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Waffenstillstand mit Farc in Kolumbien verlängert

Nach der Volksabstimmung Waffenstillstand mit Farc in Kolumbien verlängert

Regierung und Rebellen wollen das Friedensabkommen nach der Schlappe bei der Volksabstimmung noch retten. Die Neuverhandlung des Vertrags muss allerdings schnell gehen. Nur bis zum 31. Oktober sollen die Waffen noch schweigen.

Bogotá. Nach dem Scheitern des Referendums über den Friedensvertrag in Kolumbien hat Präsident Juan Manuel Santos die Waffenruhe mit der linken Guerillaorganisation Farc bis zum 31. Oktober verlängert.

„Ich hoffe, bis dahin können wir das Abkommen konkretisieren und den Konflikt beilegen“, sagte der Staatschef. Zuvor hatten die Rebellen angekündigt, vorerst an dem Waffenstillstand festzuhalten.

Bereits im August hatten die Regierung und die Farc einen beidseitigen Waffenstillstand geschlossen. Er galt allerdings nur bis zum Zeitpunkt des Referendums. Wegen des negativen Votums wurde der Waffenstillstand nun verlängert.

Am Sonntag hatten die Kolumbianer den Friedensvertrag mit den Farc in dem Plebiszit überraschend abgelehnt. Die Gegner kritisierten vor allem die Strafnachlässe für die Guerilleros und die geplante politische Beteiligung der Farc. Um das Abkommen noch zu retten, muss nun nachverhandelt werden.

„Wir können diesen Prozess und den Dialog nicht lange herauszögern“, sagte Santos. „Wir bewegen uns derzeit in einer Grauzone, im Schwebezustand - das ist sehr risikoreich und gefährlich.“ Auch Sicherheitsexperten dringen auf eine schnelle Lösung: Tausende Farc-Kämpfer ohne juristische Sicherheit und Zukunftsperspektiven sind ein unkalkulierbares Risiko.

Chefunterhändler Humberto de la Calle und der Hochkommissar für den Frieden, Sergio Jaramillo, trafen sich am Dienstag in Kuba mit Farc-Kommandeur Rodrigo „Timochenko“ Londoño, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Santos lud für heute die beiden prominentesten Gegner des Friedensvertrags zu Gesprächen in den Präsidentenpalast ein. Mit den Ex-Präsidenten Álvaro Uribe und Andrés Pastrana wollte er erörtern, welche Punkte des 297 Seiten langen Abkommens nachjustiert werden müssen.

Sowohl die Regierung als auch die Farc zeigten sich zuletzt entschlossen, den historischen Vertrag noch zu retten. Die Nachverhandlungen dürften allerdings schwierig werden. Gerade bei der politischen Beteiligung und den Strafnachlässen ist die Farc-Führung wohl kaum zu Abstrichen bereit.

Nach Auffassung der Regierung ist jetzt zunächst die Guerilla am Zug. „Die Entscheidung, ob sie das Abkommen wieder aufschnüren wollen, hängt vor allem von den Farc ab“, sagte Außenministerin María Ángela Holguín am Dienstag.

dpa

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