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Kristina Vogel holt zweites Gold bei Bahnrad-WM

«Ich fasse es nicht» Kristina Vogel holt zweites Gold bei Bahnrad-WM

Kristina Vogel gewinnt bei der Bahnrad-WM nach Gold im Sprint auch den Titel im Keirin. Der Bund Deutscher Radfahrer fährt mit fünf Medaillen nach Hause.

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Kristina Vogel hat sich auch WM-Gold im Keirin geholt.

Quelle: Kin Cheung

Hongkong. Kristina Vogel stemmte erst ihr Spezialfahrrad in die Höhe und zeigte dann Emotionen. Nach ihrem zweiten Titel bei der Bahnrad-WM in Hongkong saß die Erfurterin minutenlang zusammengekauert umringt von Trainern, Betreuern sowie Sportlern in der deutschen Box und weinte.

„Doppel-Weltmeisterin. Ich fasse es nicht. Das passiert nicht alle Tage“, sagte die 26-Jährige überglücklich. Im Keirin-Finale verteidigte Vogel ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich und holte nach dem Sieg im Sprint das zweite Gold dieser Titelkämpfe. Zusätzlich gab es für sie noch Bronze im Teamsprint mit Miriam Welte aus Kaiserslautern.

„Es ist einfach beeindruckend, wie Kristina mit dem Druck und der Favoritenrolle umgeht. Alle schauen nur auf sie“, lobte Bundestrainer Detlef Uibel seine Vorzeigeathletin. Vogel kann neben zwei Olympiasiegen (2012 Teamsprint, 2016 Sprint) nun neun Weltmeister-Titel vorweisen und ist ihrem Ziel, erfolgreichste Bahnradsportlerin der Geschichte zu werden, wieder einen Schritt näher gekommen.

Im Finale setzte sich Vogel früh an die Spitze des Feldes und siegte vor Martha Bayona Pineda aus Kolumbien und Nicky Degrendele aus Belgien. „Sie hat die Taktik perfekt ungesetzt“, lobte Michael Hübner, Teamchef im Chemnitzer Team Erdgas, für das Vogel seit 2013 fährt. „Es sah leichter aus, als es war. Aber ich bin Doppel-Weltmeisterin“, sagte Vogel.

Im 1000-Meter-Zeitfahren konnte Joachim Eilers wie schon im Keirin seinen zweiten WM-Titel von 2016 nicht erfolgreich verteidigen. In 1:01,221 Minuten belegte der Chemnitzer den fünften Platz. Eine Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber hatte den 27-Jährigen wichtige Vorbereitungszeit gekostet. „Es war ein tolles Jahr als Weltmeister im Regenbogen-Trikot. Ich habe das Maximale herausgeholt, mehr war in meinem Körper aber hier nicht drin“, sagte Eilers. Weltmeister wurde Francois Pervis aus Frankreich in 1:00,714 Minuten.

Im Punktefahren der Frauen sorgte die Berlinerin Charlotte Becker als Fünfte für das beste deutsche Ergebnis im Ausdauerbereich. Der Sieg ging an die Britin Elinor Barker. Im abschließenden Zweier-Mannschaftsfahren belegten Henning Bommel und Theo Reinhardt aus Berlin den neunten Platz. Weltmeister wurde Frankreich.

Mit fünf Medaillen (2 Gold/2 Silber/1 Bronze) konnte der Bund Deutscher Radfahrer zahlenmäßig nicht an das Ergebnis der WM 2016 in London anknüpfen (3/2/3). „Wir sind im nacholympischen Jahr. Wir haben einige Dinge ausprobiert, die hier noch nicht zum Tragen gekommen sind“, analysierte Sportdirektor Patrick Moster. Nächster internationaler Höhepunkt sind die Europameisterschaften (19. bis 23. Oktober) im Berliner Velodrom. „Unser Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die EM wollen wir als Zwischenstation nutzen, um zu sehen, wo wir stehen“, sagte Moster.

dpa

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