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Experte: Nordkoreas Atom-Arsenal kann USA kaum gefährden

Rat an Trump: Ignorieren Experte: Nordkoreas Atom-Arsenal kann USA kaum gefährden

Blufft Nordkorea im Atom- und Raketenstreit nur? Der deutsche Raketen-Experte Schmucker von der TU München hat seine Zweifel, ob das Land wirklich so weit ist, wie es die Führung in Pjöngjang darstellt.

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Nach Angaben der nordkoreanischen Regierung zeigt das Foto den Test einer Hwasong-14-Interkontinentalrakete.

Quelle: KCNA

Berlin. Der deutsche Raketen-Experte Robert Schmucker rechnet nicht mit einer echten militärischen Auseinandersetzung zwischen Nordkorea und den USA.

„Natürlich kann Nordkorea einige Raketen in Richtung Guam schießen, kann auch sogar eine Rakete in Richtung USA schicken“, sagte der Professor für Raumfahrttechnik an der TU München der Nachrichtenagentur dpa. So eine Rakete könne nicht mehr als eine kleine Nutzlast tragen - „aber mehr wird es nicht sein“.

Bei den jüngsten Tests der Nordkoreaner seien die Raketen nicht weit geflogen, erläuterte Schmucker. „Die sind nur hochgeflogen.“ Die Militärs um Machthaber Kim Jong Un hätten „sie hochgeschossen, damit sie in seiner Nähe runterkommen, denn wenn ich eine Rakete weit schieße, und der Wiedereintrittskörper runterkommt, dann muss man ihn beim Testen aus dem Meer holen und untersuchen“.

Die Nordkoreaner hätten aber keine Marinekräfte zur Bergung von Raketenteilen aus dem Meer. Vielmehr bestünde in so einem Fall die Gefahr, dass das Kriegsgerät in die Hände anderer Nationen falle. „Und das versucht er ja durch die Steilschüsse alles zu vermeiden, dass man weiß, was er kann“, sagte Schmucker.

Schmucker geht davon aus, dass US-Präsident Donald Trump den Konflikt vor allem mit Worten eskaliert. „Warum sollte er einen Atomkrieg anfangen?“ Die USA müssten aber reagieren: „Wenn einer sagt, ich schicke Raketen gegen Euch, dann muss er doch sagen, pass auf Kerle, sonst passiert Dir was“, so die Interpretation des Wehrtechnik-Professors.

Besser wäre es nach Schmuckers Einschätzung, die Provokationen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un zu ignorieren: „Unartige Kinder machen das, damit die Erwachsenen auf sie schauen. Und das ist genauso. Er will Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit ... und wir reagieren so. Das ist falsch. Wir sollten sagen: Ja, ist nett, was Du machst, aber uns beeindruckt das nicht.“

Ohnehin werde die Region in Zukunft kaum stabiler werden, so Schmucker: „Südkorea will sich nicht mit Nordkorea vereinen, China will Nordkorea erhalten, Russland will Nordkorea erhalten, also wird das so bleiben. Außer, es gibt vielleicht intern einen Umsturz.“

Sollte das Regime in Pjöngjang fallen, könnten viele Nordkoreaner nach China und Südkorea flüchten. Zudem würde die Einflusszone der USA, die eng mit Südkorea verbündet sind, dann bis an die Grenzen Russlands und Chinas heranreichen - „sicher nicht im Interesse Chinas“, wie Schmucker sagt.

dpa

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