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Pakistanische Filmemacherin bekommt zweiten Oscar

Islamabad Pakistanische Filmemacherin bekommt zweiten Oscar

Sharmeen Obaid Chinoy (37) hat als erste pakistanische Dokumentarfilmerin einen zweiten Oscar gewonnen.

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Weil Sharmeen Obaid Chinoy mit ihren Filmen die dunklen Seiten der pakistanischen Gesellschaft aufdeckt, werfen Kritiker ihr vor, unpatriotisch zu sein.

Quelle: Paul Buck

Islamabad. Sharmeen Obaid Chinoy (37) hat als erste pakistanische Dokumentarfilmerin einen zweiten Oscar gewonnen. Sie wurde in Los Angeles mit dem Academy Award für „A Girl in the River - The Price of Forgiveness“ ausgezeichnet.

Der Film handelt von einer jungen Frau, die einen Mordversuch ihrer Familie überlebt, nachdem sie sich verliebt und unerlaubt geheiratet hatte. Ministerpräsident Nawaz Sharif gratulierte der Regisseurin. Schon nach der Oscar-Nominierung des Films hatte er ein neues Gesetz zu den Morden angekündigt, die vermeintlich im Namen der Ehre begangen werden. „Das ist die Macht des Films!“, sagte Obaid Chinoy bei der Verleihung.

Sharif sagte, es sei „keine Ehre in Ehrenmorden“. Auch der Präsident des Landes, Mamnoon Hussain, schickte eine Botschaft. Pakistan sei „entschlossen, die Rechte der Frauen zu schützen“. Sharmeen Obaid Chinoy habe Pakistan einen guten Ruf eingebracht.

Der Film handelt von der jungen Frau Saba, deren Vater auf sie schießt und sie in einen Fluss wirft, nachdem sie unerlaubt geheiratet und so vermeintlich Schande über die Familie gebracht hatte. Saba überlebt knapp und erzählt, wie Familie und Gemeinde sie unter Druck setzen, den Täter ohne Strafe davonkommen zu lassen.

Der Deutschen Presse-Agentur hatte die Regisseurin vor der Preisverleihung gesagt, sie habe diesen Film machen wollen, um eine Debatte in der pakistanischen Gesellschaft anzustoßen und die Gesetzgebung zu ändern. Mehr als 1000 Morde an Mädchen und Frauen im Namen der Ehre wurden in 2014 in Pakistan registriert. Aber die Täter werden selten bestraft. Das bisherige Gesetz enthält eine Klausel, nach der der Vormund des Opfers dem Täter verzeihen kann. Und weil Morde zur Rettung der vermeintlichen Ehre einer Familie oft von Verwandten begangen werden, wird den Tätern oft vergeben. Der Staat kann die Mörder dann nicht mehr bestrafen.

Für ihre Filme bekommt Obaid Chinoy aber auch viel Kritik. Weil sie die dunklen Seiten der Gesellschaft aufdecken, werfen Pakistaner ihr vor, unpatriotisch zu sein. 2012 hatte sie ihren ersten Oscar für „Saving Face“ gewonnen, einen Film über die Opfer von Säureattacken auf Frauen.



dpa

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