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Froome, Cavendish, Yates: „Rule Britannia“ bei der Tour

Culoz Froome, Cavendish, Yates: „Rule Britannia“ bei der Tour

Chris Froome ist so gut wie durch, Cavendish gewinnt vier Etappen, Yates überrascht nach den ersten zwei Tour-Wochen als überragender Newcomer: Die Briten lösen die Deutschen ab und bestimmen die Tour.

Culoz. Die fortwährende Sprint-Show des Mark Cavendish, Chris Froome als Dramatiker und etwas anmaßender Tour-Patron, dazu Adam Yates als überragender Newcomer nach zwei Tour-Wochen: Die Briten beherrschen erneut die Tour de France - noch eindeutiger als in den zurückliegenden Jahren.

„Die Tour ist zugunsten Froomes entschieden“, urteilte Cyrille Guimard, früherer Teamchef des fünfmaligen Toursiegers Bernard Hinault, nach den dramatischen Ereignissen auf dem Mont Ventoux und dem ersten großen Zeitfahren nach La Caverne.

Acht Tage vor Tour-Ende wird die Zahl der Zweifler an Froomes drittem Toursieg immer geringer. Keine Doping-Diskussion, keine Unterstellungen, keine Fragen nach Körpergewicht und maximaler Sauerstoff-Aufnahme: Froome konnte sich bei dieser Tour im Großen und Ganzen auf das Wesentliche konzentrieren. Dabei griff er zunächst in die Trickkiste. Der spindeldürre Brite verblüffte die Konkurrenten als genialer Abfahrer vom Peyresourde und Sprinter in Montpellier.

Dann kam der Französische Nationalfeiertag, an dem Froome die Spitzengruppe warten ließ, weil drei seiner Sky-Teamkollegen gestürzt waren und der Chef anschließend auch noch eine kleine Toilettenpause einlegte. Anschließend brauchte er auch noch die Hilfe der Jury, die den Unfall mit zwei Motorrädern und Fan-Horden zu seinen Gunsten wertete. Trotz verlorener Zeit und einer unfreiwilligen Einlage als Fußgänger Richtung Gipfel wurde die tatsächlich verlorene Zeit nicht angerechnet.

Froome bedankte sich im Anschluss artig bei den Organisatoren, die Konkurrenz war not amused. „Ich fand die Entscheidung nicht korrekt und intransparent. Einige wurden bevorteilt, einige benachteiligt. Es gab keine klare Linie“, sagte Klassikerjäger John Degenkolb. Für eine Art ausgleichende Gerechtigkeit soll Froomes Hauptwidersacher Nairo Quintana auf besondere Art gesorgt haben. Der Kolumbianer soll sich beim Aufstieg zum Ventoux im finalen Chaos am neutralen Begleitmotorrad festgehalten haben, berichteten spanische Medien.

Der Weg von Adam Yates, der vor dem Ziel der 7. Etappe von der zusammenstürzenden Markierung für die letzten 1000 Meter fast begraben und verletzt wurde, führt bisher bei seiner zweiten Tour-Teilnahme ohne Irritationen unbeirrt nach oben.

Der 23 Jahre alte Brite vom australischen Orica-BikeExchange-Team attackierte am Lac de Peyrolle, verfolgte Froome allein auf dem Ventoux und nahm im Zeitfahren Quintana sieben Sekunden ab.

Sein Weißes Trikot als bester Nachwuchs-Profi und weiterhin Platz drei auch nach der 14. Etappe waren ein Zeugnis für den außergewöhnlichen Neuling. Mit seinem Zwillingsbruder Simon fährt er erst seit einem Jahr in einem WorldTour-Team.

Am Samstag hatte Cavendish mit Etappensieg Nummer vier für ein weiteres Ausrufezeichen gesorgt. „Ich will in diesem Jahr der beste Sprinter werden“, sagte er im Vogel- und Naturpark Villars-Les-Doubs. Mit insgesamt 30 Tageserfolgen in der gesamten Tour-Historie ist er das schon.

dpa

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