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DSV-Kombinierer holen WM-Titel im Teamwettbewerb

Erstes Gold für Kircheisen DSV-Kombinierer holen WM-Titel im Teamwettbewerb

Vor 14 Jahren gewann Björn Kircheisen seine erste WM-Medaille. Im Teamwettbewerb holt der Nordische Kombinierer das zwölfte Edelmetall - und endlich hat es die ersehnte Farbe.

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Eric Frenzel, Fabian Riessle, Bjoern Kircheisen und Johannes Rydzek jubeln über den Sieg im Teamwettbewerb.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Lahti. Björn Kircheisen vergoss nach dem ersten WM-Gold seiner Karriere Tränen der Rührung, neben ihm auf dem Podium genossen Eric Frenzel und Johannes Rydzek ihren jeweils vierten Titel.

Mit dem WM-Triumph im Mannschaftswettbewerb haben die deutschen Nordischen Kombinierer in Lahti ihre derzeitige Ausnahmestellung eindrucksvoll bestätigt und dem Oldie den größten sportlichen Traum erfüllt.

Auch Bundestrainer Hermann Weinbuch wurde nach dem Gala-Auftritt seiner Schützlinge sentimental. „Ich kämpfe mit den Tränen, wenn ich an Björn denke. Er hat so viele Jahre dafür gearbeitet. Ich bin stolz, dass wir ihm diese Goldmedaille schenken konnten“, sagte Weinbuch.

Das DSV-Quartett mit Kircheisen, Olympiasieger Frenzel, Fabian Rießle und Einzel-Weltmeister Rydzek setzte sich nach dem Springen auf der Normalschanze und der Langlauf-Staffel über 4x5 Kilometer um 41,7 Sekunden vor Norwegen durch. Bronze gewann Österreich.

Als Schlussläufer Rydzek mit der deutschen Fahne in der Hand den nächsten Gold-Coup der DSV-Kombinierer perfekt gemacht hatte, fiel ihm Kircheisen im Ziel stürmisch um den Hals. „Ich kann das noch gar nicht begreifen. Seit 2002 kämpfe ich darum. Ich möchte allen danken die mitgeholfen haben, dass ich mir diesen Traum erfüllen konnte“, sagte der Routinier.

Bei seinem WM-Debüt 2003 in Val di Fiemme hatte der 33 Jahre alte Sachse Silber gewonnen - das erste von insgesamt acht bei nordischen Titelkämpfen. Das brachte ihm den Beinamen „Silbereisen“ ein, zumal er auch bei Olympia nie ganz oben auf dem Podium stand. 2002, 2006 und 2014 wurde er jeweils mit dem Team Zweiter, 2010 Dritter. „Aus Silbereisen ist nun Goldeisen geworden“, stellte Rießle grinsend fest. Und Frenzel erklärte: „Wir freuen uns alle, dass es gelungen ist, ihm das Goldhäubchen aufzusetzen.“

Auf das Happy End hatte Kircheisen kaum noch zu hoffen gewagt, nachdem er in den vergangenen Jahren mit der Weltspitze nicht mehr Schritt halten konnte. Während Frenzel und Rydzek im Weltcup sowie bei Olympia und Weltmeisterschaften große Erfolge feierten, stand Kircheisen nur noch im Schatten.

Doch in diesem Winter meldete er sich im reifen Alter plötzlich zurück. Kurz vor der WM gelang ihm der erste Weltcupsieg seit mehr als vier Jahren, im Einzel-Wettbewerb von Lahti stürmte er hinter Rydzek und Frenzel zu Bronze.

Mit nunmehr zwölf Medaillen hat Kircheisen bei Weltmeisterschaften mehr Edelmetall gewonnen als jeder andere Kombinierer. Dazu trug er mit einem starken Auftritt einiges bei. Als Staffel-Startläufer beseitigte Kircheisen die letzten Siegzweifel, die nach dem Gala-Auftritt auf der Schanze ohnehin kaum noch bestanden.

Der Routinier baute den Vorsprung nach dem Springen von 44 Sekunden auf 51,5 Sekunden aus, die restlichen Schleifen wurden für seine Teamkollegen zum Schaulaufen. „Die Jungs haben das ganz cool und souverän durchgezogen“, lobte Weinbuch. „Auch wenn es nicht entspannt war.“

Für Frenzel und Rydzek war es ebenfalls ein geschichtsträchtiges Rennen, zogen sie mit ihrem jeweils vierten WM-Gold doch mit Co-Trainer Ronny Ackermann gleich. Olympiasieger Frenzel setzte sich mit seiner insgesamt elften WM-Medaille sogar an die Spitze der deutschen Bestenliste. „Das war eine geile Teamleistung“, sagte der Familienvater aus Oberwiesenthal. In der zweiten WM-Woche will er nachlegen. „Eine ordentliche Feier heben wir uns für danach auf“, kündigte Frenzel an. „Aber natürlich wird auf diesen Sieg angestoßen.“

dpa

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Frenzel vor Rydzek
Eric Frenzel führt nach dem Springen auf der Normalschanze.

Die deutschen Nordischen Kombinierer befinden sich bei der Weltmeisterschaft in Lahti auf Goldkurs.

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