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Wellinger und Eisenbichler jubeln bei Skisprung-WM

Silber und Bronze Wellinger und Eisenbichler jubeln bei Skisprung-WM

Auch die deutschen Skispringer beteiligen sich an der Medaillenjagd bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Lahti. Mit Silber und Bronze trugen sich Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler erstmals in die Erfolgslisten bei einer WM ein.

Lahti. Andreas Wellinger ließ einen erlösenden Schrei ertönen, dann tanzte er mit Markus Eisenbichler im Schanzenauslauf herum. Die beiden Skispringer bejubelten ausgelassen ihre ersten Medaillen bei nordischen Ski-Weltmeisterschaften.

Silber und Bronze hinter dem Österreicher Stefan Kraft bedeuteten dazu das erste deutsche Doppel-Podium seit 2001, als ebenfalls in Lahti Martin Schmitt und Sven Hannawald gemeinsam auf das Podest klettern durften.

Dass es nicht ganz zum ersten WM-Sieg eines deutschen Adlers auf einer Normalschanze seit 1989 reichte, lag an Krafts überragendem ersten Durchgang. Vom Wind begünstigt flog er auf 99,5 Meter und erarbeitete sich damit einen Vorsprung, den die beiden DSV-Springer auch mit den Tagesbestweiten von 100 beziehungsweise 100,5 Meter im Finale nicht mehr wettmachen konnten.

„Stefan war im ersten Durchgang schon zu weit weg. Er ist der verdiente Sieger“, gratulierte Wellinger artig, ehe er sich wieder seinem zweiten Platz widmete. Gleich in seinem, überhaupt erst zweiten WM-Einsatz holte er Edelmetall. „Schon beim Absprung habe ich im Finale gemerkt: Der Sprung wird geil. Dieser ist mir brutal gut gelungen“, analysierte Wellinger.

„Dass wir zwei zur Siegerehrung dürfen, ist einfach nur geil“, meinte der 21-Jährige. Die Medaille bekommt auf jeden Fall einen besonderen Platz, kündigte Wellinger an. „Ich hatte schon in den vergangenen Wochen viel Spaß beim Springen. Dass das hier so weitergeht, ist einfach nur zum Genießen“, meinte der WM-Zweite.

Bundestrainer Werner Schuster hatte nach den Vorleistungen bei ihm schon mit einer Medaille geliebäugelt. „Das war aber nicht selbstverständlich. Wie schnell es gehen kann, hat man an den Polen gesehen. Die haben eine Super-Mannschaft und stehen alle neben dem Podest“, sagte der Bundestrainer.

Die große Überraschung war Eisenbichler. Der lag nach dem ersten Durchgang auf Platz sechs. „Ich hatte schon mit dem Wettbewerb abgeschlossen. Ich wollte nur noch einmal das machen, was ich kann. Es ist schon extrem: Mein zweiter Podestplatz überhaupt ist gleich eine WM-Medaille“, sagte der Bayer. Die Medaille bedeute ihm sehr viel, betonte er. „Ich habe mich in den zurückliegenden Monaten derart weiterentwickelt. Ich kann nur allen danken, die daran beteiligt waren“, betonte Eisenbichler.

Schuster hatte es ihm durchaus zugetraut. „Er hat das Niveau, keine Frage. Aber die Leistung so abzurufen, ist schon stark“, lobte Schuster. Er sprach von einem fantastischen Tag. „Es ist sicher keine Schande, von einem Stefan Kraft bezwungen zu werden. Man hat gesehen: Das deutsche Skispringen funktioniert“, sagte er.

Mit den zwei Medaillen legten die beiden Springer eine gute Grundlage für das Mixed-Springen am Sonntag, bei dem die Deutschen Titelverteidiger sind. „Dieser Wettbewerb entwickelt eine eigene Dynamik. Die Österreicher, die Japaner sind stark, vielleicht auch die Slowenen. Aber natürlich gehören wir nach den beiden absolvierten Wettbewerben mit zu den Favoriten und wollen um Gold mitkämpfen“, betonte der Bundestrainer.

dpa

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