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IKRK-Präsident: Lage trotz Hilfslieferungen angespannt

Damaskus IKRK-Präsident: Lage trotz Hilfslieferungen angespannt

Nach fünf Jahren Bürgerkrieg sind große Teile Syriens völlig zerstört. Zuletzt erreichten Hilfskonvois mehrere belagerte Städte. Doch das reicht an Hilfe für die Notleidenden noch lange nicht aus.

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IKRK-Präsident Peter Maurer: „Es ist offensichtlich, dass ein normales Leben weit entfernt ist“.

Quelle: Salvatore Di Nolfi/archiv

Damaskus. Trotz der jüngsten Hilfslieferungen für mehrere belagerte syrische Städte herrscht in vielen Teilen des Bürgerkriegslandes weiter akute Not. „Die Lage ist angespannt und es ist offensichtlich, dass ein normales Leben weit entfernt ist“.

„Was mir alle Menschen in solchen Gebieten gesagt haben ist, dass sie einfach nur wollen, dass der Krieg endet“, erklärte der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer, der Deutschen Presse-Agentur.

Um einem chronischen Versorgungsmangel vorzubeugen, seien regelmäßig Hilfslieferungen notwendig, sagte Maurer. In vielen Orten Syriens habe es enorme Zerstörungen gegeben. So habe sich das ehemalige Zentrum der zentralsyrischen Stadt Homs in eine „Gespensterstadt in Ruinen“ verwandelt. „Es gibt quasi kein Gebäude, dass nicht zerstört wurde, und das in einer offensichtlich ehemals dicht besiedelten Gegend“, erklärte Maurer.

Hilfsorganisationen hatten in den vergangenen Tagen in mehrere belagerte Städte Konvois mit Nahrung und Medikamenten gebracht. Unter anderem erreichten sie die vom Regime abgeriegelten Orte Madaja, Sabadani, Muadamija, Kafar Batna sowie Al-Waer, einen Stadtteil von Homs. Auch die von Rebellen belagerten Orte Fuaa und Kafraja erhielten Hilfe. Eine aus der Luft abgeworfene UN-Lieferung mit 21 Tonnen Hilfegütern für die vom IS belagerten Teile der ostsyrischen Stadt Dair as-Saur ging jedoch verloren oder wurde zerstört.

Hilfslieferungen für belagerte Orte sind auch Teil der Einigung der USA und Russlands über die am Samstag um Mitternacht (Ortszeit) begonnene Waffenruhe. Es gebe verschiedene Intensitäten von Belagerungen, sagte Maurer. Sie reichten von „quasi totaler Blockade“ bis zu strengen Kontrollen für Einwohner. Dort seien einige Waren verfügbar.

UN-Schätzungen zufolge sind in Syrien etwa 400 000 Menschen eingeschlossen. Rund vier Millionen Menschen leben zudem in Gebieten, die nur schwer zu erreichen sind.

Die Helfer hätten Zugang zu einer Reihe von Gebieten beantragt und warteten nun auf Zusagen, sagte Maurer. „Unsere Kooperation mit der syrischen Regierung hat sich verbessert, sowohl was Hilfslieferungen als auch beispielsweise Gefängnisbesuche betrifft. Aber es gibt weiterhin Potenzial zur Verbesserung.“



dpa

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