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„Haben keine Angst“: Wie die Teams die Terrorgefahr sehen

Paris „Haben keine Angst“: Wie die Teams die Terrorgefahr sehen

90 000 Polizisten und Soldaten, 12 000 private Sicherheitsleute - die Terrorgefahr ist bei der Fußball-EM omnipräsent. Spieler, Trainer und Betreuer gehen allerdings unterschiedlich mit ihren Ängsten um.

Paris. Bewaffnete Spezialkräfte in Hotels und auf Trainingsplätzen, zwei Sicherheitsringe um jedes Stadion und immer wieder die gleichen Fragen. Selten zuvor hat bei einer sportlichen Großveranstaltung die Angst vor dem Terror derart beklemmend mitgespielt wie bei dieser Fußball-EM.

Alle 24 Mannschaften sind sich während der kommenden vier Wochen der Gefahr bewusst, alle haben ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Beim ersten deutschen Gruppengegner Ukraine bewachen Männer in Zivil und mit nur halbwegs versteckten Schnellfeuerwaffen Trainingsplatz und Pressezentrum. Bei den Engländern waren während der Mixed Zone beim Training vereinzelt Beamte mit offen getragener Waffe zu sehen.

Europameister Spanien verzichtet auf öffentliche Übungseinheiten auf der Ile de Ré an der französischen Westküste und wird von der Polizei und Anti-Terror-Spezialisten bewacht. Die Schweizer legen den nur fünf Gehminuten langen Weg vom Hotel zum Trainingsplatz aus Sicherheitsgründen im Bus zurück.

Doch auch wenn Profis wie Jérôme Boateng ihre Familien aus Sorge um einen Anschlag nicht ins Stadion lassen wollen, so scheint die beteiligten Teams, Trainer und Betreuer das Vertrauen in die ergriffenen Maßnahmen und das versuchte Ausblenden der Angst zu einen. „Keiner fühlt sich unsicher, wir konzentrieren uns auf unsere Arbeit“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. „Die Lage ist bei uns völlig entspannt, wir fühlen uns sicher in unserem Kreis.“

Ähnlich äußerten sich auch einige Kollegen. „Es wird eine großartige Europameisterschaft werden, alleine wegen der Emotionen. Es wird eine sichere Europameisterschaft werden, da habe ich keine Zweifel“, sagte Spaniens Nationalcoach Vicente del Bosque. „Natürlich wissen wir um die Gefahr, wir haben aber Vertrauen in die Sicherheitskräfte. Wir konzentrieren uns auf Fußball“, betonte Schwedens Auswahltrainer Erik Hamrén. Auch Ex-Stürmerstar Andrej Schewtschenko will sich nicht verunsichern lassen. „Was auch immer passiert ist, das ist passiert. Wir müssen nach vorne schauen“, sagte der ukrainische Co-Trainer.

Die Spieler gehen durchaus unterschiedlich mit ihren Ängsten um. Manche wie Boateng oder auch der Tscheche Daniel Pudil erzählen offen, dass Frau oder Kinder nicht ins Stadion kommen sollen. Andere heben das Vertrauen in die Maßnahmen oder das Ausblenden der Furcht hervor. „Ich denke, dass die Verantwortlichen alles Notwendige getan haben in den Stadien und auch in den Fan-Zonen“, sagte Frankreichs Laurent Koscielny. „Was mich angeht, fühlen sich meine Familie und meine Freunde sicher.“ Der frühere Leverkusener Bundesliga-Profi Michal Kadlec konstatierte: „Wir haben keine Angst. Ich bin mir sicher, dass alles gut vorbereitet ist und nichts passiert.“

Beim Deutschen Fußball-Bund jedenfalls will man sich nun ganz auf die Spiele und den Sport konzentrieren. Die furchtbaren Erinnerungen an das Länderspiel der DFB-Elf in Frankreich im vergangenen November mit den terroristischen Anschlägen auch in der Nähe des Stadions sollen ausgeblendet werden. „Ich möchte das Thema Sicherheit nicht mehr ständig bei der Mannschaft thematisieren“, kündigte Löw an.

dpa

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