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SPD-Gerücht: Schwesig folgt auf Sellering

Schwerin SPD-Gerücht: Schwesig folgt auf Sellering

In der Partei mehren sich Stimmen, die einen Ministerpräsidenten-Wechsel ab 2018 für wahrscheinlich halten

Schwerin. Götterdämmerung in der Landes-SPD? Vorsitzender und Ministerpräsident Erwin Sellering (66) denkt offenbar darüber nach, seine Ämter früher abzutreten als bisher bekannt. Schon im Herbst 2018, zwei Jahre nach der bevorstehenden Landtagswahl – und einen erneuten Wahlsieg der SPD vorausgesetzt – könnte der Personalwechsel an der Spitze vollzogen werden. Als Nachfolgerin ist parteiintern Manuela Schwesig (42), amtierende Bundesfamilienministerin, im Gespräch.

„Ich gehe jede Wette ein, dass es so kommt“, sagt ein etablierter SPD-Genosse. Viele Zeichen stünden auf Wechsel zu „Manu“, wie Schwesig von nahen Parteifreunden genannt wird. So ließ sich das Aushängeschild der MV-SPD gerade erst mit Landtagskandidaten ablichten; die Bilder sollen auf riesigen Wahlaufstellern zu sehen sein. „Sie ist beliebt im Land“, sagt ein SPD-Mann. Immer wieder falle Schwesigs Name im Zusammenhang mit einer Sellering-Nachfolge – möglich 2018 oder 2019, zur Hälfte der Legislaturperiode. „Ja, das ist ein Thema in der Partei“, bestätigt ein anderer Genosse.

Daneben fielen auch die Namen von Verkehrsminister Christian Pegel (42) und Sozialministerin Birgit Hesse (41). Aber Schwesig hätte wohl die besten Chancen.

Erwin Sellering ist offiziell als Spitzenkandidat der SPD zur Landtagswahl nominiert. Auf Fragen zu solchen parteiinternen Aussagen geht er nicht ein. „Ich trete selbstverständlich an, um das Amt des Ministerpräsidenten für die volle Legislaturperiode auszuüben“, sagt er. So wie er es schon vor Monaten getan hat. Allerdings traf dies auch auf seinen Vorgänger Harald Ringstorff (76) bei der Wahl 2006 zu. Zwei Jahre später kündigte er seinen Rückzug an – damals 69-jährig. Sellering wäre im Herbst 2018 ein Jahr jünger. Auf ihn warten zu Hause eine deutlich jüngere Frau und sein kleiner Sohn Matti.

Manuela Schwesig beantwortet Anfragen zum möglichen Wechsel des SPD-Spitzenpersonals in Schwerin nicht. Für Parteifreunde verdichten sich aber seit langem die Zeichen, dass sie Ministerpräsidentin werden könnte. „Sie wäre die erste Frau, das macht den Reiz aus“, sagt ein Genosse. Bis Herbst 2017 gilt die Schwerinerin, die zugleich stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende ist, für den Job der Bundesministerin in der Großen Koalition mit der CDU als gesetzt. Aber danach?

Sehr oft ist Schwesig schon jetzt im Lande unterwegs. In ihrem Kalender finden sich gerade an Freitagen und Montagen viele Termine in Schwerin, wo sie mit ihrer Familie lebt, quasi als verlängertes Wochenende. Sie trifft Schulkinder zum Thema gesundes Essen oder weiht Projekte gegen sexuelle Gewalt ein. Für Genossen ein weiteres Indiz dafür, „dass sie Kontakte erhalten und ihre Hausmacht ausbauen möchte“. Im März kam Schwesigs zweites Kind, Tochter Julia, zur Welt.

Frank Pubantz

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