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USA wollen Druck auf Nordkorea weiter erhöhen

Sorgen vor Eskalation USA wollen Druck auf Nordkorea weiter erhöhen

Die Welt schaut gebannt auf den Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm. In Washington werden US-Senatoren unterrichtet. In Sicherheitskreisen heißt es, die USA erwägten auch eine militärische Antwort.

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Das US-Atom-U-Boot USS Michigan verlässt am Dienstag den Hafen von Busan, um an Militärübungen mit dem Flugzeugträger USS Carl Vinson teilzunehmen.

Quelle: Jo Jung-Ho

Washington/Seoul. Im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm wollen die USA den Druck auf die Regierung in Pjöngjang erhöhen. Präsident Donald Trump wolle Pjöngjang zum Abbau seiner Atomraketen und ballistischen Flugkörper zwingen, teilten Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis in Washington mit.

Ein umstrittenes amerikanisches Raketenabwehrsystem in Südkorea, dessen Aufbau am Mittwoch früher als erwartet begonnen hat, kann nach Angaben der US-Armee bereits in einigen Tagen einsatzbereit gemacht werden. Am Freitag wollte der UN-Sicherheitsrat wegen des Konflikts mit Nordkorea beraten.  

Ein hoher Sicherheitsbeamter der US-Regierung, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, die USA wägten derzeit eine Reihe von Optionen ab - neben diplomatischen und wirtschaftlichen auch militärische. Welche militärischen Optionen genau in Betracht gezogen werden, wollte er nicht sagen.

Der Kurs der USA sei abhängig von den Aktionen Nordkoreas. Nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr ist die Lage in der Region sehr angespannt.

Trump, seine Minister sowie Streitkräfte-Chef Joe Dunford und Geheimdienstdirektor Dan Coats hatten zuvor Mitglieder des US-Senats über die Situation in Kenntnis gesetzt. Die US-Regierungsmitglieder riefen „verantwortungsbewusste Mitglieder der internationalen Gemeinschaft“ dazu auf, den diplomatischen Weg mitzugehen und die kommunistische Führung zur Deeskalation und zur Rückkehr zum Dialog zu bewegen.

Damit war vor allem China gemeint. Die USA gehen davon aus, dass Peking großen Einfluss auf Pjöngjang hat. Trump hatte aber bereits mehrfach mit Alleingängen im Atomstreit mit Nordkorea gedroht.

Das Raketenabwehrsystem THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) in der östlichen südkoreanischen Provinz Nord-Gyeongsang werde „in den kommenden Tagen einsatzbereit sein, um Südkorea besser gegen die wachsenden Bedrohung durch Nordkorea zu verteidigen“, sagte der Oberbefehlshaber des US-Pazifikkommandos, Harry B. Harris, nach Pentagon-Angaben vor dem Verteidigungssauschuss des Repräsentantenhauses. 

Die Aufstellung eines Teils der Ausrüstung bedeute, dass die USA und Südkorea auf „Provokationen durch Nordkorea“ reagieren könnte, sagte dazu am Donnerstag ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums vor Journalisten. „Das bedeutet tatsächlicher Einsatz.“ Ziel sei es, dass THAAD bis Ende des Jahres vollständig einsatzbereit sei.

Trotz Protesten Chinas hatten die USA im März die ersten Elemente einer THAAD-Batterie geliefert, am Mittwoch wurden Bauteile zum geplanten Standort gebracht. Peking sieht durch die amerikanischen Abwehrraketen seine Sicherheitsinteressen bedroht. Russland warf den USA vor, den Konflikt zu verschärfen. Der Aufbau des Raketenabwehrsystems destabilisiere die Lage, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau.

Harris bezeichnete Nordkorea als die größte Bedrohung für die Sicherheit der USA und seiner Verbündeten in der Region. Mit jedem Test rücke Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un seinem erklärten Ziel näher, nukleare Schläge auch gegen amerikanische Städte führen zu können. Die USA müssten bereit sei, auf alle Herausforderungen aus einer „Position der Stärke“ zu reagieren. Harris betonte laut US-Medien die Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung.

US-Außenminister Tillerson wird am Freitag nach New York reisen, um dort ein Ministertreffen der Länder des UN-Sicherheitsrates zu leiten. Die USA erhoffen sich von dem Gremium eine Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea nach dessen jüngsten Raketentests und den verschärften Spannungen in der Region.

Die USA seien offen für weitere Verhandlungen, um dem Ziel näher zu kommen, die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei zu machen. „Wir sind jedoch auch weiterhin bereit, uns selbst und unsere Verbündeten zu verteidigen.“

dpa

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