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Vor 20 Jahren in Barcelona: Schumachers 1. Ferrari-Sieg

Barcelona Vor 20 Jahren in Barcelona: Schumachers 1. Ferrari-Sieg

Michael Schumacher feierte seinen ersten Sieg für Ferrari auf dem Circuit de Catalunya. Im Regen. Es war eine famose Fahrt. Eine, an die sich auch der jetzige Ferrari-Teamchef bestens noch erinnert.

Barcelona. Da war er. Ganz oben. Zum ersten Mal im roten Dress von Ferrari. Michael Schumacher. Vor 20 Jahren auf dem Circuit de Catalunya.

„Wenn mich jemand gefragt hätte, was ich darauf wetten würde, hätte ich nicht einen Pfennig gesetzt“, sagte er damals. Es war das Jahr 1996. Es war Schumachers siebtes Rennen für die Scuderia in der Formel 1, es war sein erster Sieg im Ferrari. Zwei Jahrzehnte später sind die Erinnerungen an Schumachers sensationelle Fahrt im Regen noch immer präsent.

„Ich war an dem Tag hier“, berichtete der aktuelle Scuderia-Teamchef Maurizio Arrivabene am Rande des Großen Preises von Spanien. Schumacher habe ihn nach dem Rennen umarmt, man habe zusammen etwas getrunken, erzählte Arrivabene: „Es war ein sehr, sehr gutes Gefühl.“

Es kam einer ersten Erlösung gleich. Auf dem Podium hörte Schumacher mit breitem Lächeln die Hymnen, erst die deutsche für ihn, dann die italienische für den Rennstall. Für weitere 71 Rennsiege sollte sich dieses musikalische Prozedere in den Jahren danach wiederholen. „Er ist Teil der Geschichte von Ferrari“, betonte Arrivabene. „Ja, Michael ist jeden einzelnen Tag in unseren Herzen.“

Das war er schon, als die Welt des Michael Schumacher noch in Ordnung war. Erst recht aber, seit er mit den Folgen seines schweren Skifunfalls Ende 2013 kämpft. Nur engste Vertrauten wissen, wie es dem mittlerweile 47-Jährigen wirklich geht. Nach seinem schweren Schädel-Hirn-Trauma, einem tagelangen Kampf um Leben und Tod und monatelangem Koma wahrt die Familie des erfolgreichsten Formel-1-Piloten der Welt dessen Privatsphäre. Bestätigte Details über seinen Zustand gibt es keine, wüste Spekulationen dagegen viele.

„Leider können wir das, was passiert ist, nicht ändern“, sagte Schumachers Managerin Sabine Kehm vor drei Monaten bei der Eröffnung einer Ausstellung über den siebenmaligen Weltmeister; ihre Stimme stockte dabei. Man könne nur geduldig hoffen und ihn bei allem unterstützen, „dass er eines Tages wieder dabei sein wird“. Wann das sein könnte, ob das jemals wieder passieren wird? Darüber gibt es keine Informationen. Was allen bleibt, ist die Hoffnung.

Welche Kämpferqualitäten in Schumacher stecken, zeigte er auch an jenem Sonntag auf dem Kurs in Katalonien. Am Start streikte die Kupplung, Schumacher fiel vom dritten Platz noch weiter zurück. Was dann folgte, firmiert auf der Homepage des Rekordtitelträgers als „das rote Wunder von Montmelo“.

Er holte auf, ging in Führung und gewann mit deutlichem Vorsprung. Und das alles, obwohl an seinem Ferrari ab der Hälfte der Renndistanz nur noch acht der zehn Zylinder funktionierten. „Das ist unglaublich, es ist ein tolles Gefühl. Ich kann es mit Worten kaum beschreiben“, sagte Schumacher nach seinem Erfolg. Noch zweimal konnte Schumacher im Jahr 1996 gewinnen, ansonsten überwogen Probleme. Bis seine bislang weiter unerreichte Titelserie begann, musste er bis zum Jahr 2000 warten.

Fünfmal in Serie holte Schumacher den Titel, zwei hatte er vor seinem Wechsel von Benetton nach dem erneuten WM-Triumph 1995 bereits eingefahren. 1991, vor 25 Jahren, war Schumacher in die Königsklasse des Motorsports eingestiegen. Der Anfang einer Ära, die nach der Saison 2006 zunächst zu Ende ging. Schumacher trat zurück, kam aber zur Saison 2010 für Mercedes noch einmal für drei Jahre wieder.

Rennen wie damals auf dem Circuit de Catalunya gewann er während dieser Zeit nicht mehr, Sympathien schon. Was seinen Fans und Wegbegleitern bleibt, sind die Erinnerungen. Solche, wie die an Schumachers ersten Ferrari-Sieg im strömenden spanischen Regen.

dpa

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