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Verletzung zu schwer: Vonn muss Saison abbrechen

München Verletzung zu schwer: Vonn muss Saison abbrechen

Lindsey Vonn wollte eigentlich trotz Verletzung um die große Kristallkugel fahren. Doch dann siegte die Vernunft. Vonn beendet ihre Saison und den Kampf um den alpinen Weltcup-Gesamtsieg. Sie will ihre Karriere und die großen, verbliebenen Ziele nicht gefährden.

München. Lindsey Vonn hasst Aufgeben. Am vorigen Sonntag war die Amerikanerin trotz einer tags zuvor erlittenen Knieverletzung beim Ski-Weltcup von Soldeu an den Start gegangen.

Dick bandagiert und geschient meisterte sie die Piste in Andorra, obwohl sie kaum richtig laufen konnte. „Ich bin eine Kämpferin!“, hatte Vonn betont.

Drei Tage später teilte die 31-Jährige dann doch enttäuscht mit, den Kampf nicht zu Ende führen zu können. Weil sich die Verletzung im linken Knie als zu schwerwiegend herausstellte, beendete Vonn ihre Ski-Saison am Mittwoch vorzeitig. Dies war „eine der schwersten Entscheidungen meiner Karriere“, schrieb die Rekordfrau bei Facebook.

Für Vonn ging es nach einer bis dato beeindruckenden Saison vor allem um den Gewinn der Weltcup-Gesamtwertung. Im Klassement führt sie vor den letzten drei Wochenenden des Winters mit 28 Punkten vor Lara Gut aus der Schweiz, die fünfte große Kristallkugel war zum Greifen nahe. Für den Erfolg wollte Vonn leiden „und für immer im Ruhm leben“.

Dann aber folgte die niederschmetternde Diagnose: Ein zunächst diagnostizierter Haarriss entpuppte sich bei genaueren Untersuchungen in Barcelona als größerer Schaden im Schienbeinkopf. Statt einer kleinen Fraktur wurden bei einem Magnetresonanz-Scan und einer Computertomographie gleich drei „signifikante“ Brüche gefunden.

Mit einem Besuch bei den Formel-1-Testfahrten in Barcelona vertrieb sich Vonn am Mittwoch die Zeit, besuchte einen ihrer Hauptsponsoren und humpelte auf einer Krücke gestützt durch das Fahrerlager.

„Ich bin zuversichtlich, die richtige Entscheidung zu treffen“, schrieb Vonn bei Facebook, „aber das macht die Entscheidung nicht einfacher.“ Die Weltcup-Rekordsiegerin hatte neben ihrer fünften großen Kristallkugel nach 2008, 2009, 2010 und 2012 - durch die sie bis auf einen Triumph an die Bestmarke von Annemarie Moser-Pröll herangekommen wäre - perspektivisch drei weitere Ziele ins Auge gefasst: Die Weltmeisterschaft 2017 in St. Moritz, Olympia ein Jahr später in Südkorea und den ewigen Siegrekord von Ingemar Stenmark.

Der Schwede hatte 86 Weltcupsiege in seiner Laufbahn errungen, Vonn fehlen noch zehn Erfolge. Aber die Ausnahme-Sportlerin, die ihre Rekorde auf Männern-Skiern holte, kann es nicht erzwingen. Wäre sie trotz eines instabilen Schienbeins weitergefahren und hätte sich noch schwerer verletzt, „hätte ich meine Zukunft im Skirennsport riskiert“, erklärte Vonn. „Und das Risiko konnte ich nicht eingehen.“

Damit muss sich Lara Gut ihre erste große Kristallkugel nur noch abholen, am Samstag im slowakischen Jasna kann sie im Riesenslalom die Führung übernehmen. „Es ist sehr schade, dass der spannende Zweikampf um den Gesamtweltcup aufgrund einer Verletzung nicht bis zum Ende ausgetragen werden kann“, teilte die Schweizerin mit.

„Ich werde bis zum Schluss und in jedem Rennen hart arbeiten, damit ich die notwendigen Punkte holen und mir die Chance auf den Sieg im Gesamtweltcup wahren kann“, sagte Gut. Viktoria Rebensburg als Dritte hat mit 293 Punkten schon einen großen Rückstand auf die Eidgenössin.

dpa

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