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Italien hofft nach dem Erdbeben auf glimpflichen Ausgang

Ausmaß der Schäden unklar Italien hofft nach dem Erdbeben auf glimpflichen Ausgang

Strömender Regen, Dunkelheit und etliche weitere Erdstöße: Die Nacht war für die betroffenen Menschen in Italien voller Angst und Schrecken. Es bleibt aber auch Hoffnung.

Rom (dpa) - Nach einer Nacht mit mehr als 200 Nachbeben hoffen die Menschen im Erdbebengebiet in Mittelitalien darauf, mit dem Schrecken davongekommen zu sein.

Das genaue Ausmaß der heftigen  Erdstöße, die am Mittwochabend in der bereits Ende August verwüsteten Region ihren Anfang nahmen, dürfte erst im Laufe des Tages klar werden. Nach offiziellen Angaben starb bislang ein Mann, weil er wohl infolge der Beben einen Herzinfarkt erlitten hatte. Laut Zivilschutz gibt es bis zu 3000 Obdachlose.

Innenminister Angelino Alfano zeigte sich trotz des Ausmaßes der neuerlichen Beben vorsichtig optimistisch. Berichte über weitere Todesopfer gab es zunächst nicht. Der Zivilschutz sprach am Donnerstag von einem Verletzten. Der Chef der Behörde, Fabrizio Curcio, und der Kommissar für den Wiederaufbau, Vasco Errani, machten sich in die besonders betroffenen Gemeinden in den Marken und in Umbrien auf, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Dort hatten am Vorabend zwei starke Erdbeben zahlreiche Häuser einstürzen lassen.

In der Nacht kam es zu etlichen Nachbeben. Seit dem ersten heftigen Stoß am frühen Mittwochabend seien mindestens 200 Nachbeben registriert worden, teilte die italienische Erdbebenwarte INGV mit. Unter den Nachbeben waren auch mehrere von über 4.

Obwohl die Erdstöße am Mittwochabend ähnlich stark waren wie bei dem verheerenden Beben vor fast exakt zwei Monaten, schätzte der Zivilschutz die Folgen zunächst als weniger schwer ein.

Regierungschef Matteo Renzi sagte für den Nachmittag geplante Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem wichtigen Referendum über die Verfassungsreform im Dezember ab. Zuvor hatte er sich per Twitter bereits an die Betroffenen gewandt und allen Helfern für ihren Einsatz unter schwierigen Bedingungen gedankt: „Ganz Italien umarmt die abermals hart getroffenen Bürger“, schrieb Renzi. Papst Franziskus sprach den Menschen im Gebet seine Nähe aus.

Mehrere Bürgermeister der kleinen Gemeinden in den Regionen Marken und in Umbrien hatten sich zuversichtlich gezeigt, dass es trotz schwerer Schäden keine Vermissten und Verschütteten geben könnte. Allerdings wurden viele Schäden an Gebäuden vermutet. „Meine Fachleute haben mir gesagt, dass das historische Zentrum (...) komplett unzugänglich sein könnte“, zitierte Ansa den Bürgermeister der Gemeinde Visso, Giuliano Pazzaglini.

In Visso war der heftigste Erdstoß gemessen worden. Die Stärke variierte nach Angaben unterschiedlicher Erdbebenwarten zwischen 5,9 und 6,1. Viele Menschen hatten da wegen eines Vorbebens schon ihre Häuser verlassen und hielten sich im Freien auf.

Die Erdstöße ereigneten sich ganz in der Nähe jener Region, die erst Ende August heftig getroffen worden war. Damals kamen 298 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen in der Ortschaft Amatrice. Der dortige Bürgermeister Sergio Pirozzi sagte, auch in seinem Ort sei es erneut zu Schäden gekommen.

Nun hat es die Orte Visso, Ussita, Castelsantangelo sul Nera, Muccia, Pieve Torina, San Ginesio, Camerino und Caldarola getroffen. „Es ist eine sehr harte Probe auf psychologischer Ebene“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Castelsantangelo, Mauro Falcucci, Repubblica TV. Augenzeugen in der Unglücksregion hatten zunächst von einer „apokalyptischen Situation“ gesprochen. Mancherorts war der Strom ausgefallen, es wurden Einstürze erwartet. In den Marken sollten drei Krankenhäuser geräumt werden. Viele Schulen sollten geschlossen bleiben.

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Rom (dpa) - Zwei Monate nach der Erdbeben-Katastrophe in Mittelitalien mit fast 300 Toten haben erneut mehrere schwere Erdstöße die Region erschüttert.

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