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Rosberg holt Pole in Baku - Rivale Hamilton patzt

Baku Rosberg holt Pole in Baku - Rivale Hamilton patzt

Der WM-Führende Nico Rosberg holt sich im Mercedes die Pole Position beim Großen Preis von Europa in Baku. Auch weil sein Teamkollege und Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton sich einen dicken Patzer erlaubt. Der Deutsche hat beste Chancen, nach drei Pleiten zu kontern.

Baku. Bei der schnellsten Stadtrundfahrt in der Formel 1 hat Nico Rosberg ein Zeichen im Titelkampf gesetzt.

Mit einer fehlerlosen Leistung eroberte der Mercedes-Pilot in der Qualifikation zum Großen Preis von Europa in Baku die Pole Position und stahl seinem Stallrivalen und Weltmeister Lewis Hamilton nach dessen groben Fahrfehler auf dem aufregenden Kurs die Show.

„Echt cool gelaufen heute. Im Qualifying ging es drunter und drüber“, sagte der WM-Führende nach seiner dritten Pole in dieser Saison und der 25. seiner Karriere. Lob gab es von Team-Aufsichtsrat Niki Lauda: „Besser als Nico kann man das nicht machen. Er ist mit weniger Risiko auf die Pole gefahren.“

Hamilton hatte zuviel gewagt. Zwei Minuten vor dem Ende der Qualifikation knallte er an die Mauer und beschädigte seinen Wagen. Am Ende blieb nur Platz zehn. „Für den Unfall gibt es keine Erklärung, es waren meine Fehler“, sagte er einsichtig. Dabei hatte Hamilton die Trainingseinheiten am Freitag und auch die Übungssession am Samstagmittag dominiert und an seine starke Form nach den beiden Siegen in Monaco und Montréal angeknüpft. „Gestern hatte ich einen fantastischen Rhythmus. Aber heute stimmte überhaupt nichts mehr“, meinte der Brite.

Rosberg hat seinen schärfsten Rivalen im Titelkampf für das Rennen am Sonntag (15.00 Uhr MESZ) aber längst nicht abgeschrieben. „Wir dürfen niemals Lewis vergessen. Er kann immer nach vorne fahren, auch vom zehnten Platz“, meinte er.

In der bisweilen turbulenten Qualifikation bei der Premiere in Aserbaidschans Hauptstadt fuhr der gebürtige Wiesbadener im Schlussabschnitt in 1:42,758 Minuten auf dem 6,003 Kilometer langen Baku City Circuit die absolut beste Zeit. Der Mexikaner Sergio Perez hatte im Force India als Zweiter deutliche 0,757 Sekunden Rückstand. Dritter wurde Daniel Ricciardo im Red Bull. Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel fuhr im Ferrari exakt dieselbe Zeit wie der Australier und wurde Vierter, da Ricciardo die 1:43,966 Minuten nur Sekunden vor ihm erreicht hatte.

Die beiden ehemaligen Teamkollegen hatten in der verbleibenden Minuten nach dem Hamilton-Crash noch versucht, ihre Ergebnisse zu verbessern. „Zeitgleich zu sein ist natürlich bitter“, meinte der Heppenheimer. „Ich habe die ersten zwei, drei Kurven nicht optimal genutzt und dort die Zeit verloren.“

Da Perez wegen eines Getriebewechsels nach einem Unfall im Training am Mittag um fünf Plätze in der Startaufstellung strafversetzt wird, rücken Ricciardo und Vettel nach vorn. Der Red-Bull-Pilot steht neben Rosberg in der ersten Reihe, Vettel kommt dahinter auf Startplatz drei neben seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen.

Enttäuschend verlief das Ausscheidungsrennen für Nico Hülkenberg. Der Teamkollege von Perez schied als Zwölfter im zweiten Abschnitt aus und ärgerte sich über eine vertane Chance. „Das Auto hat sehr viel Potenzial. Wir gehören eigentlich ganz weit nach vorne“, meinte der Rheinländer. Pascal Wehrlein wurde im unterlegenen Manor 18.

Spektakuläre Crashs wie der von Hamilton in der Qualifikation oder der von Perez im Training zuvor waren am Samstag die Ausnahme, dafür aber gab es wie schon am Freitag zahlreiche Bremsfehler. Mit Spitzengeschwindigkeiten von über 350 Stundenkilometern gilt die Strecke am Kaspischen Meer als der schnellste Stadtkurs in der Formel-1-Geschichte.

„Wir habe eine der aufregendesten Qualifikationen gesehen seit langer Zeit“, sagte Rosberg und ist sich sicher: „Es wird ein aufregendes Rennen.“ Nach drei zuletzt enttäuschenden Grand Prix hat er beim achten Saisonlauf beste Chancen zu kontern. In der Gesamtwertung liegt der viermalige Saisonsieger mit 116 Punkten nur noch neun Zähler vor Hamilton (107 Punkte). Dritter ist der in dieser Saison noch sieglose Vettel mit 78 Punkten.

dpa

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