sich in den meisten bisherigen Aufstiegsmodellen deutlich benachteiligt. Proteste waren vorprogrammiert, Klagen angedroht. Den Vorschlag von DFB-Präsident Grindel lehnten die sieben Nordost- Drittligisten strikt ab. Grindel plädierte für zwei direkte Aufsteiger aus den Regionalligen West und Südwest. Die Meister aus dem Norden, Nordosten und Bayern sollten zwei weitere Aufsteiger ausspielen. Es sei nicht im Sinne der Fairness, wenn nur einige Regionalverbände von einer Neuregelung profitieren, „während zum Beispiel die Drittligisten des NOFV im Falle eines Abstiegs weiterhin durch den Flaschenhals der Aufstiegsspiele müssten – andere Vereine aber direkt aufsteigen dürften“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung der sieben Klubs von Rostock bis Zwickau.

Das Problem der Drittligisten: Sie können über die Neuordnung selbst nicht mitentscheiden. Obwohl die dritthöchste deutsche Fußball-Profiliga einen Jahresumsatz von 160 Millionen Euro verzeichnet, verfügt sie beim DFB weder über Sitz noch Stimme. Abstimmen über die Reform werden heute rund 130 Delegierte aus den 21 DFB-Landesverbänden.

Kai Rehberg

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