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Der Tag des Flammen-Infernos für Niki Lauda

Hockenheimring Der Tag des Flammen-Infernos für Niki Lauda

Ein Auto in Flammen. Drinnen Niki Lauda. Der Österreicher überlebt. Schwer gezeichnet. Er verarbeitet das Drama schnell. Wird im Jahr drauf zum dritten Mal Weltmeister. Ein Stoff für Hollywood.

Hockenheimring. Es bleibt der Tag, an dem Niki Lauda einen der schrecklichsten Unfälle der Formel-1-Geschichte wie durch ein Wunder überlebte. Am 1. August 1976, 40 Jahre ist es her. Das, was der dreimalige Weltmeister in seiner typischen Art längst als „Barbecue“ bezeichnet.

Ein Flammeninferno in der „Grünen Hölle“ des Nürburgrings. „Für mich ist es ein Tag wie jeder andere. Ich stehe nicht vor dem Spiegel und sage: Hurra, hurra, ich lebe!“, sagte Lauda in einem Interview der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Sieben Wochen nach dem verheerenden Crash saß Lauda schon wieder hinterm Steuer seines Formel-1-Ferrari. Die WM damals verlor er um lediglich einen Punkt gegen den Lebenmann und Playboy James Hunt. Im Jahr darauf gewann der stets technikaffine und -besessene Niki Lauda aber zum dritten Mal die Weltmeisterschaft.

„Ich bin nach sechs Monaten wieder so gefahren wie früher oder sogar besser, und das kann man nur dann, wenn man ein Problem hundertprozentig gelöst hat. Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie, nicht lange daheim zu sitzen und darüber nachzugrübeln, warum und wieso mir das Ganze widerfahren ist“, sagte Lauda einmal.

Ein unfassbares und nahezu unglaubliches Drama - wie gemacht für Hollywood. Starregisseur Ron Howard verfilmte es, Daniel Brühl spielte Lauda. Und er war von Beginn an fasziniert von dem Österreicher. „Er hat seinen Körper und seinen Geist punktgenau im Griff. Er kann Ängste beiseiteschieben“, sagte Brühl.

Was Lauda durchlitt, ist kaum vorstellbar. 27 Jahre war er damals, zweimaliger Weltmeister, Titelverteidiger. Auf dem abtrocknenden Kurs in der Eifel kam er mit seinem Ferrari von der Strecke ab, prallte gegen eine Felswand und wurde über die Fahrbahn geschleudert.

Der Wagen ging in Flammen auf, brannte lichterloh. Konkurrenten retteten ihn, zogen Lauda aus dem Auto. Er weiß davon nichts mehr. Lediglich der Moment, als er aus der Box fuhr, ist in Erinnerung geblieben. Sie setze erst wieder auf dem Weg „in irgendein Krankenhaus“ ein.

In einer Spezialklinik in Ludwigshafen kämpften Ärzte um das Leben von Lauda. Mehrere Tage musste ihm die Lunge abgesaugt werden. Es müssen schreckliche Qualen gewesen sein.

Geblieben sind von dem Unfall die äußerlichen Narben. Die rote Kappe, die ein Großteil davon am Kopf verdeckt, ist weltberühmt und längst auch zum Markenzeichen des 67-Jährigen geworden. Aufgrund der Medikamente ließ allerdings die Leistung seiner Nieren nach. Zwei Transplantationen musste er über sich ergehen lassen.

Nicht der eigene Unfall vor 40 Jahren ist für den TV-Experten und Mercedes-Teamaufsichtsratschef aber das, was ihn bisher am härtesten traf. 1991 war eine Maschine von Lauda-Air auf dem Flug von Bangkok nach Wien abgestürzt. 223 Menschen kamen ums Leben. „Das war das Schlimmste in seinem Leben“, sagte Lauda.

dpa

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