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Sagan schafft historischen WM-Hattrick - deutsche Pleite

Straßenrad-WM in Norwegen Sagan schafft historischen WM-Hattrick - deutsche Pleite

Die Rad-WM in Bergen endet mit einem erneuten Sieg von Peter Sagan, der als erster Fahrer zum dritten Mal in Serie den WM-Titel holt. Die deutschen Fahrer konnten die größte WM-Pleite seit 21 Jahren nicht mehr abwenden.

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Peter Sagan sicherte sich auch 2017 den WM-Titel im Straßenrennen.

Quelle: Yorick Jansens

Bergen. Bange Sekunden musste Peter Sagan im Zielbereich ausharren - dann schlug der Superstar die Hände vor das Gesicht und jubelte über seinen historischen Hattrick.

Für das deutsche Team erfüllten sich die vagen WM-Träume dagegen erwartungsgemäß nicht, stattdessen stand unter dem Strich die größte WM-Pleite seit 21 Jahren. Bei der stimmungsvollen Radsport-Party im hohen Norden triumphierte Sagan am Sonntag im WM-Straßenrennen als erster Radprofi zum dritten Mal in Serie und durchkreuzte um Zentimeter die Hoffnungen der norwegischen Gastgeber auf einen Heimsieg.

Vor mehreren hunderttausend Zuschauern, darunter auch der norwegische Kronprinz Haakon mit Gattin Mette-Marit, siegte Sagan auf dem Rundkurs in Bergen nach 267,5 Kilometern vor dem Norweger Alexander Kristoff und dem Australier Michael Matthews. Tony Martin und Co. spielten dagegen im Finale keine Rolle.

Die Entscheidung fiel erst auf der Zielgeraden, als eine große Gruppe um den Sieg sprintete. Bis dahin war von Sagan nichts zu sehen. Noch im Vorfeld hatte der Slowake vom deutschen Bora-hansgrohe-Team über eine Erkältung geklagt. „Das ist unglaublich. Für Alexander war es ein Heimspiel. Es tut mir leid, dass ich den Norwegern ein wenig die Stimmung vermiest habe. Es ist etwas ganz Besonderes für mich“, sagte Sagan, der seinen Sieg dem im Mai verstorbenen Radprofi Michele Scarponi widmete, der am Montag Geburtstag gefeiert hätte.

Als bester deutscher Fahrer erreichte der Berliner Simon Geschke als 20. das Ziel. Das krankheitsbedingte Fehlen des als Kapitän vorgesehenen John Degenkolb konnte aber kein Fahrer kompensieren. Damit war die deutsche WM-Pleite trotz einer ordentlichen Vorstellung perfekt. Bei der WM 1996 in Lugano hatten letztmals die deutschen Akteure in den vier Eliterennen der Männer und Frauen die Podestplätze verpasst. In der Endabrechnung war der enttäuschende neunte Platz des entthronten Zeitfahr-Weltmeisters Martin im Einzelzeitfahren noch das beste Ergebnis.

„Es ist sicherlich eine Momentaufnahme. Aber dass man in Panik verfällt, ist nicht notwendig“, sagte BDR-Sportdirektor Patrick Moster der Deutschen Presse-Agentur und erinnerte an die guten Ergebnisse in Doha vor Jahresfrist.

Ein selektives Rennen war es nicht, bis zur letzten Runde gab es noch ein großes Hauptfeld. Für eine prächtige Kulisse hatten erneut die norwegischen Gastgeber gesorgt. Mitunter in Zehner-Reihen hatten sich die Fans an der Strecke postiert und insbesondere ihre Stars Alexander Kristoff und Edvald Boasson Hagen angefeuert. „Die Stimmung ist genial“, schwärmte Norwegen-Fan Martin.

Damit erlebten die Radstars das Kontrastprogramm zum vergangenen Jahr in Doha, als die Rennen teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden. Und auch das Wetter spielte mit. In der regenreichsten Stadt Europas - bis zu 270 Tage im Jahr soll der Himmel hier seine Schleusen öffnen - herrschten am Sonntag trockene Bedingungen und mitunter Sonnenschein.

Das gute Wetter passte so gar nicht zum Abschneiden der deutschen Akteure. Insbesondere die deutschen Frauen enttäuschen auf ganzer Linie. Ex-Weltmeisterin Lisa Brennauer hatte am Samstag als beste BDR-Fahrerin den 42. Platz belegt und dabei noch nicht einmal den Anschluss zum Hauptfeld halten können. „Das Ergebnis der Frauen ist enttäuschend“, sagte Moster und rätselte über die sportliche Entwicklung von Brennauer: „Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, dass man innerhalb von drei Jahren das Radfahren verlernt.“

So war Nachwuchshoffnung Lennard Kämna der einzige Lichtblick im deutschen Team. Der 21-Jährige belegte im Straßenrennen der U23-Klasse den zweiten Platz, nachdem er schon im Mannschaftszeitfahren der Profiteams mit Sunweb den Titel geholt hatte.

dpa

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