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Zum 114. Mal durch die Radsport-Hölle des Nordens

Roubaix Zum 114. Mal durch die Radsport-Hölle des Nordens

Es ist das härteste Eintagesrennen der Welt. Auch am Sonntag warten auf die Radprofis beim berüchtigten Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix wieder 52,8 Kilometer an Kopfsteinpflaster-Passagen. Gesucht wird der Nachfolger des verletzten Vorjahressiegers John Degenkolb.

Roubaix. In Abwesenheit von Vorjahressieger John Degenkolb steht am heutigen Sonntag zum 114. Mal die Kopfsteinpflaster-Tortur beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix auf dem Programm.

Die deutschen Hoffnungen ruhen diesmal auf Tony Martin, der auf ähnlichem Terrain im vergangenen Jahr eine Etappe der Tour de France gewann. Zu den Topfavoriten zählen aber eher Weltmeister Peter Sagan und der dreimalige Roubaix-Champion Fabian Cancellara.

VORJAHRESSIEGER: John Degenkolb sorgte im vergangenen Jahr für den ersten deutschen Sieg seit dem Premierenerfolg von Josef Fischer im Jahre 1896. Diesmal musste der Wahl-Frankfurter aber für die Klassiker-Saison passen. Im Januar hatte eine 73 Jahre alte Britin mit ihrem Auto die siebenköpfige Trainingsgruppe um Degenkolb erfasst. Der deutsche Kapitän hatte dabei einen Unterarmbruch und Schnittverletzungen erlitten. Sein linker Zeigefinger konnte nur durch eine Knochentransplantation aus der Hüfte gerettet werden. Degenkolb hofft darauf, am 1. Mai in seiner Wahlheimat Frankfurt sein Renn-Comeback geben zu können.

DEUTSCHE HOFFNUNG: Aus deutscher Sicht sind die Augen diesmal auf Tony Martin gerichtet. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister gibt seine Roubaix-Premiere. Nachdem der 30-Jährige im vergangenen Jahr bei der Tour de France auf der Kopfsteinpflaster-Etappe nach Cambrai den Tagessieg und damit auch das Gelbe Trikot holte, ist er auf den Geschmack gekommen. „Ich habe in den letzten Wochen viel gelernt und merke, dass es für mich auf diesem Terrain immer besser läuft. Jetzt bin ich bereit für mein Debüt“, sagte Martin, der nach dem Rennen entscheiden will, ob er auch zukünftig die Klassiker ernsthaft verfolgt. Eine gute Rolle könnte in Roubaix auch Sprinter André Greipel spielen, der bereits in der Vorwoche bei der Flandern-Rundfahrt auf Platz 28 bester Deutscher war.

FAVORITEN: Der dreimalige Roubaix-Sieger Fabian Cancellara (Schweiz) und Weltmeister Peter Sagan (Slowakei) dürfen sich die größten Hoffnungen machen, den Pflasterstein als Siegerpokal in Empfang zu nehmen. Beide hatten bereits am vergangenen Wochenende in Flandern den Sieg unter sich ausgemacht - mit dem besseren Ende für Sagan. Daneben sind vor allem Klassiker-Spezialist Alexander Kristoff (Norwegen) und das traditionell starke Etixx-Team zu beachten, das neben Martin die beiden Ex-Sieger Tom Boonen (Belgien) und Niki Terpstra (Niederlande) sowie den dreimaligen Cross-Weltmeister Zdenek Stybar (Tschechien) aufbietet.

STRECKE: Die „Hölle des Nordens“ bekommen die Fahrer auf 52,8 der 257,5 Kilometer zu spüren, wenn es über die berüchtigten Feldwege aus der Zeit Napoleons geht. Die grausamsten der 27 Kopfsteinpflaster-Sektoren sind der Wald von Arenberg, Mons-en-Pévèle und Le Carrefour de l'Arbre, die allesamt mit fünf Sternen für besondere Schwierigkeiten ausgezeichnet sind. Unberechenbar wird die Strecke, sollte es regnen. Dies ist allerdings nicht vorhergesagt.

dpa

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