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Aleppo: Angriffe auf Kliniken und kein Wasser

Genf Aleppo: Angriffe auf Kliniken und kein Wasser

Angriffe auf Kliniken zählen in Syrien zur Kriegstaktik. In den Rebellengebieten von Aleppo gibt es nur noch 35 Ärzte für 300 000 Menschen. Eine humanitäre Katastrophe droht auch an anderer Stelle.

Genf. Wegen anhaltender Kämpfe in der belagerten syrischen Stadt Aleppo sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerkes Unicef zwei Millionen Menschen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten.

Zugleich werde die medizinische Versorgung wegen gezielter Angriffe auf Krankenhäuser immer schwieriger, warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Die Europäische Union unterstützte einen UN-Appell an die Kriegsparteien, das Feuer für 48 Stunden einzustellen, damit UN-Mitarbeiter humanitäre Hilfe leisten sowie Stromnetze und Wasserleitungen reparieren können. Es drohe eine der schwersten humanitären Tragödien im gesamten Verlauf des syrischen Krieges, heißt es in einer Erklärung.

Allein im Juli habe es zehn Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen gegeben, sagte der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tarik Jasarevic, am Dienstag in Genf. Im Osten der Stadt, der von Rebellen gehalten wird, seien acht von zehn Krankenhäusern sowie 13 von 28 Gesundheitsstützpunkten nur noch teilweise oder gar nicht mehr funktionsfähig. Mittlerweile seien aufgrund der Flucht oder der Tötung von Medizinern in ganz Ost-Aleppo - wo bis zu 300 000 Menschen leben - nur noch 35 Ärzte im Einsatz. Ihre Möglichkeiten, Kranken und Verletzten zu helfen, blieben weit hinter den Erfordernissen zurück.

In Aleppo gibt es nach Angaben von Unicef seit vier Tagen kein fließendes Wasser. „Diese Einschränkungen kommen inmitten einer Hitzewelle, die Kinder einem großen Risiko wasserverursachter Krankheiten aussetzen“, sagte die Unicef-Vertreterin für Syrien, Hanaa Singer. Es bleibe keine Zeit, um eine Ende der Kämpfe abzuwarten. „Das Leben von Kindern ist in ernsthafter Gefahr.“

Vor drei Wochen hatten syrische Regierungstruppen und ihre Verbündeten die letzte Versorgungsroute der Rebellen nach Aleppo gekappt und die Stadt belagert.

Ein Bündnis syrischer Rebellengruppen unter Führung von Islamisten hatte am Samstag einen neuen Korridor zur Versorgung des Ostens der geteilten Stadt freigekämpft, war bislang aber noch nicht in der Lage, größere Hilfslieferungen in die Stadt zu bringen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Dienstag gegenseitigen Beschuss von Rebellen und Regime und heftige Kämpfe in der Region.

Nach Angaben von Hilfsorganisationen gelten Angriffe auf Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen in Syrien bei den Konfliktparteien schon seit längerem als Kriegstaktik.

Bei einem Angriff im Februar auf mindestens fünf Krankenhäuser und zwei Schulen waren nach UN-Angaben fast 50 Menschen ums Leben gekommen. Bei der Bombardierung einer Klinik in Aleppo Ende April wurden mindestens 30 Menschen getötet. Das humanitäre Völkerrecht verbietet derartige Attacken, die als Kriegsverbrechen eingestuft werden.

dpa

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