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Reizgas stoppt Flugverkehr in Hamburg

Dutzende Verletzte Reizgas stoppt Flugverkehr in Hamburg

Großeinsatz in Hamburg: Hunderte Reisende werden bei eisiger Kälte nach draußen geschickt, der Präsident von Uruguay muss in seinem Flugzeug warten: Länger als eine Stunde liegt der Flugbetrieb am fünftgrößten Airport in Deutschland lahm.

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Reisegäste warten am Hamburger Flughafen zwischen Fahrzeugen der Feuerwehr auf Anweisungen.

Quelle: Axel Heimken

Hamburg. Ein Gasaustritt hat eine komplette Sperrung des Hamburger Flughafen ausgelöst. Der Flugbetrieb war mehr als eine Stunde lahmgelegt, wie der Airport mitteilte.

Vermutlich sei Pfefferspray oder ein ähnliches Reizgas versprüht worden, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Man habe eine entsprechende Kartusche gefunden. Der Stoff habe sich über die Klimaanlage im Gebäude verteilt. Etliche Menschen klagten über gesundheitliche Probleme - 68 wurden laut Feuerwehr untersucht, 9 von ihnen kamen in Krankenhäuser. Man gehe nicht von einem Terroranschlag aus.

Hunderte Reisende mussten bei winterlichen Temperaturen im Freien ausharren. Am frühen Sonntagnachmittag konnten sie wieder zurück in das Gebäude. Die Zufahrten zum Flughafen wurden zeitweise gesperrt, auch der S-Bahn-Verkehr zum Airport war unterbrochen.

In der Kontrollstelle, in der Handgepäck und Fluggäste überprüft werden, habe es eine starke Geruchsbelästigung gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Zahlreiche Reisende hätten über Augenbrennen, Übelkeit und Reizhusten geklagt. Die Feuerwehr richtete Behandlungsplätze für die Verletzten ein.

Von der vorübergehenden Sperrung des Flughafens waren am Sonntag insgesamt 13 Flüge betroffen. Zwei von ihnen seien nach Bremen umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin des Airports. Später seien die Maschinen wieder nach Hamburg zurückbeordert worden. Die übrigen Flugzeuge hätten entweder auf der Bahn warten oder in der Luft kreisen müssen.

Die Räumung des Flughafens lief nach Augenzeugenberichten ohne Panik ab. Das Gebäude der sogenannten Airport-Plaza enthält die zentrale Sicherheitskontrolle für die Fluggäste mit Kontrollstellen und Gepäckausgabe; sie schließt die Lücke zwischen den Terminals 1 und 2. Ein Großaufgebot von Rettungskräften war vor Ort.

Auch eine Reise des Präsidenten von Uruguay, Tabaré Ramón Vázquez Rosas, verzögerte sich wegen der vorübergehenden Sperrung des Hamburger Flughafens. Der Präsident habe in seiner Maschine warten müssen, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte den Präsidenten am Freitag empfangen.

dpa

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