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Was trieb den Attentäter von Orlando: Weiß seine Frau mehr?

Orlando Was trieb den Attentäter von Orlando: Weiß seine Frau mehr?

Extremismus, Schwulenfeindlichkeit, Selbsthass: Die Suche nach einem Motiv des Attentäters von Orlando ist kompliziert. Während Menschen noch mit dem Leben ringen, hat sich die Politik des Thema bemächtigt.

Orlando. In den USA setzen FBI und Justiz die mühsame Suche nach dem Motiv des Todesschützen von Orlando fort. Vielversprechend könnte möglicherweise die zweite Frau des Täters sein.

Sie wusste einem NBC-Bericht zufolge von den Anschlagsplänen ihres Mannes und will versucht haben, ihn davon abzubringen. Nach anderen Berichten hatte Omar Mateen in Orlando auch das berühmte Disneyland im Blick.

NBC berichtete, die Frau habe dem FBI gesagt, ihren Mann mindestens einmal ins „Pulse“ gefahren zu haben. Er habe diesen Club, sein späteres Anschlagsziel, auskundschaften wollen.

In dem Club für Homosexuelle erschoss Mateen in der Nacht zum Sonntag 49 Menschen und verletzte 53. Derzeit werden noch 27 Menschen behandelt, meist an Schusswunden. Sechs Menschen ringen noch mit dem Tod, sagten Ärzte.

Dramatisch sind Schilderungen von Überlebenden der Terrornacht: Der Attentäter habe systematisch einen Besucher nach dem anderen erschossen. Später habe er nochmals auf Liegende gefeuert, wohl um sicher zu gehen, dass sie tot sind.

Das FBI hatte am Montag ausgeschlossen, dass der Attentäter von einem terroristischen Terrornetzwerk Instruktionen erhielt. Mateen soll über das Internet extremistisch inspiriert worden sein. Er hatte sich auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) berufen.

US-Medien berichteten, der 29-Jährige sei vor der Tat häufiger selbst zu Gast in dem Club gewesen. Er soll demnach auch eine Dating-App für Schwule genutzt haben. Aus welchen Gründen Mateen vor der Tat dort war, ist offen.

Das FBI schloss weiter nicht aus, dass es Mittäter oder Helfershelfer gibt. Das Bundeskriminalamt prüft Verbindungen des Vaters des Attentäters, Siddique Mateen, nach Deutschland.

Dem Massaker folgt eine selten scharfe Debatte über den Umgang mit Muslimen und das Selbstverständnis der USA. „Die Killer von San Bernardino und Orlando waren US-Bürger. Wollen wir jetzt deswegen alle Muslime wegen ihres Glaubens diskriminieren?“, fragte Obama.

Der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hatte Obamas Kurs zuvor kritisiert. Er erneuerte seine Forderung nach einem Einreisebann für alle Muslime.

Obama unterstellte Trump Gerede und leeres Geschwätz. „Wenn wir alle Muslime über einen Kamm scheren, gehen wir denen auf den Leim, die einen Krieg zwischen dem Islam und dem Westen oder den USA wollen, dann erledigen wir die Arbeit der Terroristen“, sagte Obama.

Im US-Kongress kam eine Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze auf. Demokratische Abgeordnete forderten vehement strengere Richtlinien für den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen. Die Republikaner im Kongress sind jedoch mit ihrer parlamentarischen Mehrheit gegen Verschärfungen.

dpa

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Schon kurz nach dem Massaker im Schwulenclub „Pulse“ überschlagen sich die Spekulationen über die Motive des Täters. So mancher hat sich bereits eine feste Meinung gebildet - und schlachtet das Thema für politische Zwecke aus. Andere trauern nur.

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