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VFC Plauen baut Team für Flüchtlinge auf

Plauen VFC Plauen baut Team für Flüchtlinge auf

Der sächsische Fußball-Oberligist bemüht sich um Integration von Asylbewerbern.

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Etteas aus Marokko, Barry aus Libyen und Abdul aus Gambia (v.l.) aus dem Integrationsteam des VFC Plauen.

Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

Plauen. In gelben Trikots laufen junge Männer über den Rasen des Plauener Vogtlandstadions, spielen sich den Fußball zu, versuchen Tore zu schießen. Fast könnte der Beobachter meinen, er schaue bei einer ganz normalen Trainingseinheit des VFC Plauen zu. Doch dann fällt auf: Die Akteure sprechen miteinander Arabisch.

„Eigentlich ist Trainingssprache ja Deutsch“, sagt Trainer Ulrich Sörgel. Doch nur wenige der Männerhaben sich die Sprache schon in ausreichendem Maße aneignen können. Einige sprechen schon gut Deutsch, bei anderen helfen ein paar Brocken Englisch, ansonsten übersetzen sie die Anweisungen des Trainers eben für den Rest der Truppe auf Arabisch.

So wie der 30-jährige Mohammed. Der Tunesier ist seit zwei Jahren in Deutschland, hat die Sprache gelernt, wartet aber noch immer auf seine Anerkennung als Flüchtling. „Ich habe als Elektriker gearbeitet, als Taxifahrer“, berichtet er. Wenn er dürfte, würde er sich sofort um Arbeit bemühen.

Um die Männer aus der Isolation der Asylbewerberheime herauszuholen, machen die Plauener ihnen das Angebot, in der kürzlich eingerichteten Integrationsmannschaft zu kicken. „Beim SV Babelsberg gab es die Idee schon früher, dort haben wir uns auch Tipps geben lassen“, berichtet Projektleiter Eric Holtschke. Die Nachfrage sei von den Asylbewerbern gekommen, der Verein habe sich zu der Aufgabe bekannt.

Nicht alle waren jedoch damit einverstanden. „Es hat auch ein anonymes Schreiben von jemandem gegeben, der äußerte, er sei VFC-Mitglied und werde nun aus dem Verein austreten“, erzählt Holtschke, der auch im Vorstand des Vereins sitzt. Doch das seien Einzelmeinungen, sagt er.

Unklar ist noch, ob es das Integrationsteam eventuell auch im Ligabetrieb geben wird. Während Holtschke dies anstrebt, ist Trainer Sörgel skeptisch. „Ich denke, es wäre besser, wenn sich einzelne Spieler in den Mannschaften in und um Plauen integrieren ließen“, sagt er. Viele der Flüchtlinge hätten schon in ihren Heimatländern aktiv gespielt, viele könnten für die Vereine in der Region ein Gewinn sein, ist sich Sörgel sicher. So einer wie Barry etwa. Der 29-jährige Libyer hat in seiner Heimat zehn Jahre als Profi gespielt, war sogar zwei Jahre in Birmingham engagiert.

 



Jörg Aberger

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