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Berlin drängt Moskau zu rascher Waffenpause in Aleppo

Berlin/Moskau/Damaskus Berlin drängt Moskau zu rascher Waffenpause in Aleppo

Das Bild des verstörten syrischen Jungen Omran erschüttert viele Menschen. Die von Russland angekündigte Waffenruhe ist ein Hoffnungsschimmer für die Zivilbevölkerung in Aleppo. Ob und wann die Waffen schweigen, ist unklar.

Berlin/Moskau/Damaskus. Angesichts der anhaltenden Gewalt in der syrischen Stadt Aleppo drängt die Bundesregierung Russland zu einem raschen Beginn der angekündigten Waffenruhe. Das Auswärtige Amt forderte Moskau auf, die Details möglichst schnell zu klären.

Auch sei es wichtig, dass die Kampfhandlungen vor Beginn dieser Feuerpause nicht noch einmal massiv verstärkt würden, so wie es früher in ähnlichen Situationen mehrfach geschehen sei, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin.

Russland hatte sich am Donnerstag bereit erklärte, jede Woche für 48 Stunden eine Feuerpause in Aleppo einzulegen. Dadurch sollen Hilfsorganisationen Zugang zu der umkämpften Großstadt erhalten. Zu einem möglichen Beginn gab es zunächst aber keine Angaben. Allerdings lief schon eine erste Ankündigung Russlands, täglich die Waffen drei Stunden schweigen zu lassen, ins Leere.

„Wir würden auch eine zeitweise Waffenruhe begrüßen, sodass die Gewalt vermindert werden kann“, sagte US-Außenministeriumssprecher John Kirby der britischen BBC. Eine Einstellung der Feindseligkeiten sei auch die Voraussetzung für Friedensgespräche der Konfliktparteien.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sieht Kampfpausen als unverzichtbar für Hilfslieferungen und Instandsetzung der lebensnotwenigen Infrastruktur an. „Wir benötigen Garantien aller Konfliktparteien, dass diese Pausen eingehalten werden, damit humanitäre Helfer ihre Arbeit tun können“, sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag).

Trotz der Diskussionen ging die Gewalt in Aleppo, das zwischen Regimetruppen und Aufständischen geteilt ist, weiter. Kampfjets des Regimes bombardierten am Freitag Rebellengebiete im Osten der heftig umkämpften ehemaligen Handelsmetropole, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mindestens sechs Soldaten der Armee von Machthaber Baschar al-Assad seien getötet worden, als Rebellen eine Panzerabwehrrakete auf sie abfeuerten. Auch bei Kämpfen im Südwesten der Stadt starben mehrere Menschen.

Russische Kriegsschiffe im Mittelmeer feuerten am Freitag insgesamt drei Marschflugkörper vom Typ Kalibr auf Ziele in der Provinz Aleppo ab.

Das russische Militär wies am Freitag Berichte zurück, nach denen es für den Luftangriff auf das Haus des syrischen Jungen Omran in Aleppo verantwortlich ist. „Wir haben mehrfach unterstrichen, dass die Flugzeuge der russischen Luftwaffe in Syrien nicht gegen Ziele in bewohnten Gebieten aktiv sind“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in Moskau. Als Sinnbild des Angriffs in Aleppo vom Mittwochabend hatten Bilder des völlig verstörten Omran internationale Bestürzung ausgelöst.

Moskaus Erkenntnissen zufolge hätten Rebellen den betroffen Stadtteil Katardschi mit Minen oder Gasballons beschossen. Westliche Medien schlachteten die herzzerreißenden Bilder nun für ihre anti-russische Propaganda aus. Nach Berichten von Aktivisten, Beobachtern und internationale Hilfsorganisationen treffen die Angriffe der syrischen und der russischen Luftwaffe allerdings immer wieder Zivilisten und zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser.

Im Nordosten Syriens brachen derweil erneut Gefechte zwischen kurdischen und regimetreuen Milizen aus, berichtete die pro-kurdische Nachrichtenagentur Firat. In der Stadt Hasaka hatte es zuletzt gegenseitigen Beschuss und auch erstmals Luftschläge der Regierung gegen die Kurden gegeben. Diese konnte Firat zufolge Gebiete des Regimes am Stadtrand erobern. Die Kurden werden von den USA unterstützt und gelten als effizienteste Kämpfer gegen die Terrormiliz IS in Syrien.

dpa

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