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Katars Gegner stellen Bedingungen für Ende der Blockade

Wirbel um Veröffentlichungen Katars Gegner stellen Bedingungen für Ende der Blockade

Die Blockade wirkt nicht so wie gewünscht, also wollen Katars Gegner das Land mit weiteren Forderungen zum Einlenken bringen. Beobachter halten dies für wenig wahrscheinlich. Indes leiden die Währung und die Banken des Emirats.

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Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani im Golf-Kooperationsrat: Die Golfstaaten haben die Beziehungen zu Katar abgebrochen.

Quelle: Osama Faisal

Dubai/Doha. In der schweren diplomatischen Krise zwischen Katar und mehreren arabischen Staaten sorgt eine Liste mit Forderungen für Aufruhr. Katar hat den Vorwurf zurückgewiesen, eine Liste mit Forderungen Saudi-Arabiens und anderer arabischer Staaten an das Emirat öffentlich gemacht zu haben.

Der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Ahmed bin Said al-Rumaihi, machte dafür stattdessen in mehreren Twitternachrichten die Länder verantwortlich, die Katar seit Anfang des Monats blockieren. Sie setzten ihre Kampagne gegen sein Land fort, erklärte Al-Rumaihi.

Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Anwar Gargasch, hatte Katar zuvor vorgeworfen, Vermittlungsbemühungen zu untergraben und die Liste an Medien weitergegeben zu haben. Katars Herrscher müsse klar werden, dass eine Lösung der Krise nur möglich sein werde, wenn er das Vertrauen seiner Nachbarn wiedergewinne, schrieb Gargasch auf Twitter. „Die Lösung findet sich nicht in Teheran, Beirut, Ankara oder westlichen Hauptstädten oder den Medien“, twitterte der Minister.

Kuwait, das in der Krise vermittelt, hatte die Forderungen der VAE, Saudi-Arabiens, Ägyptens und Bahrains übergeben, berichtete der katarische Sender Al-Dschasira. Beobachter sprechen von harschen Vorgaben, die Katar voraussichtlich nicht erfüllen werde. Der Sender Al-Arabija meldete unter Berufung auf Gargasch, Katar sei aufgefordert worden, umgehend die Unterstützung von Terroristen einzustellen und „bestimmten Personen“ nicht mehr Zuflucht zu gewähren.

Die vier Länder hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Weitere arabisch-islamische Staaten schlossen sich der Blockade an. Sie beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie den Islamischen Staat (IS) zu unterstützen. Sie werfen dem Golfstaat außerdem eine zu große Nähe zum Iran vor. Der schiitische Iran und das sunnitische Königshaus von Saudi-Arabien konkurrieren um die Vorherrschaft in der Region.

Gargasch kritisierte auf Twitter Katars Herrscher Tamim bin Hamad al-Thani. Dessen Rolle in der „Finanzierung einer medialen und politschen Plattform“, die den Extremismus fördere, sei inakzeptabel. Der Nachrichtensender Al-Dschasira im Besitz des Herrscherhauses ist Katars Nachbarn wegen seiner Berichterstattung immer wieder ein Dorn im Auge.

Al-Dschasira wies indes Rufe nach seiner Schließung zurück. Entsprechende Forderungen seien nichts anderes als ein Versuch, die Meinungsfreiheit in der Region zum Schweigen zu bringen und das Recht der Menschen auf Information zu unterdrücken, teilte der Sender in Katars Hauptstadt Doha mit. Al-Dschasira reagierte damit nach eigenen Angaben auf Medienberichte über Forderungen, den Sender abzuschalten.

Die Türkei, ein Verbündeter Katars, kritisierte, dass Berichten zufolge auch die Schließung einer türkischen Militärbasis verlangt werde. „Ich habe diese Forderung noch nicht offiziell gesehen, aber das könnte einen Eingriff in bilaterale Beziehungen darstellen“, sagte Verteidigungsminister Fikri Isik dem Sender NTV.

Die Krise brachte auch die Landeswährung Katars stark unter Druck. Allein am Freitag verlor der Katar-Riyal zum US-Dollar über zwei Prozent an Wert. Anleger mussten für einen Dollar bis zu 3,7794 Riyal hinblättern und damit so viel wie seit drei Jahrzehnten nicht. Dabei ist die Währung seit 2001 weitgehend an den Dollar gekoppelt und schwankt daher üblicherweise nur gering. Katars Banken sind stark von Kundengeldern aus anderen Golf-Staaten abhängig, von denen nun viele abgezogen werden. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's sieht zudem die Staatsfinanzen und das Wirtschaftswachstum in Gefahr.

dpa

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