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Ferrari mit Cockpitschutz - Räikkönen: Sicht okay

Barcelona Ferrari mit Cockpitschutz - Räikkönen: Sicht okay

Die Rote Göttin trug einen „Heiligenschein“. So heißt der neue Kopf-, bzw. Cockpitschutz, der 2017 in der Formel 1 eingeführt werden soll. Ferrari-Fahrer Räikkönen fand die Sicht okay. Der Deutsche Nico Rosberg positionierte sich: „Ich bin dafür“.

Barcelona. Nach dem ersten Test des „Heilgenscheins“ auf dem Wagen von Formel-1-Konkurrent Ferrari stellte Nico Rosberg seinen Fans gleich die Geschmacksfrage.

„Was denkt ihr über das neue Kopf-Schutzsystem?“, schrieb der zweimalige Vizeweltmeister von Mercedes am Donnerstag bei Facebook über einem Foto des Ferraris, dessen Cockpit mit dem Sicherheitssystem Halo („Heiligenschein“) ausgerüstet war. Rosberg urteilte später selbst: „Riesen Verbesserung der Sicherheit. Es wird auch okay aussehen letztendlich. ICH BIN DAFÜR!“

Eine Online-Umfrage des Fachmagazins „auto, motor und sport“ ergab allerdings, dass über Dreiviertel der Teilnehmer gegen den Cockpitschutz votierte. Der Internationale Automobilverband, zuständig für die Regeln und die Sicherheit, warb aber umgehend weiter für das System, das die Fahrer vor herumfliegenden Trümmerteilen schützen sollen. Die erste Einschätzung von Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen wertete die FIA als vielversprechend. Die Sicht sei okay und durch die Streben nicht beeinträchtig gewesen.

Entwickelt wurde das Halo-System von Mercedes. Es beruht auf einem ringförmigen Bügel. Dieser ist praktisch über den Helm des Piloten gespannt. In der Mitte wird er an einer vertikalen Strebe fixiert.

Bei den Probefahrten auf dem Circuit de Catalunya-Barcelona fuhr Räikkönen eine Runde mit dem zusätzlichen Kopf-Schutzsystem, ehe es von seinem Wagen wieder entfernt wurde. Die Fahrer seien glücklich, dass sich die Technik-Experten der Teams auf eine solche zusätzliche Lösung für 2017 geeinigt hätten, hatte der Vorsitzende der Fahrergewerkschaft GPDA, Alexander Wurz, gesagt.

Vor allem nach den Unfällen 2009 waren die Diskussion um einen Kopfschutz oder geschlossene Cockpits für die Piloten wieder entfacht. Damals war John Surtees in einer Formel-Rennserie von einem herumfliegenden Reifen getroffen worden und gestorben.

In der Formel 1 hatte Felipe Massa durch eine Stahlfeder, die gegen sein Helm gekracht war, monatelang aussetzen müssen. Ob womöglich ein derartiges Sicherheitssystem die letztlich tödlichen Verletzungen von Jules Bianchi, als dieser im Oktober 2014 in Japan unter einen Bergungskran gerast war, hätten verhindern können, weiß man nicht.

Rosberg betonte, dass er die zweifelsohne auffällige Konstruktion optisch okay finde. „Man kann es aber noch ein bisschen besser machen“, meinte der 30-Jährige.

dpa

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