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Marcus Burghardt deutscher Straßenmeister

Meisterschaft in Chemnitz Marcus Burghardt deutscher Straßenmeister

Nicht die Topsprinter André Geipel, Marcel Kittel, nicht John Degenkolb: Marcus Burghardt hat sich in Chemnitz den deutschen Meistertitel mit einer taktischen Meisterleistung auf der Straße geholt und war überglücklich.

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Marcus Burghardt (l) gewinnt das Rennen in Chemnitz vor Emanuel Buchmann.

Quelle: Hendrik Schmidt

Chemnitz. Ein loyaler Helfer als großer Sieger: Marcus Burghardt hat sich zum ersten Mal in seiner langen Karriere in seinem Heimspiel in Chemnitz den deutschen Meistertitel der Radprofis gesichert.

Nach 213,4 Kilometern setzte sich der 33-Jährige zeitgleich vor seinem Teamkollegen, Exmeister Emanuel Buchmann aus Ravenburg durch. „Ich habe so lange darauf gewartet: Endlich hat's mal geklappt. Ich bin unendlich glücklich“, sagte Burghardt, der sieben Jahre das Chemnitzer Sportinternat besucht hatte. Er war gerührt.

Auf Rang drei mit 43 Sekunden Rückstand fuhr der unglückliche John Degenkolb, der mit einer mutigen Attacke zwei Runden vor Schluss alles auf eine Karte gesetzt hatte. „Ich habe gekämpft, ich bin offensiv gefahren. Ich bin stolz auf den dritten Platz“, sagte Degenkolb. Die drei Erstplatzierten gehen am kommenden Samstag beim Grand Départ der 104. Tour de France in Düsseldorf mit großen Erwartungen an den Start.

Burghardt, der noch zwei Jahre mit Jan Ullrich in einem Team fuhr, war außer sich vor Freude. „Ich bin durch die schlechten und guten Zeiten des deutschen Radsports gegangen“, sagte er dazu. Er freut sich auf nächsten Samstag: „Es ist fantastisch mit dem deutschen Meistertrikot in Düsseldorf am Tourstart zu stehen. Jahrelang habe ich Helferdienste geleistet, jetzt bekam ich etwas zurück.“ Sein Teamkollege Buchmann hatte am letzten Anstieg die letzte Attacke gesetzt und konnte sich absetzen.

„Ich habe dann auf Marcus gewartet. Er ist ein superwichtiger Helfer für uns und ich wusste, wie wichtig ein Sieg für ihn hier sein würde“, erklärte der zierliche Ex-Champion aus dem stark taktierenden Bora-hansgrohe-Team, der bei der Tour auf das Weiße Trikot als bester Nachwuchsfahrer spekulieren kann.

Einzelkämpfer John Degenkolb hatte in einer mutigen Attacke versucht, das von rund 20 000 Zuschauern verfolgte Rennen zwei Runden vor Schluss für sich zu entscheiden. Seine Flucht war aber am letzten Anstieg beendet und er konnte auch in der flachen Anfahrt zum Ziel dann die Bora-hansgrohe-Offensive nicht mehr kontern.

André Greipel und Marcel Kittel fahren zwar ohne das Meistertrikot nach Düsseldorf - aber mit großen Hoffnungen. Die Topsprinter wollen nicht erst auf den ersten avisierten Massensprint im Ziel der zweiten Etappe in Lüttich warten. Bereits beim Auftakt-Zeitfahren über 14 Kilometer, bei dem der alte und neue deutsche Meister Tony Martin zu den großen Favoriten gehört, wollen beide alles geben.

„Am Samstag werde ich probieren, so wenig Zeit wie möglich zu verlieren. Chancen auf Gelb gibt's wahrscheinlich nicht mehr so oft, man wird nicht jünger“, sagte der 34 Jahre alte Greipel, der mit Zeitgutschriften als Etappensieger in Lüttich zum ersten Mal in seiner Karriere an die Spitze des Tour-Gesamtklassements fahren könnte.

Auch Kittel, der seine Rad-Karriere immerhin als Junioren-Weltmeister im Zeitfahren startete, will schon beim Heimspiel in der Landeshauptstadt „Vollgas fahren, ohne etwas aufzusparen“. Sein Tourziel sei wie immer eine Etappe zu gewinnen. „Gelb ist nicht mein bewusstes Ziel, ich will mich da nicht unter Druck setzen. Aber im Zeitfahren werde ich mein Bestes geben und wenn ich dann in der zweiten Etappe vorne dabei bin, kann viel passieren“, sagte Kittel in Chemnitz.

Bei den Frauen wurde die dreifache Weltmeisterin Lisa Brennauer aus Durach zwei Mal knapp geschlagen auf Rang zwei verwiesen. Im Zeitfahren scheiterte sie nach 31,2 Kilometern an der Dauermeisterin Trixi Worrack aus Dissen, im Straßenrennen an der Überraschungs-Meisterin Lisa Klein aus Völklingen.

dpa

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