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Protestpartei AfD: Flüchtlinge sind einzige Zugnummer

Rostock Protestpartei AfD: Flüchtlinge sind einzige Zugnummer

Auf anderen Politikfeldern sprechen die Befragten der Alternative für Deutschland kaum Kompetenzen zu

Rostock. Eine echte Alternative für Deutschland sehen die meisten Menschen in MV in der AfD offenbar nicht: Zwar wird ihr eine größere Bürgernähe zugesprochen als anderen Parteien. Aber mehr als die Begrenzung des Flüchtlingsstroms trauen die Teilnehmer der Studie der AfD offenbar nicht zu.

Der Aussage „Die AfD ist näher an den Sorgen der Bürger als andere Parteien“ stimmen 26 Prozent der Befragten zu — das sind noch deutlich mehr als das Wählerpotenzial von 18 Prozent. Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es 30 Prozent.

Der Satz „Ich finde es gut, dass die AfD den Zuzug von Ausländern und Flüchtlingen stärker begrenzen will als andere Parteien“ findet sogar bei 41 Prozent der Befragten Anklang. Bei Menschen mittleren Alters stimmen mit 52 Prozent mehr als die Hälfte zu.

Wenn es allerdings darum geht, die wichtigsten Probleme in MV zu lösen, setzen gerade mal fünf Prozent der Teilnehmer auf die AfD. Noch weniger sind es bei den Themen Wirtschaft und Arbeit (je 4 Prozent), Schule und Bildung sowie Förderung des ländlichen Raums (je 3 Prozent) und Energie (1 Prozent).

Die höchsten Kompetenzwerte erreicht die AfD erwartungsgemäß bei den Themen Kriminalität (7 Prozent) und Flüchtlinge. Allerdings trauen ihr auch auf diesem Gebiet nur 10 Prozent der Menschen zu, die Situation in den Griff zu bekommen — das ist wiederum kaum mehr als die Hälfte der Befragten, die sie auch wählen würden.

Den Rostocker Politikwissenschaftler Jan Müller überrascht das nicht: „Den Wählern der AfD geht es nicht um Lösungen, sondern darum, ihren Protest auszudrücken.“ Um wirklich in der Politik mitmischen zu können, habe die AfD weder das Personal noch biete sie Alternativen an, die von der Bevölkerung akzeptiert werden. „Die AfD wird nicht aus Überzeugung gewählt, sondern aus Protest.“

Mehr als zwei Drittel der Befragten sehen die AfD in der rechten Ecke: Der Aussage „Die AfD distanziert sich nicht genug von rechtsextremen Positionen“ stimmen 69 Prozent der Teilnehmer zu.

Dagegen verwahrt sich jedoch Spitzenkandidat Leif-Erik Holm: „Wir sind eine rechtstreue bürgerlich-demokratische Partei.“ Das Umfrageergebnis zeige, dass die AfD noch mehr um das Vertrauen der Bürger werben müsse. „Leider, muss man sagen, trägt hier auch die Diffamierung durch manche Politiker und Medienvertreter Früchte“, sagte Holm.

Äußerst zufrieden zeigt sich Holm jedoch mit der Wahlumfrage: „Das ist ein großer Erfolg für uns. Die Linke haben wir bereits überholt. Und bei dem dramatischen Absturz der ehemals großen Parteien scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann wir auch an SPD und CDU vorbeiziehen.“ Axel Büssem

OZ

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