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Unglaubliche Pechstein: 61. Medaille mit fast 45 Jahren

WM-Silber Unglaubliche Pechstein: 61. Medaille mit fast 45 Jahren

Das hätte ihr wohl kaum jemand zugetraut. Kurz vor ihrem 45. Geburtstag düpiert Claudia Pechstein die Weltelite und läuft ein Rennen wie zu besten Zeiten. Anteil am WM-Silber der ältesten Medaillen-Gewinnerin der Eisschnelllauf-Geschichte haben die Ärzte.

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Claudia Pechstein hat bei der WM-Silber über die 5000 Meter gewonnen.

Quelle: Jerry Lampen

Gangneung. Claudia Pechstein hat sich dank einer phänomenalen Energieleistung mit WM-Silber über 5000 Meter zur ältesten Medaillen-Gewinnerin der Eisschnelllauf-Geschichte gekrönt und ihr insgesamt 61. Edelmetall bei Olympia, WM oder EM gewonnen.

„Ich habe heute Geschichte geschrieben. Das ist echt eine historische Medaille. Und wieder eine neuer Weltrekord in der Altersklasse Ü44“, meinte Pechstein. Elf Tage vor ihrem 45. Geburtstag sorgte die Berlinerin auf dem schnellen Eis vor 4000 Zuschauern für eine Riesen-Überraschung und ließ auf ihrer Spezialstrecke in starken 6:53,93 Minuten die Niederländerinnen hinter sich.

Pechstein war beim Gewinn ihrer 30. Medaille bei Einzelstrecken-WM (5/13/12) so schnell wie nie seit ihrer Zweijahres-Sperre zwischen 2009 und 2011. Noch stärker war nur Olympiasiegerin Martina Sablikova aus Tschechien in 6:52,38 Minuten, die sich ihren insgesamt 17. WM-Titel sicherte. Bente Kraus belegte in persönlicher Bestzeit von 7:00,62 Minuten den achten Rang. „Wahnsinn, was Claudia in ihrem Alter da vollzieht. Aber auch ich habe mit der neuen Trainings-Belastung einen großen Schritt nach vorn gemacht“, meinte die Berlinerin.

Pechstein, deren Flug nach Korea noch vor einer Woche wegen Rücken- und Oberschenkelproblemen infrage stand, dankte den Ärzten und verriet zugleich, dass sie mit einem völlig neuen Kufenschliff ein Risiko eingegangen sei. „Am Ende habe ich alles richtig gemacht. Auch das Weglassen der 3000 Meter hat sich ausgezahlt“, meinte sie zufrieden lächelnd. Dank konstanter Rundenzeiten zermürbte sie die Konkurrenz und legte in 32,22 Sekunden eine schnellere Schlussrunde hin als ihre teils 20 Jahre jüngeren Gegnerinnen.

Ihren Finger-Geste begründete Pechstein mit den Worten: „Heute war Zahltag. Die Welt wartet doch darauf, dass ich endlich aufgebe. Der Finger galt allen, die mir Erfolg nicht gönnen oder Scheiße über mich schreiben.“

Komplimente galten unterdessen ihrem US-Trainer Peter Mueller. „Wenn man im Training mit der Zunge auf dem Eis schleift, dann sagt er nur trocken: Claudia, Du bist nicht müde. Dafür schätze ich ihn“, meinte sie schmunzelnd und musste - wie zuvor schon rund 700 Mal - natürlich zur Doping-Kontrolle.

Ein Traum ging mit der Bronzemedaille über 10 000 Meter auch für Patrick Beckert in Erfüllung. In einem faszinierenden Steigerungslauf verbesserte der Erfurter in 12:52,76 Minuten seinen deutschen Rekord von 2015 gleich um 2,25 Sekunden und erkämpfte seine zweite WM-Plakette nach Bronze im selben Jahr.

„Das war mega geil. Ich freue mich riesig, dass mein Plan so gut aufgegangen ist“, meinte Beckert. „Vor allem, weil so viele gezweifelt haben, dass man so einen Erfolg auch auf dem ganz eigenen Weg erreichen kann“, sagte der Thüringer von Glücksgefühlen überwältigt. Immer wieder hatte er vor Freunde die Fäuste in die Luft gestoßen, ehe er völlig entkräftet auf die Bahnbegrenzung sank.

Nicht unglücklich war am Samstag auch Nico Ihle, obwohl er 24 Stunden nach Silber über 500 Meter sein zweites Edelmetall haarscharf verfehlte. „Ich habe alles rausgehauen. Mehr ging nicht“, sagte der Chemnitzer nach Platz vier über 1000 Meter. In 1:08,89 Minuten fehlten ihm nur elf Hundertstelsekunden zu Bronze.

Beide Titel bei den Herren gingen an die Niederländer. In 12:38,89 Minuten eroberte Rekordchampion Sven Kramer über 10 000 Meter seinen insgesamt 27. WM-Gold. Die 1000 Meter entschied Weltcup-Dominator KjeldNuis in 1:08,26 Minuten für sich.

dpa

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