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Mecklenburger setzen auf Rot – Vorpommern auf Schwarz und Blau

Mecklenburger setzen auf Rot – Vorpommern auf Schwarz und Blau

Politische Landkarte von MV umgestaltet / Dahlemann verhindert AfD-Kantersieg im Osten

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Schwerin Die neuen Farben von Mecklenburg-Vorpommern sind Rot, Schwarz, Blau – zumindest auf der Karte der Wahlkreisergebnisse. Rot

– für die SPD – dominiert klar im gesamten Westen des Landes. Hier gingen alle Direktmandate an die Sozialdemokraten. Das Schwarz der CDU ist nur noch auf Rügen und in Nordvorpommern sowie an Teilen der Seenplatte zu sehen. Der Osten des Landes wiederum wurde von der AfD in ein bislang auf der politischen Landkarte unbekanntes Blau umgestrichen.

Einen totalen Triumph der AfD im ländlichen Vorpommern-Greifswald verhinderte Patrick Dahlemann (SPD). Der durch sein Engagement gegen Rechtsextremismus bundesweit bekannt gewordene Politiker kam auf 31 Prozent und setzte sich damit gegen AfD-Mann Stephan Reuken durch (29,3 Prozent). „In Vorpommern gibt es großes Frustpotenzial“, erklärt sich Dahlemann den Erfolg der AfD. „Die Arbeitslosigkeit ist höher und die Löhne sind niedriger als im Rest des Landes.“ Er wolle sich daher im Landtag vor allem für gut bezahlte Arbeit im Osten einsetzen.

Bei den Zweitstimmen erreichte die AfD landesweit 20,8 Prozent. Am stärksten war sie im Wahlkreis Vorpommern-Greifswald III, wo sie auf 32,3 Prozent kam (Usedom und umliegendes Festland) – das bedeutet einen Vorsprung von 13,5 Prozentpunkten auf die zweitplatzierte SPD. Das schlechteste Ergebnis fuhr die AfD im traditionell eher links geprägten Wahlkreis Rostock III ein, wo es aber mit 12,2 Prozent auch zweistellig war.

Bei den Grünen herrschte einen Tag nach der Wahlschlappe großer Katzenjammer. Die Öko-Partei kam zwar in den großen Städten auf teils zweistellige Ergebnisse. Aber gerade auf dem Land machten nur wenige ihr Kreuzchen bei den Grünen. Im Wahlkreis Vorpommern-Greifswald IV etwa waren es gerade einmal 1,9 Prozent der Wähler. So reichte es insgesamt nur für 4,8 Prozent landesweit.

Für den Wiedereinzug in den Landtag fehlten knapp 2200 Stimmen.

Von einem „Schlag in die Magengrube“ spricht Grünen-Landeschef Andreas Katz. Die Partei habe im Wahlkampfschlussspurt viele Stimmen an die SPD verloren. Es sei der Öko-Partei derzeit nicht klar, woran ihre Niederlage inhaltlich festzumachen ist, so Katz. Hauptthema derzeit: Rund 40 Mitarbeiter von Fraktion und Wahlkreisbüros stehen ab Oktober vor einer ungewissen Zukunft. „Wir helfen jetzt beim Schreiben von Bewerbungen“, sagt Co-Parteichefin Claudia Müller. Nach Aussage des Abgeordneten Johann-Georg Jaeger werde es kaum möglich sein, die Mitarbeiter anderweitig in der strukturell schwachen Landespartei weiter zu beschäftigen.

Deutlich weniger prozentuale Ausschläge als bei den Grünen gab es bei der FDP . Die Liberalen lagen in den einzelnen Wahlkreisen zwischen 2,2 und 4,8 Prozent. Damit wurde die Fünf-Prozent-Marke nirgendwo erreicht. Auch Spitzenkandidatin Cécile Bonnet-Weidhofer konnte mit 3,3 Prozent in ihrem Wahlkreis Schwerin I nicht überdurchschnittlich punkten.

Der Spitzenkandidat der windkraftkritischen Partei Freier Horizont , Norbert Schumacher, wollte gestern das Ergebnis seiner Partei nicht kommentieren. „Wir werden uns in zwei Wochen zusammensetzen und über alles sprechen“, sagte Schumacher knapp. Mit 0,8 Prozent blieb die Partei deutlich hinter dem Ziel zurück, in den Landtag einzuziehen und dort für eine andere Energiepolitik zu kämpfen.

Einen Achtungserfolg konnte Freier Horizont im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte II erzielen: Dort stimmten 4,6 Prozent der Wähler für die Windkraftskeptiker. In dem Wahlkreis liegt unter anderem Altentreptow. Der Ort ist von zahlreichen Windrädern umgeben, durch die sich viele Bewohner geradezu umzingelt sehen. In Altentreptow hatte sich daher Freier Horizont vor einem halben Jahr gegründet.

In seinem Wahlkreis Greifswald I erreichte Schumacher allerdings nur 0,5 Prozent.

Axel Büssem

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