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„Besser, besser und nochmals besser“: Verfügung an Vettel

Melbourne „Besser, besser und nochmals besser“: Verfügung an Vettel

Der Mythos Ferrari muss durch Erfolge genährt werden. Deshalb fordert sie Fiat-Boss Sergio Marchionne auch ein. Riesiger Druck lastet auf Sebastian Vettel und der Scuderia. Warum ist die Titelsehnsucht bei diesem Team nur so groß?

Melbourne. Sebastian Vettel und die Scuderia ereilte kurz vor der ersten Etappe ihrer Formel-1-Titelmission die nächste Verfügung des Ferrari-Patrons. Das Team sei bereit für eine Erfolgsserie, ließ Fiat-Boss Sergio Marchionne seine Truppe in Melbourne wissen.

Was er denn davon halte, wurde Vettels Teamchef Maurizio Arrivabene gefragt. „Es ist doch ganz normal, dass der Präsident von dir verlangt, im zweiten Jahr nicht weniger zu leisten als im ersten“, entgegnete Arrivabene. „Der Präsident ist dafür da, seine Leute anzutreiben, es besser, besser und nochmals besser zu machen.“

Marchionnes Worte sind deutlich. Er will den ganz großen Erfolg, und er will ihn in diesem Jahr. 2007 wurde in Vettels aktuellem Teamkollegen Kimi Räikkönen letztmals ein Ferrari-Pilot Weltmeister. 2008 holte die Scuderia zuletzt die Konstrukteurs-WM. Seitdem war das Team mit dem „cavallino rampante“ (aufbäumendes Pferdchen) im Logo zwar immer wieder nah dran. Doch nah dran zu sein, ist für einen Marchionne nicht genug. „Wenn wir zehn Jahre lang keinen Titel holen sollten, wäre das eine Tragödie“, hatte er verkündet.

Man hätte das sicher sachlicher formulieren können. Aber das wäre eben nicht Ferrari. Die Scuderia ist vielleicht der komplizierteste, launischste und anstrengendste aller Formel-1-Rennställe. Das hat zunächst mal nichts mit einem Chef wie Marchionne zu tun. Das ist in erster Linie der Geschichte der Scuderia geschuldet. Kein anderes Team ist in der Königsklasse des Motorsports schon so lange dabei wie der Rennstall aus Maranello. Seit dem ersten WM-Jahr 1950 rasen die italienischen Grand-Prix-Pioniere schon um Titel.

Und wie! 16 Konstrukteurs- und 15 Fahrer-Weltmeisterschaften gewann Ferrari. Da kommt bei weitem kein anderer Rennstall mit. „Ferrari ist die Formel 1 und die Formel 1 ist Ferrari“, sagte einmal Chefvermarkter Bernie Ecclestone. Dieser Mythos muss aber mit Titeln stetig befüttert werden. Und dafür ist Vettel da.

Ein Jahr wurde ihm zum Neuaufbau gewährt. Mit drei Grand-Prix-Siegen funktionierte das auch gut. Dieses Jahr aber wäre das nicht mehr genug. „Wir wären auch gerne im ersten Jahr schon Weltmeister geworden“, versicherte Vettel. 2015 musste sich der viermalige Champion aber mit einem dritten Platz in der Fahrerwertung hinter den Mercedes-Dauersiegern Lewis Hamilton und Nico Rosberg begnügen.

„Mit 21 Rennen ist diese Saison extrem lang, daher haben wir ein bisschen Zeit, wenn der Start nicht zu 100 Prozent perfekt sein sollte“, sagte Vettel beim Grand Prix von Australien. Mehr als Position acht war für den Heppenheimer zum Abschluss der ersten beiden Trainingseinheiten am Freitag nicht drin.

„Wir wollen uns in Australien als das Team präsentieren, das es zu schlagen gilt“, gab Marchionne seiner Formel-1-Belegschaft vor der langen Reise mit auf den Weg. Das ist der Anspruch.

Fast alle großen Piloten fuhren für Ferrari. Ob Juan Manuel Fangio, Niki Lauda, Alain Prost oder natürlich Rekord-Weltmeister Michael Schumacher - die Historie dieses Rennstalls zog sie an. Dahinter verbirgt sich aber die Notwendigkeit extrem harter Arbeit. Sonst lassen sich nicht die erwarteten Erfolge erzielen, um auch die verwöhnten Tifosi glücklich zu machen. „Druck ist Teil unseres Jobs“, sagte Arrivabene, „das gehört einfach dazu.“

dpa

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