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Weltmeister! Zeuge serviert de Carolis ab

Potsdam Weltmeister! Zeuge serviert de Carolis ab

In einem tollen Boxkampf überzeugt der Schützling von Jürgen Brähmer mit Herz, Willen und Leidenschaft / Albon Pervizaj verlässt Schwerin und wechselt als Profi zu Kulttrainer Ulli Wegner

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Angriffslustig: Tyron Zeuge schickt den Italiener Giovanni de Carolis zu Boden.

Quelle: Imago/camera 4

Potsdam. Als der vorzeitige Sieg seines Schützlings Tyron Zeuge feststeht, gibt es für Jürgen Brähmer kein Halten mehr. Der 38 Jahre alte Schweriner springt in der Ringecke auf, reißt jubelnd den linken Arm in die Höhe und schreit seine Freude heraus. Dass Stallgefährten ihm in die Arme fallen, erlebt Brähmer wie in Trance. Die Anspannung löst sich erst nach Mitternacht. „Ich freue mich einfach, dass sich Tyron selbst belohnt hat für die Arbeit. Das war toll“, lobt Brähmer den neuen WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht. Der 24 Jahre alte Zeuge krönte seinen starken Auftritt gegen den Italiener Giovanni de Carolis mit einem K.o. in der zwölften Runde und ist damit nach Graciano „Rocky“ Rocchigiani der zweitjüngste Weltmeister der deutschen Box-Geschichte.

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In einem tollen Boxkampf überzeugt der Schützling von Jürgen Brähmer mit Herz, Willen und Leidenschaft / Albon Pervizaj verlässt Schwerin und wechselt als Profi zu Kulttrainer Ulli Wegner

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„Das ist ein Kindheitstraum. Wenn der wahr wird, kann man das nicht in Worte fassen“, meinte Zeuge. Er fühle sich müde, freue sich aufs Ausschlafen und auf das Chili con Carne, das ihm seine Freundin Mandy versprochen hat. Viel mehr war dem neuen Champion, der vor zehn Monaten fast 20 Kilo mehr auf den Rippen hatte, frustriert war und ans Aufhören dachte, nicht zu entlocken. Brähmer, der Zeuge an dessen Tiefpunkt auffing und zusammen mit seinem neuen Trainer Konrad Mittermeier in Bestform brachte, versprach weitere Großtaten: „Wir sind erst am Anfang. Da geht noch mehr.“

Während sich de Carolis („Tyron war einfach schneller und stärker als ich“) als fairer Verlierer präsentierte, sieht Promoter Kalle Sauerland den Berliner als „neues Aushängeschild für das deutsche Boxen“.

Zwölf Runden lang lieferten sich Zeuge und de Carolis einen temposcharfen Schlagabtausch, der die 2300 Besucher in der Potsdamer Halle am Luftschiffhafen und die 1,72 Millionen Fernsehzuschauer begeisterte. Kopf an Kopf standen sich die Boxer gegenüber – bis einer explodierte und Kombinationen abfeuerte. Der Gegenschlag seines Kontrahenten folgte prompt. Ein Wahnsinns-Duell! Prädikat Kampf des Jahres. Promoter Kalle Sauerland schwärmte: „Das war wie in einem Drehbuch für einen Rocky-Film – es ging hin und her.“

„Du holst dir die letzte Runde“, gab Brähmer seinem Schützling zu Beginn des zwölften Durchgangs mit auf den Weg. Und der bis dahin führende Zeuge, der mit Herz, Willen und Leidenschaft überzeugte, legte noch einen drauf. Erst schickte er de Carolis zu Boden, dann setzte er nach – bis Ringrichter Roberto Ramirez den Kampf 19 Sekunden vor dem Schlussgong abbrach. „Ich hatte genug Power, um noch eine Schippe draufzulegen“, freute sich Zeuge, der für den perfekten Abschluss einer grandiosen Woche für den Sauerland-Boxstall sorgte. Nach der Vertragsverlängerung mit dem TV-Partner Sat.1 haben die Hauptstädter nun neben Jack Culcay einen weiteren Weltmeister in ihren Reihen. Als neue Schwergewichts-Hoffnung präsentierte Sauerland Albon Pervizaj. Der 21 Jahre alte deutsche Meister von 2014 beendet seine Amateurlaufbahn und wechselt zu Kulttrainer Ulli Wegner. Ein schwerer Schlag für den BC Traktor Schwerin, der nach dem Greifswalder Florian Schulz (22, Karriereende) einen weiteren talentierten Schwergewichtler verliert.

Bewerbungen von jungen Boxern flattern Jürgen Brähmer nahezu täglich ins Haus. Anfang kommenden Jahres will er sein eigenes Gym in Schwerin eröffnen. Ein passendes Objekt habe er bereits gefunden, verrät der gebürtige Stralsunder, der seinen WM-Gürtel Anfang Oktober durch eine verletzungsbedingte Aufgabe an den Waliser Nathan Cleverly verloren hatte. Nun beginnt für ihn die Vorbereitung auf den Rückkampf. „Der wird wohl Ende Februar, Anfang März kommen“, sagt Brähmer. „Ich hoffe, dass wir den Kampf nach Rostock bekommen.“

Stefan Ehlers

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