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„Wir sind überzeugt vom Kader“

„Wir sind überzeugt vom Kader“

Hansas neuer Sportchef René Schneider über die vergebliche Suche nach Offensiv- Verstärkung, Mittelmaß und den Hunger auf mehr.

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Sie tragen bei Hansa die sportliche Verantwortung: Vorstandsmitglied René Schneider (l.) und Cheftrainer Christian Brand.

Quelle: Lutz Bongarts

Der Posten des Sportdirektors bei Hansa wurde in den vergangenen Jahren zum Schleudersitz. Wie sitzen Sie darauf?

René Schneider: Ich weiß natürlich, dass ein Sportlicher Leiter in erster Linie auch am Erfolg gemessen wird. Für mich ist die Aufgabe aber total reizvoll. Vor allem die Arbeit mit dem Nachwuchsbereich. Ich habe mein Konzept und meine Ideen und möchte mit dem gesamten Team hier etwas auf die Beine stellen und entwickeln.

Sie sind jetzt fast zwei Monate im Amt. Was ist der größte Unterschied zwischen dem Job im Hansa-Vorstand und davor an der Spitze des eigenen Vereins?

Schneider: Jetzt bin ich im Profi-Fußball – davor habe ich 13 Jahre meine Fußballschule aufgebaut. Das ging genauso nur in Teamarbeit, wie wir jetzt auch bei Hansa im Team etwas bewegen wollen. Alle sind hier mit viel Herz und Leidenschaft dabei.

Sie haben Hansas Niedergang jahrelang aus der Distanz beobachtet. Mit Wut oder Mitleid?

Schneider: Ich habe das mit Abstand verfolgt. Natürlich tat es mir leid, dass Mitarbeiter entlassen werden mussten, weil der Verein in früheren Jahren auf zu großem Fuß gelebt hat. Das ist Vergangenheit. Ich weiß, dass der Verein Potenzial hat, das es nun auszuschöpfen gilt.

Das heißt?

Schneider: Zu meiner aktiven Zeit war das familiäre Klima einer der Bausteine für den sportlichen Erfolg. Dahin müssen wir wieder kommen: zu einem Miteinander vom Platzwart bis zum Vorstandsvorsitzenden. Wenn ich durch die Büros gehe, merke ich, dass auch die Mitarbeiter das wollen.

Sie haben mit Christian Brand und Uwe Ehlers ehemalige Mitspieler an Ihrer Seite, die den FC Hansa sehr gut kennen. Wird die Last der Verantwortung, die auf Ihnen dreien liegt, dadurch noch schwerer?

Schneider: Natürlich tragen wir viel Verantwortung. Aber wir sind vom Fach, können uns im Sechs-Augen-Gespräch austauschen. Wir kennen uns zwar von früher, trotzdem lernt man erst jetzt so richtig, wie der andere tickt. Jeder hat mittlerweile andere Erfahrungen gemacht. Man darf auch Stefan Karow (Torwarttrainer/d. Red.) nicht vergessen, den ich vom FC Förderkader kenne, und Björn Bornholdt als Fitnesstrainer. Das Ganze ist eine Teamarbeit, und ich bin einer der Teamplayer.

Sie haben durch Ihren späteren Einstieg bei Hansa nur die letzten zwei der sechs Neuzugänge geholt (Fehr, Gebhart). Entspricht der Kader trotzdem Ihren Vorstellungen?

Schneider: Ich glaube, dass wir eine stabile Mannschaft haben. Sie hat unter Christian in der vergangenen Rückrunde bewiesen, dass sie funktioniert. Es ist ein Vorteil, dass sie zum Großteil zusammengeblieben ist. Sie wurde im Sommer punktuell verstärkt. Wir haben in den ersten Punktspielen gesehen, dass wir mit anderen mithalten können, die wesentlich mehr investiert haben, wie Münster oder Halle. In der Mannschaft steckt genügend Potenzial, um nach zwei sorgenreichen Jahren in ruhigem Fahrwasser zu schippern.

Vielleicht auch oben?

Schneider: Das Trainerteam und ich sehen es als unsere Aufgabe an, aus der Mittelmäßigkeit rauszukommen. Das ist zum Teil auch Kopfsache. Die Jungs müssen lernen, dass sie mehr wollen. Das ist ein Prozess, der tägliche Arbeit erfordert. Es ist ein entscheidender Punkt, um erfolgreich zu sein.

Es wurden keine Verstärkungen für den Angriff geholt. Woran lag's?

Schneider: Das Budget war da, aber wir wollten das Geld gut anlegen. Wir haben viele Spieler angeboten bekommen, wollten aber eine Verstärkung, die uns wirklich gleich weiterhelfen kann. Sicherlich gab es zwei, drei, die wir gern geholt hätten. Aber wenn man bei einem Erst- oder Zweitligisten anklopft, ist es schon vom Gehalt her schwierig. Wir wollten unser Gehaltsgefüge nicht sprengen. Außerdem haben Bundesliga-Spieler oft auch andere Ambitionen.

Ziemer und Platje sind bisher torlos, Benyamina fehlt noch wochenlang. Gehen Sie ohne neue Offensivkraft ein Risiko ein?

Schneider: Überhaupt nicht. Wir sind überzeugt von unserem Kader. Und wir haben ja mit Fehr und Gebhart offensive Leute geholt. Der Fokus in den kommenden Wochen liegt nun darauf, dass wir weiter hinten stabil stehen und im Spiel nach vorn neue Ideen entwickeln, um zum Torerfolg zu kommen. Die Qualität des Kaders gibt es auf jeden Fall her. Vor allem die Defensive muss als Mannschaftsblock lernen, mehr nach vorn mitzuarbeiten.

Ist das der Hauptgrund, warum Hansa bisher erst zwei Tore erzielt hat?

Schneider: Einige Spieler konzentrieren sich zu sehr darauf, hinten die Null zu halten. Natürlich baut darauf alles auf. Aber wenn es nach vorne abgeht, muss die ganze Mannschaft mitmachen. Ich war selbst Abwehrspieler, und Toreschießen hat mir immer Spaß gemacht. Bei uns sieht das Nach- vorn-Verlagern im Moment noch etwas holprig aus. Aus der Zentrale heraus konnten wir bisher nicht entsprechend wirken, dass die Stürmer regelmäßig treffen.

Muss sich das Team am vierten Rückrunden-Platz der Vorsaison messen lassen?

Schneider: Es wäre vermessen, nach zwei verkorksten Spielzeiten zu sagen: Wir greifen jetzt vorn an. Das ist ein Wunsch, und natürlich haben wir Hunger, dass hier mehr passiert.

Aber zum jetzigen Zeitpunkt geht es darum, Stabilität reinzubekommen, die Mannschaft dahin zu führen, dass sie selbstbewusst an ihre Leistungsgrenze herankommt. Das ist mein Ziel.

Großes Fragezeichen hinter Gardawski

Neben der Zwangspause von Marcus Hoffmann (Knie) droht in Michael Gardawski ein zweiter Hansa-Stammspieler morgen in Aalen auszufallen. Der Kapitän leide an Rückenproblemen, die bis in die Muskulatur ausstrahlen, so Trainer Christian Brand: „Bei ihm gibt es ein großes Fragezeichen. Wir reisen deshalb mit 19 Spielern an.“

In die Startelf drängen die Neuzugänge Timo Gebhart (Offensive) und Jeff- Denis Fehr (linke Seite).

Hansas Spieltermine bis Ende November stehen fest: 30. 9. (Fr.): SC Paderborn (A); 15. 10. (Sa.): VfL Osnabrück (H); 22. 10. (Sa.): MSV Duisburg (A); 29. 10. (Sa.):

Mainz II (H); 5. 11. (Sa.): 1. FC Magdeburg (A); 19. 11. (Sa.): Werder Bre-

men II; 25. 11. (Fr.): Wiesbaden (A).

Interview von Kai Rehberg

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