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Religiöser Gelehrter und Richter wird neuer Taliban-Anführer

Kabul Religiöser Gelehrter und Richter wird neuer Taliban-Anführer

Nach dem Tod von Talibanchef Mullah Mansur stellen sich die radikalen Islamisten in Afghanistan personell neu auf.  Anführer wird kein Kriegsherr. Auf einen Stellvertreter lobten die USA Kopfgeld aus.

Kabul. Nach der Tötung des Talibanchefs Mullah Achtar Mansur bei einem US-Drohnengriff haben die Islamisten einen neuen Anführer gewählt. In einer am Morgen versandten E-Mail heißt es, einer der bisherigen Mansur-Stellvertreter, Mullah Haibatullah Achundsada, sei neuer Anführer der Bewegung.

Außerdem bestätigten die Taliban nun auch offiziell, dass Mullah Mansur vor vier Tagen gestorben ist.

Achundsada, der auf ein Alter um die 50 geschätzt wird, ist ein anerkannter religiöser Führer und Talibanrichter. Er soll ein enger Vertrauter des langjährigen und von den Taliban verehrten Ex-Chefs Mullah Omar gewesen sein. Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen ist er bislang nicht als Militär in Erscheinung getreten.

Neuer erster Stellvertreter ist der Leiter der Militäroperationen, Siradschuddin Hakkani, der auch als Stellvertreter Mullah Mansurs fungiert hatte. Die USA haben auf den etwa 42 Jahre alten Terroristen ein Kopfgeld von umgerechnet 4,45 Millionen Euro ausgelobt.

Hakkani werden einige der grausamsten und öffentlichkeitswirksamsten Anschläge der Taliban zugeschrieben. Außerdem habe er dazu beigetragen, die zersplitterten Taliban mehr zu einen, sagt der Sprecher der Nato-Mission Resolute Support, Charlie Cleveland.

Hakkani war ebenfalls als Kandidat für den Chefposten gehandelt worden. Er kommt aber nicht aus dem Kernland der Talibanelite, Kandahar. Er soll außerdem enge Beziehungen zum pakistanischen Geheimdienst pflegen. Die Taliban hatten aber jüngst versucht, sich dessen Einfluss zu entziehen. Es wird angenommen, dass Hakkani weiter den zuletzt recht erfolgreichen Kampf der Aufständischen leiten wird.

Zweiter Stellvertreter wurde der Sohn des verstorbenen Talibanchefs Mullah Omar, Jakub. Dieser soll eine Religionsschule in Pakistan besucht haben. Er steuert Militärkommissionen der Taliban in 15 Provinzen Afghanistans. Als Sohn des verehrten Mullah Omar ist auch er eine Figur, die zerstrittene Fraktionen wieder versöhnen könnte.

dpa

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