Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Seesportler wollen Kutter retten

Die Historische Seite: Geschichte und Geschichten aus Greifswald und Umgebung Seesportler wollen Kutter retten

Vor 50 Jahren wurde der erste Holzkutter ZK 10 fertiggestellt / Das erste Modell der Baureihe befindet sich auf dem Gelände des Greifswalder Seesportclubs an der Straße Am Eisenhammer

Voriger Artikel
Größte Regatta auf dem Greifswalder Bodden
Nächster Artikel
Großsegler nehmen Kurs auf Swinemünde

Anna warb als Engel vor dem Fischerfest für die Kuttersanierung. Sie steht auf dem 40. Kutter der Baureihe ZK 10, der sich lange in Plau am See befand. So schön soll auch die „Greif“ wieder werden.

Quelle: Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Die „Greif“, das Flaggschiff der Hansestadt Greifswald, hat eine Schwester. In einem Schuppen auf dem Gelände des Seesportclubs an der Straße Am Eisenhammer nahe des Ryck liegt ein Holzkutter mit diesem Namen. Allerdings ist das Boot derzeit eine Ruine und nicht geeignet, den Ryck oder andere Gewässer zu befahren.

Der Kutter wurde 1966 auf den Namen ,Greif’ getauft.“Klaus Ledderhos, Seesportler

„Der Kutter soll wieder schwimmen“, wünscht sich indes Klaus Ledderhos, der Vorsitzende des Greifswalder Seesportclubs. „Diese Baureihe wurde vor 50 Jahren aufgelegt. Auf unserem Gelände liegt der erste Kutter. Noch heute segeln oder rudern einige Vereine diese Boote.“ Für beide Antriebsmöglichkeiten sind die Kutter geeignet. Mit Hilfe einer Aufhängung könnte auch ein Motor zum Fortkommen eingesetzt werden.

Für Ledderhos bietet der Wiederaufbau eine Chance für Greifswald zur Pflege maritimer Traditionen. „Dieser Kutter könnte beispielsweise bei der alljährlichen Ausfahrt unseres Vereins zum Fischerfest dabei sein. Derzeit verfügt der Seesportverein über drei seetüchtige ZK 10.“ Dass der Kutter alle Mühen wert ist, davon ist Klaus Ledderhos überzeugt. In diesem Jahr sei bereits erwogen worden, einen Antrag auf Aufnahme in die Denkmalliste zu stellen.

Zum 50. Geburtstag der kleinen „Greif“ sind wichtige Voraussetzungen für einen Neuaufbau vorhanden. „Wir haben als Spenden von anderen Vereinen aus ganz Deutschland alle für den Neuaufbau nötigen Teile beisammen“, erzählt Ledderhos. Dazu gehören beispielsweise die Takelage, Segel, Auftriebshehälter, Schwert und Ruderblatt. Das einzige woran es noch mangele, sei das Geld.

Ledderhos schätzt, das mindestens 20000 bis 25000 Euro für die Sanierung des Rumpfes und weitere 5000 Euro für die Ausstattung nötig seien. Der Neuaufbau könne beispielsweise in Berlin, aber auch auf der Greifswalder Museumswerft erfolgen.

Die „Greif“ ist übrigens erst seit diesem Jahrhundert in Pommern zu Hause. Der Kutter lag zunächst in der mecklenburgischen Seestadt Rostock, die wie Greifswald einen Greifen im Wappen führt. An der Warnow gehörte der Kutter der Berufsschule des Fischfangkombinates Rostock. Die Rostocker holten mit ihm 1967 gleich den DDR-Meistertitel und wurden noch mehrmals Bezirksmeister.

„Die ,Greif’ hat ein bewegtes Leben“, betont Ledderhos. Sie diente nach der Berufsschulzeit als Arbeitsboot. Nach dem Ende des Fischfangkombinates kümmerte sich zunächst niemand um das Boot. Als ausgeschlachtetes Wrack wurde der Kutter von den Greifswaldern mit Hilfe von Kettensägen aus Holunderbüschen in Rostock-Gehlsdorf befreit. Das war 2001. Zwei Jahre später starteten die Greifswalder Seesportler den ersten Versuch zum Neuaufbau, scheiterten aber an fehlendem Geld, fehlender Ausrüstung und fehlenden Fachkräften.

„Die ZK 10 löste den Kutter 10 ab, der seit 1950 in der DDR gebaut wurde“, erzählt Ledderhos. „Er war außerordentlich schwer und unhandlich.“ Trotzdem wurden vom K 10 immerhin 525 Stück gebaut. Der Schiffbauingenieur Ulrich Czerwonka habe dann die ZK 10 entwickelt. Z stehe für „Zehnriemig“, also zehn Ruderplätze.

Czerwonka kennen viele dank der Ixylon-Jolle, (Ixylon steht „für Herrn X und Frau Y“), auch „Trabant auf dem Wasser“ genannt. Etwa 4000 solcher Jollen gab es. Der von Czerwonka konstruierte hölzerne Kutter ZK 10 Typ 2104 wurde in Berlin bis 1971 insgesamt 259-mal gebaut. 18 bekam die Volksmarine. Von 1978 bis 1980 seien dann in Rechlin weitere etwa 230 Kutter gebaut worden, aber nicht mehr aus Holz, sondern aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff. Diese Produktionslinie läuft seit 2001 wieder in Wiek auf Rügen. Was zum Ende der DDR noch da war – insgesamt knapp 400 Kutter – übernahm die Treuhand. Ein Teil wurde an Sportvereine übergeben, andere verkauft.

Spendenkonto des Seesportclubs für Kutter ZK 10 „Greif“: IBAN DE12 1505 0500 0234 0010 11

Eckhard Oberdörfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Segeln
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Sonderseite Golfen in MV Immer mehr Menschen schwingen im Nordosten den Golfschläger. 16 000 Mitglieder hat der Landesverband inzwischen – zehn Mal mehr als Anfang des Jahrtausends. Lesen Sie auf unserer Sonderseite Geschichten über die Golfszene, Spieler aus dem Land und Prominente, die gern in MV golfen.
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Umfrage Jetzt den großen Wurf landen! image/svg+xml Image Teaser „Jetzt den großen Wurf landen!“ 2015-11-30 de Gewinnspiel Jetzt den großen Wurf landen Unterstützen Sie gemeinsam mit uns den HC Empor. Kommen Sie am 12.März 2016 um 16:30 Uhr in die Rostocker StadtHalle zum Spiel gegen Dessau-Roßlauer HV und feuern Sie die Spieler an, denn es ist 7 Meter vor Weihnachten Hier geht es zu unserem großen Gewinnspiel.