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Das Superhirn des Schweriner SC

Schwerin Das Superhirn des Schweriner SC

Olaf Garbe (52) ist hauptamtlicher Analytiker beim Volleyball-Bundesligisten

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Olaf Garbe (l.) ist Analytiker und Scout beim SSC Palmberg Schwerin und wichtiger Ansprechpartner für Trainer Felix Koslowski.

Quelle: Foto: Cornelius Kettler

Schwerin. Wenn die Volleyballerinnen vom SSC Palmberg Schwerin um Siege kämpfen, sitzt Olaf Garbe hinter dem Spielfeld. Von dort hat er einen guten Blick auf das Geschehen, registriert jeden Aufschlag, jeden Spielzug der gegnerischen Mannschaft – und versorgt Trainer Felix Koslowski, der die Daten auf einem Tablet-Computer abrufen kann. Garbe ist Chefanalytiker beim Mecklenburger Spitzenklub.

„Es gibt keine Spielerin in der Bundesliga, über die ich keine Daten gesammelt habe. Ich weiß oft mehr über Spielerinnen, als diese über sich selbst“, erklärt der 52-Jährige.

Garbe war bis vor einem Jahr SAP-Programmierer bei der AOK in Suhl. „Ich habe mich schon immer für Volleyball und Statistik interessiert, habe seit 2008 ehrenamtlich für den VfB Suhl gearbeitet. Als das Angebot vom Schweriner SC kam, hauptberuflich als Analytiker und Scout einzusteigen, musste ich nicht lange überlegen“, sagt der gebürtige Thüringer, der von 1973 bis 76 als Volleyballer aktiv war – bis ihn eine Achillessehnenverletzung stoppte.

Die Berge vermisst der Neu- Mecklenburger nicht: „Die hatte ich 50 Jahre lang. Jetzt fühle ich mich in Schwerin sehr wohl“, versichert der Taktik-Experte.

Der berufliche Stress ist für Garbe keineswegs weniger geworden: Er schaut die Videos aller Bundesliga-Duelle, begutachtet vor Europapokalduellen die gegnerischen Teams, Stärken, Schwächen, Besonderheiten. Dabei kommen 80 bis 90 Stunden pro Woche zusammen. Für Computerspezi Garbe nicht zu viel: „Ich empfinde das nicht als belastend, denn die Aufgabe macht Spaß und füllt mich aus.“ Seine Antwort auf die Frage, wohin es ihn im Urlaub zieht, ist bezeichnend: „Ich brauche keinen Urlaub. Mich entspannt es, wenn ich mit der Nationalmannschaft zum Grand Prix nach Kanada fliege oder mit dem SSC ins Trainingslager nach Japan.“

Täglich ist der Mann mit dem Pferdeschwanz ab acht Uhr in der Geschäftsstelle des Schweriner SC anzutreffen. Er hilft bei organisatorischen Aufgaben, bereitet beispielsweise die Reisen der Mannschaft mit vor. Nach dem Vormittagstraining setzt er sich zur Videoanalyse an seinen Computer – eine Aufgabe, die ihn bis in den späten Abend beschäftigt.

Zeit für eine Familie bleibt bei diesem Pensum nicht. „Der Job ist familienunverträglich. Das macht mir aber nichts aus“, meint Garbe mit einem Lächeln und fügt hinzu: „Ich habe den ganzen Tag schöne und junge Frauen um mich herum. Da ist es abends auch mal genug.“ Aus einer früheren Beziehung hat er eine 26-jährige Tochter, zu der er guten Kontakt hat.

Für Trainer Felix Koslowski sind die Informationen, die Olaf Garbe sammelt, aufbereitet und liefert, extrem wertvoll. „Ich bin sehr froh, dass ich ihn habe. Er liefert uns so viele Informationen, die für unser Spiel entscheidend sind und die zur Verpflichtung neuer Spielerinnen führen“, meint der 32-Jährige, der auf Garbes Gabe auch als Bundestrainer für die Nationalmannschaft setzt.

In der Bundesliga beschäftigen lediglich die Roten Raben aus Vilsbiburg einen hauptamtlichen Analytiker. „Dieses Geld geben die Vereine als Letztes aus“, weiß Garbe. Dadurch habe der Schweriner SC einen klaren Wettbewerbsvorteil, ist der Spezialist überzeugt: „Wir haben viel mehr Informationen über unsere Gegner als die glauben.“ Und auch wenn Olaf Garbe es nicht gern hört: Irgendwie ist er doch das Superhirn des Schweriner SC.

Härtetest im Challenge-Cup: SSC zu Gast in Neuchatel

Das wird kein Spaziergang für sein Team, ist sich Trainer Felix Koslowski von Volleyball-Bundesliga-Spitzenreiter SSC Palmberg Schwerin sicher. Im Viertelfinale des europäischen Challenge-Cups treffen die Mecklenburgerinnen morgen Abend (20.00 Uhr) auf Viteos Neuchatel Université. Der SSC muss zuerst auswärts beim Schweizer Erstligisten antreten.

„Neuchatel ist mit Abstand der stärkste Gegner, den wir bis jetzt im Challenge-Cup hatten. Ich bin froh, dass wir zuerst auswärts ranmüssen und dann zu Hause das Entscheidungsspiel haben“, sagt Koslowski. Neuchatel kann zwar weder nationale noch internationale Titel vorweisen, doch Koslowski warnt davor, das Duell zu leicht zu nehmen. „Die Mannschaft hat ein gutes Niveau. In der Bundesliga würden sie einen Platz im Mittelfeld einnehmen“, ist der SSC-Coach überzeugt.

Die Schweizerinnen belegen aktuell den dritten Platz in der Nationalliga A. Das Rückspiel in Schwerin findet am 9. März (19.00 Uhr) statt. cl/se

Christian Lüsch

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