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Vizeminister bei Protesten in Bolivien getötet

La Paz Vizeminister bei Protesten in Bolivien getötet

Bergarbeiter protestieren in Bolivien mit Straßenblockaden. Der stellvertretende Innenminister will einen Dialog einleiten. Nach dem Tod eines Kumpels wird er umgebracht.

La Paz. Der stellvertretende Innenminister Boliviens ist bei Bergarbeiter-Protesten getötet worden. Vizeminister Rodolfo Illanes sei am Donnerstag (Ortszeit) in Panduro, 165 Kilometer südöstlich von La Paz erschlagen worden, erklärte Innenminister Carlos Romero auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt La Paz.

„Er wurde totgeschlagen, Vizeminister Illanes wurde feige und brutal ermordet“, sagte Romero.

Staatschef Evo Morales bezichtigte am Freitag die Genossenschaften selbstständiger Minenarbeiter, Teil einer „politischen Konspiration“ zu sein. Die Kumpel seien von Oppositionellen manipuliert worden. Morales rief eine dreitägige Staatstrauer wegen des Todes seines Mitarbeiters aus.

Der 55-jährige Vizeminister hatte sich am Donnerstagmorgen zu einer Straßenblockade der Bergarbeiter begeben, um einen Dialog einzuleiten. Dabei wurde er von den Demonstranten als Geisel festgehalten. Nach Medienberichten versuchten Sicherheitskräfte, den Politiker zu befreien. Bei Zusammenstößen starb ein 26-jähriger Minenarbeiter an einer Schusswunde.

Erste Berichte über den Tod des Politikers kamen vom Direktor des Rundfunksenders der Bergleute, Fedecomin. Moisés Flores sagte Radio Erbol, er habe nach den Zusammenstößen zwischen den Bergarbeitern und der Polizei die Leiche von Illanes gesehen.

Am Vortag waren bereits zwei Kumpel der protestierenden Bergarbeiter-Genossenschaften getötet worden. Die Demonstranten machten die Polizei verantwortlich. Die Regierung hingegen warf den Bergarbeitern vor, sie seien bewaffnet gewesen. Polizei war nach Angaben der Regierung ohne Schusswaffen im Einsatz.

Die in Genossenschaften zusammengeschlossenen Bergarbeiter protestieren seit Anfang August mit Straßenblockaden gegen ein neues Gesetz. Dieses sieht vor, dass Kumpel sich Gewerkschaften anschließen dürfen. Der Verband der Bergarbeiter-Genossenschaften (Fencomin) ist gegen den Einfluss von Gewerkschaften in diesem Sektor. Er vertritt rund 10 000 Bergarbeiter von 900 Genossenschaften.

dpa

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