Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Burghardt düpiert die Top-Sprinter

Chemnitz Burghardt düpiert die Top-Sprinter

Jahrelanger Edelhelfer holt sich ersten Straßen-Meistertitel / Rostocker Greipel nicht unter Top 20

Chemnitz. Ein loyaler Helfer als großer Sieger: Marcus Burghardt hat sich zum ersten Mal in seiner langen Karriere in seinem Heimspiel in Chemnitz den deutschen Meistertitel der Radprofis gesichert. Nach 213,4 Kilometern setzte sich der 33-Jährige gestern zeitgleich vor seinem Teamkollegen, Ex- Meister Emanuel Buchmann aus Ravenburg, durch. „Ich habe so lange darauf gewartet: Endlich hat's mal geklappt. Ich bin unendlich glücklich“, sagte Burghardt, der sieben Jahre das Chemnitzer Sportinternat besucht hatte, gerührt.

Auf Rang drei mit 43 Sekunden Rückstand fuhr der unglückliche John Degenkolb, der mit einer mutigen Attacke zwei Runden vor Schluss alles auf eine Karte gesetzt hatte. „Ich habe gekämpft, ich bin offensiv gefahren. Ich bin stolz auf den dritten Platz“, sagte Degenkolb. Die drei Erstplatzierten gehen am kommenden Sonnabend beim Grand Départ der 104. Tour de France in Düsseldorf mit großen Erwartungen an den Start.

Burghardt, der noch zwei Jahre mit Jan Ullrich in einem Team fuhr, war außer sich vor Freude. „Ich bin durch die schlechten und guten Zeiten des deutschen Radsports gegangen“, sagte er dazu. Er freut sich auf nächsten Sonnabend: „Es ist fantastisch, mit dem deutschen Meistertrikot in Düsseldorf am Tourstart zu stehen. Jahrelang habe ich Helferdienste geleistet, jetzt bekam ich etwas zurück.“ Sein Teamkollege Buchmann hatte am letzten Anstieg die letzte Attacke gesetzt und konnte sich absetzen.

„Ich habe dann auf Marcus gewartet. Er ist ein superwichtiger Helfer für uns und ich wusste, wie wichtig ein Sieg für ihn hier sein würde“, erklärte der zierliche Ex-Champion aus dem stark taktierenden Bora-hansgrohe-Team, der bei der Tour auf das Weiße Trikot als bester Nachwuchsfahrer spekulieren kann.

Einzelkämpfer John Degenkolb hatte in einer mutigen Attacke versucht, das von rund 20000 Zuschauern verfolgte Rennen zwei Runden vor Schluss für sich zu entscheiden. Seine Flucht war aber am letzten Anstieg beendet. Er konnte auch in der flachen Anfahrt zum Ziel die Bora- hansgrohe-Offensive nicht mehr kontern.

André Greipel aus Rostock, der nicht unter die Top 20 kam, und Marcel Kittel fahren zwar ohne das Meistertrikot nach Düsseldorf – aber mit großen Hoffnungen. Die Topsprinter wollen nicht erst auf den ersten avisierten Massensprint im Ziel der zweiten Etappe in Lüttich warten. Bereits beim Auftakt-Zeitfahren, bei dem der alte und neue deutsche Meister Tony Martin zu den Favoriten gehört, wollen beide alles geben. „Am Sonnabend werde ich probieren, so wenig Zeit wie möglich zu verlieren. Chancen auf Gelb gibt's wahrscheinlich nicht mehr so oft, man wird nicht jünger“, sagte der 34-jährige Greipel.

Bei den Frauen feierte Lisa Klein aus Völklingen einen Überraschungssieg. Die 20-Jährige siegte als Schnellste einer 13-köpfigen Spitzengruppe mit weniger als einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor der großen Favoritin und dreimaligen Weltmeisterin Lisa Brennauer. Klein gilt als größtes deutsches Talent. Ab Donnerstag geht die Duracherin erstmals beim Giro d'Italia an den Start.

Andreas Zellmer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Garz

Hafenstädter verkaufen sich bei vorerst letztem Landesklasse-Auftritt teuer

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Radsport
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Sonderseite Golfen in MV Immer mehr Menschen schwingen im Nordosten den Golfschläger. 16 000 Mitglieder hat der Landesverband inzwischen – zehn Mal mehr als Anfang des Jahrtausends. Lesen Sie auf unserer Sonderseite Geschichten über die Golfszene, Spieler aus dem Land und Prominente, die gern in MV golfen.
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.