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Deutsche Ski-Asse heiß auf Team-Event

«Flow und Heißhunger» Deutsche Ski-Asse heiß auf Team-Event

Der Team-Event stand lange im Schatten der alpinen WM-Einzelentscheidungen. Inzwischen nehmen aber viele Länder den spektakulären Wettkampf richtig ernst. Deutschland will eine Medaille, Neureuther den richtigen „Flow“ für die restliche WM.

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Felix Neureuther kann im Team-Event mit der deutschen Mannschaft die erste Medaille bei der WM holen.

Quelle: Angelika Warmuth

Moritz. St.Trotz ihres WM-Auftakts ohne Edelmetall bleiben die deutschen Skirennfahrer um Felix Neureuther angriffslustig. Nach den teils knapp verpassten Podestplätzen in den bisherigen Einzelstarts in St. Moritz soll beim Team-Event die Wende her.

„Das Ziel ist eine Medaille. Wir nehmen jede. Ich glaube auch, dass das nicht unrealistisch ist“, sagte Frauen-Bundestrainer Markus Anwander vor dem K.o.-Wettkampf. Die sechs deutschen Starter sind heiß auf die Duelle Frau gegen Frau und Mann gegen Mann. „Für uns ist das etwas ganz Besonderes“, betonte Viktoria Rebensburg.

Während sich die Kreutherin nach den für sie enttäuschenden Rennen in Super-G und Abfahrt ein gutes Gefühl für den Riesenslalom holen will, geht es für Neureuther bei seinen voraussichtlichen letzten Weltmeisterschaften um etwas anderes. Der Routinier wünscht sich von dem als Parallel-Slalom ausgetragenen Event, „dass so ein bisschen ein Flow und ein Heißhunger entsteht“, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Der lange belächelte Team-Wettbewerb hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, auch im Deutschen Skiverband (DSV). Zweimal haben die deutschen Damen und Herren das spezielle Format zuletzt gemeinsam trainiert. „Das ist für uns ein wichtiges Rennen, ein sehr wichtiges Rennen“, sagte Herren-Chefcoach Mathias Berthold.

Dem kann Neureuther nur beipflichten. „Der Teambewerb hat natürlich eine Bedeutung. Ich finde es ganz witzig, dass etwa beim Biathlon die Staffel fast den höheren Stellenwert hat als die Einzelrennen“, sagte der 32-jährige Partenkirchener. „Für uns Sportler ist er definitiv eine Geschichte, bei der wir unbedingt gut sein wollen.“

Die Chancen dazu stehen nicht schlecht. Neben Neureuther gehen der formstarke - zuletzt aber gesundheitlich leicht angeschlagene - Stefan Luitz sowie Linus Straßer an den Start. Straßer überragte jüngst beim Parallel-Slalom von Stockholm mit seinem ersten Sieg im Weltcup. „Wenn ich halbwegs die Leistung von Stockholm abrufen kann, dann sollte es passen“, verkündete der Münchner, der mit seinem fulminanten Auftritt im Flutlicht auch Rebensburg begeistert hatte. „Das war eine Leistung, bombig von oben bis unten“, lobte sie.

Neben der Oberbayerin wurden noch Lena Dürr und Christina Geiger nominiert. „Der Teamwettbewerb ist geil“, sagte Geiger. „Da kann man sich battlen, das hat man nicht alle Tage.“ Zum Auftakt geht es für die DSV-Auswahl gegen die Slowakei um Slalom-Spitzenfahrerin Veronika Velez-Zuzulova. Beim Einzug ins Viertelfinale warten Italien oder Argentinien. Zu einem Duell mit Favorit und Titelverteidiger Österreich kann es erst im Finale oder im Rennen um Bronze kommen.

Eigentlich sind die Deutschen Spezialisten für den Team-Event: Seit 2011 gewann die DSV-Delegation zweimal das Weltcup-Finale und wurde im Vorjahr Zweite. 2013 holten Neureuther und Co. in Schladming WM-Bronze. Nur bei den jüngsten Weltmeisterschaften 2015 in Vail und Beaver Creek enttäuschte die Truppe mit einem Erstrunden-Aus. Diese Pleite nervt Berthold heute noch. „Das war die sinnloseste Aktion überhaupt, dass wir da nicht weiter gekommen sind“, erinnerte er. „Wir haben es vergeigt, weil wir blöd aufgestellt haben.“

Das soll in St. Moritz zum Auftakt von Neureuthers Abschieds-WM und mit einer Rebensburg auf Revanche-Tour nicht noch einmal passieren.

Zum Team-Event:

Die Konkurrenz ist wohl so gut vorbereitet wie nie. Die Mannschafts-Medaille hat längst einen großen Stellenwert, und für die Teilnahme haben sich sogar mehr Länder beworben als teilnehmen dürfen. Nur 16 dürfen antreten, der Platz in der Nationen-Wertung entscheidet.

Im Team-Event fahren je zwei Damen und zwei Herren einen Parallel-Slalom, für jeden Sieg gibt es einen Punkt. Bei Gleichstand entscheidet die Zeit.

Seit der Umstellung auf dieses Format vor vier Jahren ist Österreich ungeschlagen und geht auch in der Schweiz als Topfavorit in den Wettkampf. Die Gastgeber selbst sollten ebenfalls stark sein.

DIE STRECKE: Der Start auf 2110 Metern, das Ziel auf 2030 Metern, macht einen Höhenunterschied von 80 Meter.

DIE FAVORITEN: Österreich, Schweiz, Kanada, Deutschland

MEDAILLENGEWINNER 2015: Gold: Österreich, Silber: Kanada, Bronze: Schweden

MITGLIEDER DEUTSCHES TEAM: Felix Neureuther (SC Partenkirchen), Stefan Luitz (SC Bolsterlang), Linus Straßer (TSV 1860 München), Viktoria Rebensburg (SC Kreuth), Lena Dürr (SV Germering), Christina Geiger (SC Oberstdorf)

dpa

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